Bei "Luther in Häppchen":

Ein Katholik gibt den Luther

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Katharina von Bora, die Frau Luthers und Mutter von sechs Kindern, bricht vor Luther erschöpft zusammen.

Schongau/Peiting – Drei Theaterszenen mit einem Katholiken als Martin Luther, Musik vom 16. bis ins 21. Jahrhundert mit den „Schongauer Land-Streichern“, kulinarische Schmankerl, dazu Tischreden mit deftigen Sätzen aus dem Mund des Reformators: All das gab es bei „Luther in Häppchen“. Der Saal im Ballenhaus war brechend voll; 130 Gäste ließen sich bei der Veranstaltung, die von den evangelischen Gemeinden Schongau und Peiting ausgerichtet wurde, von einer großen Helfer-Crew und von den Akteuren Köstliches für den Magen und für die Sinne kredenzen.

Mal nicht auf die Kanzel gestiegen, sondern vielmehr auf die Bühne gegangen sind an diesem Abend die Pfarrerinnen Julia Steller (Schongau) und Brigitte Weggel (Peiting), die nach der Einstimmung mit Drehleier und Flöte durch Werner und Brigitte Schmitt gemeinsam ein Grüß Gott entboten haben. Danach gab’s bayerische Kost: Spanferkel, Kässpatzen und Schmalzbrote.

500 Jahre Reformation: Dieses Jubiläum wollten die evangelischen Gemeinden Schongau und Peiting mit einem besonderen Abend würdigen. Helmut Schmidbauer (Schongau) steuerte in Tischreden markige Sprüche bei, wie sie von Martin Luther überliefert sind. Und bei den Theaterszenen schlüpfte ein Katholik in die Rolle des Martin Luther: Peter Echter vom Schongauer Theater-Verein spielte den Reformator, der zuvor Mönch war.

Daniel Löscher, der zusammen mit Barbara Schlotterer-Fuchs Motor bei den monatelangen Vorbereitungen war, gab mit markanter Stimme und strengem Blick den Kirchengelehrten Johannes von der Eck. Wilfried Knorr zog als Ablassprediger durch die Reihen im Saal, und Sonja Steinbacher spielte Luthers Frau Katharina von Bora, die in der Schlussszene beim Kartoffelschälen vom Stuhl erschöpft zu Boden fiel, weil sie sich um Mann und sechs Kinder zu kümmern hatte, Luther selbst aber für die Familie keine Zeit gefunden hatte, sondern sich in Schriften und Predigten vertiefte. Die Regie führte bei den drei Theaterszenen Michael Ende.

Passend zur Zeit der Reformation brachten die „Schongauer Land-Streicher“ musikalische Häppchen aus der Zeit der Renaissance. Doch sie hatten auch leichte Klassik und bayerische Stücke im Programm. Ausklingen ließen sie den Abend „Luther in Häppchen“, zu dem auch Bürgermeister Falk Sluyterman und seine Frau gekommen waren, mit irischen Stücken sowie mit dem bekannten „Yesterday“ von Paul Mc Cartney (Beatles) – in einer Bearbeitung als Cello-Solo. 

Johannes Jais

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