Mehr Platz zum Relaxen

So könnte das neue Saunaland im Plantsch nach der Erweiterung aussehen. Noch existiert allerdings erst eine Grobplanung. Grafik: Plantsch

Vor zehn Jahren öffnete das Saunaland im Plantsch zum ersten Mal seine Pforten für die Besucher. Seitdem zieht das Wellnessangebot Jahr für Jahr mehr Anhänger an – um über 50 Prozent legten die Zahl der Besucher sowie der Umsatz seit der Eröffnung zu. Was Badleiter Andreas Kosian auf der einen Seite freut, sorgt auf der anderen Seite für Kapazitätsengpässe. Längst reicht der Platz vor allem an den Wochenenden nicht mehr aus. Seit längerem plant das Kommunalunternehmen daher an einer Erweiterung. Jetzt gab der Stadtrat grünes Licht.

Zuvor hatte Kosian den Räten noch einmal anschaulich die Gründe dargelegt. Schon jetzt müssten Gäste lange auf eine freie Liege warten, und auch vor der Sauna bilde sich vor einem Aufguss eine regelrechte Warteschlange, berichtete der Badleiter. „Ich trau mich schon gar keine Werbung mehr zu machen.“ Sollte zudem einer der Mitbewerber in der Umgebung schließen, das Erlebnisbad Wellenberg in Ober-ammergau etwa stehe seit Jahren zur Disposition, „dann zerreißt es uns.“ Rund 850000 Euro soll die Erweiterung nach aktuellem Stand kosten, Geld, das laut Kosian gut investiert wäre. Größer und attraktiver verspreche schließlich auch mehr Besucher und mehr Einnahmen, rechnete er vor. Zumal die Konkurrenz nicht schläft. In Kaufering, Kempten und Schwangau bauten die Betreiber zuletzt ihr Angebot aus. Langfristig geht Kosian durch die Erweiterung von einem Anstieg der Gästezahl um 50 Prozent aus. Davon könnte neben dem traditionell defizitären Schwimmbad auch die Gastronomie profitieren. „Saunabesucher geben mehr Geld aus als der Durchschnittsbesucher“, erklärte Kosian. Eine erste Grobplanung hat der Badleiter bereits von einem lokalen Planungsbüro anfertigen lassen. Demnach sollen zwei neue Massageräume, ein Ruhehaus mit Relax-Liegen, eine große Aufguss-Sauna mit echtem Kaminfeuer, sowie eine Himalaya-Salzgrotte entstehen. Dazu kommen Dusch- und Sanitäranlagen und ein Naurschwimmteich im Sauna-garten. Letzterer erhält zudem eine größere Liegewiese. Für die höhere Anzahl an Gästen wird der Umkleidebereich um 40 auf 80 Schränke erweitert. Um auf dem Gelände Platz zu schaffen, müssen allerdings fünf Bäume weichen. Diese könnten aber im Freibad wieder aufgeforstet werden, so Kosian. Trotz der Vergrößerung will der Badleiter den familiären Charakter des Saunalands so gut es geht wahren. „Die kleine, heimelige Sauna war bislang ein Alleinstellungsmerkmal, da müssen wir aufpassen“, weiß Kosian, der beim künftigen Eintrittspreis auch an jene denkt, die das Angebot mehrmals pro Woche nutzen. Eine Erhöhung dürfe daher nur gemäßigt ausfallen. Um die nötigen 100000 Euro Mehrkosten pro Jahr zu stemmen, reiche es aus, den Eintrittspreis um 1,50 Euro anzuheben, sollten die Besucherzahlen um 18,7 Prozent steigen, hat Kosian berechnet. Geht es nach dem Badleiter, könnten die Bauarbeiten bereits im kommenden Sommer beginnen und die erweiterte Sauna im Herbst 2012 in Betrieb gehen. Bei den Räten stießen die Erweiterungspläne parteiübergreifend auf breite Zustimmung. Das Bad sei auch für Firmen und ihre Mitarbeiter ein wichtiger Standortfaktor, betonte Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl. Sorgen machte ihm allerdings der Zeitplan. Noch sei nicht sicher, ob man das Projekt im Haushalt 2012 unterbringen könne. „Vielleicht dauert es ein Jahr länger.“ Man müsse jetzt „einen Schritt weitergehen“, forderte dagegen CSU-Fraktionschef Michael Eberle, zumal sich das Saunaland selbst trage und so die jetzt nötigen Ausgaben den Haushalt auf lange Sicht gesehen nicht belasten würden. Auch die SPD stehe hinter den Plänen, betonte Robert Bohrer, der es schade fände, „wenn der Ausbau wegen der aufzunehmenden Schulden nach hinten verschoben werden würde“. Einstimmig votierten die Stadträte schließlich für die Erweiterung. Ob sie bereits im nächsten Jahr kommt, hängt nun von den Haushaltsberatungen ab.

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