Marie-Eberth-Altenheim feiert rundes Jubiläum

Auch nach 50 Jahren gefragt wie eh und je

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Ein ganz besonderer Programmpunkt: die Senioren selbst hatten ein Lied einstudiert. Darin ging es ums Alter, darum, dass sie zufrieden seien und sich immer noch jung fühlten.

Schongau – Im Sommer 1964 öffnete das Kreisaltenheim seine Pforten und bot damals 55 Senioren aus der Region ein neues Zuhause. Ein halbes Jahrhundert später feierte das Marie-Eberth-Altenheim am Samstag sein rundes Jubiläum. Zu den Gratulanten gehörten neben Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman auch die Landrätin Andrea Jochner-Weiß.

In unserer Gesellschaft gelte das Altern oft als Makel, stellte die Landrätin Andrea Jochner-Weiß in ihrer Laudatio im Festzelt vor dem Seniorenheim fest. Man versuche es aufzuhalten, mit Anti-Aging-Cremes, Pillen und Masken. Aber das Altern gehöre zum Leben wie die Sonne zum Sommer und die bunten Blätter zum Herbst, unterstrich sie. Und schlug damit den Kreis zum Maria-Eberth-Haus, denn hier, so die Landrätin, gebe es viel Sonne und viel Farbe. 

Die Gründung des Hauses geht auf die Generalswitwe Marie Eberth zurück. Sie hatte eine beträchtliche Summe für ein solches Heim gespendet, insgesamt standen seinerzeit 1,6 Millionen Deutsche Mark zur Verfügung, als im Kreistag der Bau eines Kreisaltenheimes beschlossen wurde. Entstehen sollte es neben dem 1954 eröffneten Krankenhaus in Schongau. Darüberhinaus beteiligten sich ein Bankhaus und die Geschwister Hafenmeier an der Finanzierung des Hauses, dessen Grundsteinlegung ein Dreivierteljahr nach dem Beschluss im Kreistag kurz vor Weihnachten 1961 war. Im Juli 1964 schließlich konnten die ersten Bewohner in das mit 55 Unterkünften ausgestattete Heim ziehen. 

Eine Besonderheit damals schon war die hohe Zahl der Einzelzimmer, die die Hälfte der Zimmer ausmachte. Standard waren damals noch Doppelzimmer. „Unser Haus wurde gegründet, als viele unserer Mitarbeiter noch nicht geboren und viele unserer jetzigen Bewohner gerade Mitte 20 waren“, sagte Jochner-Weiß. In den vergangenen Jahrzehnten hätten sich die Rahmenbedingungen rasant verändert. Man benötige aufgrund des gestiegenen Durchschnittsalters der Heimbewohner eine viel intensivere Pflege. 

Armin Schwarz, Leiter des Pflegeheimes merkte an, dass die Pflege im Haus mittlerweile so gut sei, dass viele Bewohner in ihrer Pflegestufe herabgestuft werden könnten. Auch träfen hier viele nochmals einen Partner, mit dem sie ihren Lebensabend verbringen könnten.

 Für Thomas Lippmann, Geschäftsführer des Krankenhauses, galt es, neben den Mitarbeitern auch den Angehörigen zu danken. Immerhin trügen sie zum Erfolg bei, indem sie sich für das Marie-Eberth-Haus entscheiden würden. Für die Mitarbeiter wiederum sei es mehr als nur ein Nine-to-five-Job, sie würden ihre Arbeit quasi leben und machten damit das Altenheim zur Heimat für seine Bewohner. 

Was übrigens auch der medizinische Dienst der Krankenkassen MDK bestätigt, der dem Marie-Eberth-Heim die Note 1,1 ausgestellt hat. Ohnehin sei diese Heim von seiner Lage her einmalig, so dicht beim Krankenhaus. Die Bewohner würden von diesem Mehr an Sicherheit profitieren. 

Zukünftig geht es laut Lippmann darum, die Bewohner des Heimes noch mehr zu integrieren. So schwebt dem Geschäftsführer der Krankenhaus-GmbH eine Art Gesundheitscampus vor, auf dem alle Einrichtungen mit kurzen Wegen erreichbar sind. So könne man den Synergieeffekt der verschiedenen Einrichtungen besser nutzen, auch was die Küche oder die Reinigung der Objekte angehe.

Oliver Sommer

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