Ausbau auch in der Ortschaft

Lückenschluss für Radweg von Schongau nach Birkland greifbar nah

Radweg Skizze Birkland Schongau
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Die dünne gelbe Linie auf dieser Skizze zeigt den Verlauf des durchgehenden Radwegs an. Rot dargestellt ist die Staatsstraße 2014. Die drei weißen Striche sind die Trennlinien zwischen den vier Bauabschnitten. Sie reichen vom Herzogsägmühler Berg bis nach Aichen nördlich von Birkland.
  • VonJohannes Jais
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Schongau/Herzogsägmühle/Birkland – Ein durchgehender Radweg von Schongau nach Birkland rückt in greifbare Nähe und könnte schon 2022 verwirklicht werden. Das kündigte Bürgermeister Peter Ostenrieder in der letzten Gemeinderatssitzung an. 

Noch Ende Oktober war die Ausgangslage anders: Zunächst sollte der gefährliche Abschnitt zwischen Birkland – beginnend am Feuerwehrhaus – über die Kuppe bis zum Sägewerk (an der Abzweigung nach Forst) und weiter bis zum Wald in Angriff genommen werden. Nur einen Monat später wartete der Rathauschef mit dieser Nachricht auf: „Das Ganze konnten wir jetzt massiv beschleunigen“.

Das Projekt Radweg soll nämlich deutlich umfangreicher ausfallen. Konkret betrifft dies den Ausbau im Wald und am Hang oberhalb der Herberge von Herzogsägmühle.

Der Markt Peiting will gemeinsam mit dem Staatlichen Bauamt in Weilheim und dem Freistaat noch einen Schritt weiter gehen. Mit Hilfe des Sonderprogramms „Stadt und Land“ für flächendeckende Fahrradinfrastruktur aus dem Bundesverkehrsministerium soll nun auch der gefährliche Berg in Herzogsägmühle, an dem die Staatsstraße 2014 (St. 2014) verläuft, mit einem neuen, parallel verlaufenden, 2,5 Meter breiten Radweg sicherer gemacht werden.

Die Trasse geht ab der Herberge links von der Straße durch den Wald bis zur Kurve oben am Berg. Dafür laufen aktuell Grundstücksverhandlungen mit den Eigentümern; das sind die Staatsforsten und Herzogsägmühle. Die Bereitschaft für dieses positive Projekt sei schon signalisiert worden, ergänzte Ostenrieder. Zusätzlich wolle man versuchen, auch einen kleinen, sicheren Zubringerradweg zur Einfahrt nach Herzogsägmühle in Höhe „Roter Berg“ zu realisieren. Der Radweg am Herzogsägmühler Berg, der an die schmale Verbindung nach Schongau anknüpft, ist sozusagen Bauabschnitt eins. Bauabschnitt 2 ist der vorhandene, gut ausgebaute Waldweg, durch den man dann sehr schnell nach Birkland kommt und etwa 100 Meter vor dem Ende des Forstes wieder zur St 2014 stößt.

Ab dieser Einmündung erfolgt der Bau des Radwegs in den Ort (Bauabschnitt drei). „Dieser Teil wurde bereits in den vergangenen Wochen gesichert mit den Eigentümern, so dass dem nichts mehr im Weg stehen wird“, berichtet Ostenrieder zum aktuellen Stand der Grundstücksabtretungen. Neu ist nun neben dem Abschnitt eins auch der Abschnitt vier. Darunter versteht man einen komplett neuen Radweg, der neben der St 2014 durch die gesamte Ortschaft von Birkland verlaufen soll – in einer Breite von zirka 2,50 Meter. Das werde nicht an jeder Stelle möglich sein, aber innerorts könne man auch mal mit Engstellen leben, beruft sich der Bürgermeister auf das Bauamt Weilheim. Dabei werde mit einem Randstein und einer neuen Asphaltierung ein Weg in völlig neuer Qualität für den Ort geschaffen.

Bisher verläuft nur ein schmaler asphaltierter Streifen parallel zur Straße. Da die St. 2014 in der Ortsdurchfahrt Birk­land selbst wenig Breite aufweist und durch das landwirtschaftliche Verkehrsaufkommen auch häufig Ausweichmanöver nötig sein werden, werde man sich genau anschauen, ob es eine Randsteinlösung gibt, die einerseits für Sicherheit sorge und andererseits im Fall des Falles auch mal „reifenverträglich“ für Busse, Lkw oder landwirtschaftliche Fuhrwerke befahren werden könne. Allerdings dürfe man nicht vergessen, dass gerade bei der Ortsdurchfahrt eh alle 20 bis 30 Meter eine Absenkung zu Einfahrten kommt.

Insgesamt soll dieser Fahrradweg dann bis zur Abzweigung nach Aichen unterhalb der Pfarrkirche Birkland reichen. Weiter geht’s dann über das Stauwerk am Lech nach Kinsau, wo dann Anschluss zum Radweg Richtung Landsberg besteht. Wenn das Projekt funktioniert, kann man also mit dem Rad von Schongau nach Birkland und weiter nach Wessobrunn oder Kinsau fahren, ohne auf der Straße unterwegs zu sein. Diese Verbindung sei Radwegenetz für den Alltag und für Freizeit; sie bedeute eine „klasse Aufwertung“.

Im Programm „Stadt und Land“ haben sich laut Ostenrieder viele Kommunen beworben. Doch hapere es bei den meisten mit dem Grundstückserwerb, weshalb der Fördertopf noch gut gefüllt sei. Der Bürgermeister, selbst in Birkland wohnhaft, hat schon die größten betroffenen Eigentümer kontaktiert und ist auf offene Ohren gestoßen. Er geht davon aus, dass ein Baubeginn bereits im Frühjahr 2022 erfolgen könne. Die Kosten für den Staat betragen zwischen 1,8 und zwei Millionen Euro. Die Gemeinde bezahlt die notwendigen landwirtschaftlichen Grundstücke.

Der Radweg wird asphaltiert. Lediglich der bereits vorhandene Waldweg von der Kurve oben am Berg hinunter bis zum Ende des Forstes wird weiterhin als Waldweg erhalten bleiben. Es macht keinen Sinn, einen Waldwirtschaftsweg zu asphaltieren, auf dem z.B. Rückefahrzeuge bzw. Transporter unterwegs oder Bäume geschleift werden.

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