Gutachten liegt vor

Peiting: Verkehr beruhigen statt aussperren

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Die Straßen rund um den Hauptplatz Peitings leiden unter immer mehr Verkehr. Ein Verkehrsgutachten schlägt nun vor, nur den Schwerlastverkehr auszusperren. Foto: Sommer

Peiting – In einer Sondersitzung hat sich der Marktgemeinderat Peiting mit dem Verkehrsgutachten des Münchner Büros Transver beschäftigt. Diese schlägt vor,  den Verkehr im Zentrum zu beruhigen und nicht auszusperren.

Ausführlich legte der Diplomingenieur Ralf Engelhardt die Ergebnisse seiner Untersuchungen dar. Dabei ging es unter anderem um die Verkehrsströme im Ort, den Ziel- und Quellverkehr sowie um die Frage, ob eine  Verkehrsspange eine Entlastung brächte, wie man ein Wohngebiet anbinden könnte und wie sich der LKW-Verkehrs zu und von UPM in Schongau auf Peiting auswirkt. Und hier waren die Antworten, die Engelhardt fand, durchaus ernüchternd.

Der Verkehrsplaner hatte Datensätze von automatischen Zählstellen zugrunde gelegt und Zellen aufgebaut, die Ziel und Ursprung des  Verkehrs darstellten. Dabei musste Engelhardt in der Mehrheit konstatieren, dass Fahrzeuge, im Zentrum Peitings aus Weilheim oder Schongau kommend, auch nach Peiting wollten. Oder umgekehrt, Fahrer von Peiting nach Schongau oder Weilheim. Dass also großräumige Umfahrungen in der Mehrzahl der Fälle gar nicht möglich seien. Was sich allerdings im Westen Peiting schon wieder differenzierter darstellt, wenngleich Spangen, wie man sie für das Wohngebiet Bachfeld angedacht hatte, nicht ratsam wären. Neben dem Flächenverbrauch brächten sie nicht die gewünschte Entlastung, sondern würden nur die Belastung verlagern. 

Als wichtiger erachtete Engelhardt den Bau von Rad- und Fußwegen, um den Bürgern Alternativen zum Auto zu bieten. So sei etwa erwiesen, dass zu Fuß gehende Einkäufer den selben Effekt für Supermärkte erbrächten wie Autofahrer. Während letztere einmal pro Woche einen großen Einkauf erledigten, machten dies Fußgänger alle zwei Tage. 

Was den Verkehr um den Hauptplatz angeht, empfahl Engelhardt den Räten, diesen nicht auszusperren, was letztlich nur zu einer Verlagerung in andere Straßen führen würde. Vielmehr sollte man ihn ausbremsen mit Tempozonen und Rechts-vor-Links-Regelungen. Den Schwerverkehr könne man über die Umwidmung der Straßen aussperren, war sich die Verwaltung sicher, während Tonnage-Begrenzungen vom Landratsamt immer wieder kassiert würden. 

Man könne damit zwar nicht die Zahl der Fahrten verringern, das Gros gehe ohnehin auf Kosten von Lieferfahrzeugen, so Engelhardt. Aber man könnte die wirklich schweren Laster fernhalten. Mit diesen drei Punkten, dem Bau von Fuß- und Radwegen, einer Verkehrsberuhigung sowie Tonnagegrenzen ließe sich, so Ralf Engelhardt, das Verkehrsproblem in Peiting angehen. Dies auch vor dem Hintergrund der Verkehrsprognosen bis zum Jahr 2025. 

Das alles seien Ergebnisse, die jeder Peitinger kenne, befand Peter Ostenrieder in der anschließenden Diskussion. Es sei jetzt am Gemeinderat, endlich ein Signal zu setzen und endlich etwas zu tun. Vor allem in der Vorfahrtsregelung sah Ostenrieder ein probates Mittel. Dazu merkte Gemeinderat Herwig Skalitza an, dass man schon vor 22 Jahren ein solches Gutachten bekommen habe. Bedenke man den jährlichen Zuwachs des Verkehrs von fünf Prozent, sei man wieder da, wo man seinerzeit ohne Umgehungsstraße gewesen sei. Man müsse deshalb unbedingt die Aktive Ortsmitte mit einbinden für die Planungen. Allerdings konnte Skalitza keine Vorteile der Rechts-vor-links-Regelung erkennen. Die Autofahrer würden nicht akzeptieren, wenn sie auf einer bisherigen Vorrangstraße plötzlich auf einbiegenden Verkehr achten sollten. Im Resümee zeige sich Bürgermeister Michael Asam überzeugt, dass man mit den Vorschlägen arbeiten könne. Dazu soll jetzt die Verwaltung Vorschläge erarbeiten. gau

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