Mehr Sicherheit für Radfahrer

Manch Radfahrer nutzt schon jetzt die Straße am Rösslekellerberg für die rasante Abfahrt – eine gefährliche Angelegenheit. Foto: Peters

Fahrradfahren erlebt derzeit angesichts fast wöchentlich steigender Benzinpreise eine Renaissance. Immer mehr entdecken das Zweirad gerade in der Stadt als günstige Alternative zum Auto. Doch das birgt auch Gefahren, denn oft mangelt es an geeigneten Radwegen, die eine sichere Fortbewegung garantieren. In Schongau hat die CSU-Fraktion nun den schulnahen Rößlekellerberg als besonderes Übel für Radfahrer ausgemacht. In der jüngsten Stadtratssitzung forderte sie einen Grundsatzbeschluss, um die dortige gefährliche Situation bald-möglichst zu beseitigen. Neu ist das Ansinnen nicht.

Wer das erste Mal den Rößlekellerberg mit dem Fahrrad bergauf bewältigen will, dem mag die Kritik der CSU spanisch vorkommen. Das übliche blaue Schild weist auf den vom Fußweg getrennten Radweg hin, der sich abgetrennt von der Straße den Berg hinaufschlängelt. Bewusst wird die Gefahr erst, wenn man mitten im Anstieg steckt und einem der erste Radfahrer bergabsaußend entgegenkommt. Denn der Radweg auf der nördlichen Seite ist trotz seiner Enge in beide Richtungen befahrbar, jenseits der Straße existiert nur ein Fußweg. Wenn sich Bergauf- und Bergabradler begegnen, wird es also zwangsläufig brenzlig. Es ist nicht die einzige Gefahr, die Radfahrern laut CSU auf dieser Strecke droht. Denn auf ihrem rasanten Weg bergab müssen sie mehrere Hauseinfahrten und den Gartenweg queren – das Risiko eines Zusammenstoßes mit einem ausfahrenden Auto ist dementsprechend groß. „Wir beantragen daher, dass der Stadtrat einen Grundsatzbeschluss fasst, dass diese gefährliche Situation baldmöglichst beseitigt wird“, sagte CSU-Fraktionschef Michael Eberle in der jüngsten Sitzung des Gremiums und führte noch ein weiteres Argument ins Felde: „Gerade das Schulzentrum sollte aus allen Richtungen mit dem Fahrrad sicher erreichbar sein.“ Sinnvoll sei aus Sicht der CSU ein Radweg auf beiden Seiten der Straße. Was sich einfach anhört, entpuppte sich als komplizierter als gedacht. Denn ein derartiges Vorhaben könne nicht isoliert betrachtet werden, stellte Alexander Jospeh vom Bauamt der Stadt fest. So stehe zum einen im nächsten Jahr die Sanierung der Marktoberdorfer Straße an. Gleichzeitig müsse man an die Erschließung des Baugebietes „Bolzplatzes" mit Wasser und Abwasser denken, erinnerte er. Auch der Austausch der Straßenbeleuchtung samt Stromversorgung sollte bald in Angriff genommen werden. Ebenso wenig mache es Sinn, den Radweg nur am Rößlekellerberg zu erneuern. Dieser gehöre vom Schulzentrum bis zur B17 neu geplant. Dass all diese Maßnahmen ein tiefes Loch in das Stadtsäckel reißen würden, verschwieg Joseph nicht. Auf rund eine Million Euro bezifferte er die dadurch anfallenden Kosten. Kopfzerbrechen bereitete Joseph auch der geforderte zweite Radweg auf der Südseite. Dieser sei nur möglich, wenn dafür die Baumallee weiche. Praktikabler wäre deshalb – und angesichts von Geschwindigkeiten von über 30 Kilometer pro Stunde – ein Radfahrstreifen entlang der Fahrbahn, so der Bauamtsmitarbeiter. Damit rief er freilich unterschiedliche Reaktionen der Stadträte hervor. Während Robert Bohrer (SPD) eine Abholzung der Alleebäume ablehnte und deshalb den Vorschlag, die Radfahrer auf die Straße zu führen, guthieß, sprach sich Parteikollege Armin Schleich gegen den Schutzstreifen aus. „Für Kinder und Jugendliche ist es auf der Straße viel zu gefährlich“, begründete er. Barbara Karg erinnerte daran, dass es einen solchen Antrag, wie ihn die CSU nun gestellt habe, bereits zu Zellers Zeiten von der SPD gegeben habe, jedoch nie umgesetzt worden sei. „Das ist doch egal“, konterte Eberle, „jetzt ist vielleicht die Zeit richtig.“ Stephan Hild (UWV) hingegen wunderte, „dass bei einer Million Euro Kosten niemand zuckt außer dem Kämmerer.“ Es seien ja Maßnahmen dabei wie die Sanierung der Straße und der Bau der Kanalisation, „um die wir nicht rumkommen“, entgegnete Schongaus zweiter Bürgermeister Paul Huber (CSU). Ohne Fremdmittel gehe es allerdings nicht, betonte Kämmerer Werner Hefele. „Und wir werden sicher nicht alles bis 2016 schaffen.“ Für Eberle waren diese Aussichten kein Problem. „Wir müssen langfristig planen und können nicht nur beschließen, was wir im nächsten Jahr bauen.“ Gegen die Stimmen der UWV fasste der Stadtrat schließlich den von der CSU geforderten Grundsatzbeschluss.

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