Markante Sprüche – DGB-Chef Fritz Schösser setzt klare Ziele fest beim Neujahrsempfang

Einer flammenden Rede beiwohnen konnten die vier Bürgermeister von Schongau, Peiting, Altenstadt und Hohenfurch, denn der Bezirksvorsitzende des DGB Bayern, Fritz Schösser, war in den Schongauer Rathaussaal gekommen. Grund: Der mittlerweile zur Tradition gewordene Neujahrsempfang der Gewerkschaften im DGB und der Bürgermeister.

Seit zehn Jahren findet das Neujahrstreffen im Wechsel in einer der vier Gemeinden statt. Mit DGB-Bayern-Chef Fritz Schösser konnte heuer ein versierter Fachmann gewonnen werden, der in seinem Vortrag gleich klarstellte: „Der DGB ist entschlossen, die sozialen Errungenschaften und das, was vom Sozialstaat noch übrig geblieben ist, engagiert, kraftvoll und selbstbewusst gegen neoliberale Angriffe zu verteidigen.“ Die Bundesregierung, besonders der Koalitionspartner FDP, bringt das Blut des Gewerkschaftsbosses in Wallung. „Dass man den Hoteliers Weihnachtsgeschenke macht, den Banken Milliarden überreicht, aber an die Sozialversicherungsbeiträge herangehen will, ist doch ein politischer Skandal erster Ordnung“, wetterte Schösser, der auch sonst kein Blatt vor den Mund nahm: „Es wird doch kein Schuh daraus gemacht, wenn wir den Reichen das Geld in den Hintern stecken und dann den Beschäftigten bei den Kommunen sagen, wir haben kein Geld, um sie für ihre Arbeit vernünftig entlohnen zu können“, erklärte Fritz Schösser. Der Gewerkschaftschef verwies darauf, dass die Krise, die nun ins dritte Jahr komme, am Arbeitsmarkt noch nicht angekommen sei, allerdings mit einem drastischen Anstieg der Arbeitslosenzahlen gerechnet werden müsse. Der Staat sei schlecht beraten, jetzt noch Steuergeschenke zu verteilen. „Der Klügere darf nicht nachgeben! Denn wenn die Klügeren nachgeben, wird Deutschland von den Dummen regiert“, urteilte Schösser, der sich gegen eine Lockerung des Kündigungsschutzes, gegen einen „Casino-Kapitalismus“ und für eine weitere Beteiligung der Arbeit- geber an der Sozialversicherung und für Mindestlöhne aussprach. „Was ist denn das für ein Typ“, fragte ein Mann mit roter Krawatte und grauem Anzug die Anwesenden, und die Antwort folgte auf dem Fuße: es war der designierte DGB-Vorsitzende der Region München, Christoph Frey, der sich den anwesenden Gewerkschaftsmitgliedern, Bürgermeistern, Gemeinde- und Stadtratsmitgliedern vorstellte. Im Zuge einer Organisationsreform beim DGB wurden im November die Regionen München und Oberland zusammengelegt. Noch-DGB-Regionsvorsitzender Manfred Neupfleger wird im April kommenden Jahres aus seinem Amt ausscheiden und der junge Gewerkschafter Frey übernimmt dessen Posten.

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