"Flurbereinigung" unter Nachbarn

Wo Peiting schrumpft

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Nachdem die Ortsumgehung Hohenpeißenberg (im Bild die Anschlussstelle West) fertiggestellt ist, soll eine kleine Flurbereinigung folgen. Die Straße soll künftig auch Grenzverlauf zu Peiting sein.

Peiting/Hohenpeißenberg – Die flächengrößte Kommune im Landkreis Weilheim-Schongau schrumpft ein wenig. Die Marktgemeinde Peiting, 7.516 Hektar groß, wird in der östlichen Flur an der neuen Umgehungsstraße Gebiet an Hohenpeißenberg abtreten. Aber sie bekommt vom Nachbarn auch was – wenn auch nicht ganz so viel.

Durch die beabsichtigte Grenz­änderung, die das Vermessungsamt Weilheim anstößt, wird eine Fläche von knapp 14.000 Quadratmetern von Hohenpeißenberg aus- und nach Peiting eingegliedert. Im Gegenzug soll an zwei Stellen direkt an der Umgehungsstraße eine Fläche von knapp 34.000 Quadratmetern, die bisher dem Markt Peiting gehört, Hohenpeißenberg zugeschlagen werden.

Unterm Strich tritt Peiting somit knapp 20.000 Quadratmeter oder knapp zwei Hektar ab. Damit wird das Gebiet der Marktgemeinde künftig 7.514 Hektar groß sein. Freilich liegt sie im Landkreis Weilheim-Schongau flächenmäßig nach wie vor mit Abstand vor Steingaden (6.400 Hektar) oder der Kreisstadt Weilheim (5.550 Hektar). Gebietsmäßig deutlich kleiner sind eh die Nachbarn von Peiting: Die Stadt Schongau hat 2.135 Hektar, die Gemeinde Altenstadt 1.867 Hektar.

Die Peitinger können das leichte Schrumpfen verschmerzen. So haben die Räte neulich dem Beschluss zugestimmt, dass man das Verwaltungsverfahren für die Änderungen veranlasst. Geschäftsleiter Stefan Kort hat darauf hingewiesen, dass in Folge einer Vermessung der Umgehung Hohenpeißenberg die Gemeindegrenze innerhalb gleich bewirtschafteter Flächen verlaufe und daher vor Ort nicht mehr zu erkennen sei.

Künftig soll die Gemeindegrenze klar ersichtlich entlang der neuen Bundesstraße bzw. der Gemeindestraße im Westen Hohenpeißenbergs verlaufen, damit sie kartenmäßig klar festgelegt und auch vor Ort erkennbar ist. Das würde auch den Grundsätzen entsprechen, wie sie in der Bekanntmachung über kommunale Namen, Hoheitszeichen und Gebietsänderungen fixiert sind.

Gemeinderat Gerhard Heiß (CSU), er ist auch Ortschronist, erinnerte daran, dass Peiting schon früher ein Areal an Hohenpeißenberg abgegeben habe. Damals habe es sich sogar um bebaute Flächen gehandelt. Auf die Grundsteuer habe die aktuelle Änderung „mit Sicherheit keinen Einfluss“, ergänzte Heiß, der früher beim Finanzamt beschäftigt war.

Andreas Barnsteiner (Bürgervereinigung) wertete die Änderung als „reine Flurbereinigung und nix anderes“. Humorvoll fügte er hinzu, dass die Hohenpeißenberger von Peiting schon das Wasser sowie das Weihwasser bekämen – und jetzt noch ein Stück Flur von uns. Wie er das gemeint hat? Das Wasser steht für die gemeinsame Versorgung mit dem kostbaren Nass und das Weihwasser für den Pfarrverband Peiting-Hohenpeißenberg, den es seit mehreren Jahren gibt.

"Unter Nachbarn"

In Hohenpeißenberg haben sich die Räte im Bauausschuss bereits vorab mit der „Flurbereinigung“ befasst; nach der Sitzung in Peiting wird das Thema nochmals im Gemeinderat aufgerufen. Bürgermeister Thomas Dorsch sieht das so: Das Ganze werde „unter Nachbarn“ geregelt.

Der Hohenpeißenberger Rathauschef verweist darauf, dass über Änderungen an der Umgehungsstraße hinaus weitere kleine „Altlasten“ beseitigt werden, die auf die Zeit der Gebietsreform in den Siebzigerjahren oder auf noch früher zurückgehen. Damit meint er z.B. den Wegeverlauf einer Peitinger Straße auf Hohenpeißenberger Gemarkung. Wenn die Änderungen jetzt nicht gemacht würden, dann verschwinde das wieder in einer Schublade. Dorsch abschließend: „I find’s a guate Sach‘.“

jj

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