Mehrgenerationenwohnen im Grünen

Bebauungsplan "Blumenschule" in Schongau aufgestellt

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Das Gelände der Blumenschule an der Augsburger Straße wird künftig überplant. Ein entsprechender Bebauungsplan wurde am Dienstag auf den Weg gebracht.

Schongau – Mehrgenerationenwohnen im Grünen könnte künftig auf dem Gelände der Gärtnerei „Die Blumenschule“ an der Augsburger Straße entstehen. So wünschen es sich die Grundstückseigentümer und fanden damit auch im Schongauer Stadtrat breite Zustimmung. Der Weg dafür ist nun mit der Aufstellung eines Bebauungsplans geebnet worden.

Die Gärtnerei liegt innerhalb der ehemaligen Lechumlaufschleife. Der Betrieb steht in den nächsten Jahren vor Umstrukturierungen, erklärte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich in der Stadtratssitzung am vergangenen Dienstag. In Folge würde wohl ein Rückbau des Bestandes und eine Umnutzung der Grünflächen erfolgen, so Dietrich weiter. Gemeinsam mit den Grundstückseigentümern wurde, in Abstimmung mit der Stadt Schongau, ein städtebauliches und landschaftsplanerisches Nutzungskonzept erarbeitet, das den bestehenden Grünzug erhalten und aufwerten sowie gleichzeitig ein gemeinschaftsorientiertes, generationenübergreifendes Wohnkonzept realisieren würde.

Dazu hat man sich in der jüngsten Sitzung Martin Okrslar, Vorstand der Maro Genossenschaft, eingeladen. Er stellte das Konzept unter der Überschrift „Mehrgenerationenwohnen an der Blumenschule“ vor. Wohnraumbedarf sei immer da, betonte Okrslar, der ähnliche Projekte beispielsweise auch schon in Weilheim und Peiting durchgeführt hat. Doch wolle er mit den genossenschaftlichen Mietwohnungen erreichen, dass die Leute raus aus der Anonymität kommen und der soziale Aspekt und das Miteinander eine größere Rolle spielen.

Durch verschiedene Wohnungsgrößen erreiche man auch einen breiten Generationenmix, erklärte der Maro-Vorstand. Zudem sei bei dem Wohnungsangebot auch für alle Einkommensstufen etwas dabei. Bei dem geplanten Wohnprojekt an der Blumenschule stellte er das „Wohnen im Grünen“ als Besonderheit heraus.

Einen Einblick, wie so etwas überhaupt aussehen könnte, gab Manuela Skorka vom gleichnamigen Planungsbüro. Ziel sei es, das Thema Garten hier zu erhalten. Eine zentrale Frage sei auch, wie man mit dem Lechumlauf und der damit gegebenen Hanglinie umgehe. Der falsche Ansatz wäre es, so Skorka, das ganze Grundstück freizuräumen und von Grund auf neu anzufangen. „Was da ist, sollten wir nutzen“, so die Stadtplanerin.

Der Landschaft untergeordnet

Vorstellen könnte sie sich eine kleinteilige, zweigeschossige Bebauung, die sich der Landschaft unterordnet. Beispielsweise könnte man mit Holzmodulen arbeiten, so ihr Vorschlag. 30 bis 35 Wohneinheiten à rund 70 Quadratmeter könnten so entstehen, wenn die sich im Osten anschließenden Grundstücke auch genutzt werden können.

Vorstellen könne sie sich auch eine autofreie Siedlung. Ein „Parkstadl“ an der Augsburger Straße könnte auf zwei Ebenen Fahrzeuge aufnehmen. Bei der Gärtnerei könnte ein Mischgebiet entstehen, welches zum Beispiel Handwerk und Handel oder auch Kinderbetreuung unterbringen könnte, so Skorka. Nach Osten hin würde die Siedlung dann immer privater werden, so die Vorstellung der Stadtplanerin.

Bei den Schongauer Stadträten kam die Präsentation sowohl Okrslars als auch Skorkas gut an. Eine „schöne Weiterentwicklung der Gärtnerei“ erkannte Kornelia Funke (CSU). Ilona Böse (SPD) wollte hingegen sichergehen, dass hier die optimale Nutzung herausgeholt wird. „Wir sollten uns das ganze Gebiet anschauen und auch die vorhandene Bebauung einbeziehen“, plädierte sie für den großen Wurf. Bettina Buresch (Grüne) freute sich über das Projekt und hofft nun, dass so etwas Schule macht und andere ansteckt.

"Ursünde" Gnettner-Areal

Mit der festen Überzeugung dem nicht zuzustimmen, war Friedrich Zeller (SPD) in die Sitzung am Dienstag gegangen. Er sei schließlich dafür, dass der Lech­umlauf frei bleiben soll. „Was soll ich sagen, es ist eine sehr moderne, gut durchdachte Planung“, gestand Zeller. „Das sollte im weiteren Verlauf aber nicht durch zu viel Nachverdichtung versaut werden“, mahnte er. Diese Bedenken konnte Buresch wiederum gut nachvollziehen, schließlich habe man beim Gnettner-Areal schon eine „Ursünde“ vor Augen, so die Grünen-Stadträtin.

Einstimmig beschloss der Stadtrat am Dienstag die Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 93 „Blumenschule“. Das weitere Verfahren übernimmt der Bau- und Umweltausschuss der Stadt. Im Bezug auf den Einwurf Zellers sagte Stephan Hild (UWV) nur: „Ich mache mir da beim Bauausschuss keine Sorgen, dass da etwas versaut wird“. 

asn

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