Neuer Besucherrekord in Schwabsoien

"Soien Alaaf" aus tausenden Kehlen

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„Marmor, Stein und Eisen bricht – aber das Marktoberdorfer Krankenhaus nicht.“ Unter diesem Motto räumten die Fasnachter Stöttwang den ersten Wagen-Preis ab.

Schwabsoien – Einen närrisch-erfolgreichen Faschingssamstag hat der Faschingsclub Schwabsoien auf die Beine gestellt. 35 Gruppen machten den Gaudiwurm zum Erlebnis, hernach feierten Tausende Freunde der fünften Jahreszeit ausgelassen im Party-Zelt. Die Verantwortlichen notierten einen neuen Besucherrekord.

„Für uns war der Samstag richtig erfolgreich“, freut sich Stephan Jahl, Präsident des Faschingsclubs Schwabsoien. Auf dem Dorfplatz trotzten viele Besucher dem kalten Wetter, um die Auftritte der zahlreich gekommenen Garden mitzuverfolgen. Der Umzug mit 19 Wagen, fünf Musik- und Trommlerzügen und elf Fußgruppen lockte rund 4.000 Gäste an, so Jahls erste Schätzung.

Neben Faschings-Klassikern, wie Erbeeren (Landfrauen Schwab­soien), Retromusik (Landjugend Schwabbruck) und Löwenzahn (Die jungen Wilden Katetal) bekamen dabei auch aktuelle Themen Aufmerksamkeit: Den Berliner Flughafen nahmen gleich drei Gruppen (Landjugend Reichling, Faschingsgesellschaft Epfach, Hütte Birkland) aufs Korn, mit den abgebrochenen Jamaika-Koalitionssondierungen beschäftigte sich die JU Schongau. Themen mit Lokalbezug waren das gegenüber seinem eigenen Abbruch widerspenstige Markt­oberdorfer Krankenhaus (Fasnachter Stöttwang), die Echelsbacher Brücke (1. FC Burggen) und der Denkmalschutz, der beispielsweise in Bernbeuren die Gemüter erhitzt. Dabei ließ die Landjugend Ingenried eine als Landrätin verkleidete Puppe auf einer Abrissbirne reiten; eines der Mottos: „Wenn Steine wichtiger sind als Menschen.“

Die Auszeichnung der Jury sicherten sich neben den Stöttwangern, die den besten Wagen stellten, die Fußgruppe der Faschingsfreunde Schwabsoien. Sie sorgten sich unter dem Thema „Glyphosat und Maiswahnsinn“ um das Schicksal der Bienenvölker.

Hernach feierten im Zelt, so schätzt Jahl, über den Tag verteilt zirka 8.000 Narren bis 1 Uhr gemeinsam – das ist neuer Besucherrekord. „Nett und lustig“ sei es gewesen, findet der Faschings­club-Präsident. Auch, weil die Zusammenarbeit mit dem Landratsamt und der Polizei hervorragend funktioniert habe. „Das war eine riesen Unterstützung.“

Mit neuen größeren Auflagen habe man heuer nicht zu kämpfen gehabt – schon in den Jahren zuvor hätten sich die Verantwortlichen des Faschingsclubs selbst auf Eigeninitiative hin strikte Richtlinien, beispielsweise in Hinblick auf die Lautstärke beim Umzug, gesetzt. Auch die Polizeiinspektion Schongau bezeichnet das Faschingstreiben in Schwabsoien als – aus ihrer Sicht – „sehr zufriedenstellend“.

An den Umzugswagen seien keine sicherheitsrelevanten Mängel festgestellt worden, im und ums Festzelt weitgehend alles friedlich abgelaufen. Mit zwei Ausnahmen: Gegen 0.55 Uhr pöbelte ein angetrunkener Mann aus dem Landkreis Landsberg andere Gäste an. Weil er sich weigerte, den Platz zu verlassen und aggressiv wurde, rief der Sicherheitsdienst die Polizei. Auch den Beamten gegenüber benahm sich der 29-Jährige daneben, er wurde gefesselt und in Gewahrsam genommen.

Um 1.45 Uhr verpasste ein 23-Jähriger aus dem Altlandkreis einem 22-Jährigen aus dem Landkreis Füssen eine Kopfnuss, die diesen ein Stück Schneidezahn kostete. Im Rahmen der Anzeigenaufnahme meldete sich noch ein weiterer Geschädigter, welcher schon zuvor von dem Täter ins Gesicht geschlagen worden war.

Dennoch: „Angesichts der großen Anzahl an Leuten war es sehr friedlich“, so Jahl. Eben ein „richtig erfolgreicher“ Faschingssamstag.

ras

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