Aus alt mach neu

Einsturzgefährdet und mit undichtem Dach: Das Haus, in dem Gerhard Wöhnl sein Malergeschäft betreibt, soll bald durch einen Neubau ersetzt werden. Foto: Peters

An vielen Häusern in der Schongauer Altstadt nagt der Zahn der Zeit. Bei manchen wie etwa dem Anwesen in der Münzstraße 28 ist es für eine einfache Sanierung bereits zu spät. Dessen Besitzer Gerhard Wöhnl will daher das Gebäude abreißen und neu aufbauen. Zwei Entwürfe hat der Unternehmer dafür beim Bauausschuss der Stadt Schongau eingereicht, einen davon bewertete das Gremium in seiner jüngsten Sitzung positiv.

Mit seinem Architekten Manfred Ullmann war Wöhnl erschienen, um seine Pläne für das altersschwache Haus zu erläutern. Wie schlimm es um das Anwesen bestellt ist, zeigten die Ausführungen der beiden. Für manche Teile des Gebäudes bestehe Einsturzgefahr, erklärte der Architekt, und Wöhnl fügte hinzu: „Bei mir regnet es rein.“ Deshalb will Wöhnl nun handeln. Bis auf ein Gewölbe im Keller soll von dem historischen Gebäude nichts mehr übrig bleiben. Auch darüber, wie genau der Neubau aussehen soll, hatten sich der Geschäftsmann und sein Planer Gedanken gemacht und dem Bauausschuss zwei Varianten vorgelegt. Erstere ähnelt dem bisherigen Haus, der Neubau würde jedoch 80 Zentimeter an Höhe gewinnen und über zusätzliche Gauben sowie schmalere Erdgeschoss-Fenster verfügen. Variante zwei sähe dagegen einen gedrehten Giebel vor, womit dieser analog zu den Nachbarhäusern verlaufen würde. Während die Antragsteller letzteren Entwurf favorisierten, sprach sich Schongaus Stadtbaumeister Ulrich Knecht für die erste Variante aus. „Die Dachneigung wäre bei Variante zwei zu flach“, begründete er. Außerdem passe die ursprüngliche Giebel-Richtung besser in das Altstadtbild mit seinen Wechseln von Giebel- und Trauf-Seite. Dass Wöhnl überhaupt ein solches Projekt in Angriff nehme, freute Knecht: „Es ist schön, wenn ein Geschäft der Altstadt erhalten bleibt.“ Genau so sahen es auch die übrigen Mitglieder des Bauaus-schusses. „Es ist hervorragend, dass etwas passiert“, lobte etwa Michael Motz (UWV). Einstimmig votierte das Gremium schließlich für Variante eins. Bevor Wöhnl allerdings mit dem Bau beginnen kann, muss der Unternehmer noch auf die Genehmigung durch das Amt für Denkmalschutz warten. Eigentlich hätte dazu bereits ein Ortstermin stattfinden sollen, doch die zuständige Mitarbeiterin ist seit Wochen im Krankenstand. Um nicht noch mehr Zeit zu verlieren, hatte Wöhnle deswegen die Voranfrage an den Bauausschuss gestellt. Bis zur Sommerpause hofft der Bauherr nun, die endgültige Genehmigung für sein Projekt zu bekommen. Bereits im Herbst könnte dann schon der Rohbau des neuen Anwesens stehen.

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