Die Dächer sitzen

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Bei der Dachmontage: Spengler Christian Hein (graue Jacke) und Projektinitiator Helmut Linder (grüne Jacke).

Kinsau – Helmut Linder hat es geschafft: Die künftigen Vogelschutztürme im Lech haben ein neues Dach. Der Rentner aus Hohenfurch hatte seine zahlreichen Helfer mobilisiert, am Montagfrüh konnten per Kran die Blechdächer aufgesetzt werden.

„Darauf freue ich mich schon seit November“, sagte Linder, der bei der Montage natürlich fleißig mithilft. Und sein Strahlen im Gesicht zeigt, wie sehr ihm das Wohl der Vögel am Lech am Herzen liegt. Sein Engagement für die beiden Türme des alten Lechwehrs bei Kinsau begann aber schon viel früher (der Kreisbote berichtete). Seit April 2016 setzt sich der Mann für den Erhalt der zwei frühindustriellen Gebäude ein – als Vogelschutzstation. Die Dächer waren kaputt, die Gebäude drohten zu verfallen. Linder holte dazu die Gemeinde Kinsau, Kraftwerksbetreiber Uniper, das Landrats­amt Landsberg und viele fleißige Handwerker als Unterstützer ins Boot.

Über den Winter waren die Männer fleißig: In etwa einer Woche fertigte Zimmerer ­Reinhard Schuster aus Kaltenberg die Holzkonstruktionen der beiden Dächer – unentgeltlich. Das vorgefertigte Gebälk ging per Lkw auf Reisen nach Kinsau – in die Werkstatt von Spengler Christian Hein. Der baute ein Doppelstehfalzdach aus Blech darauf. Hein brauchte ebenfalls eine Woche, verlangte auch keinen Cent dafür. Und genauso ließen sich Transportunternehmer Franz Mayrock (Hohenfurch), Kran­besitzer ­Bernhard Resch (Forst), Kranführer ­Benedikt Rohrmoser und Zimmerer ­Lorenz Fichtl (Hohenfurch) nicht lumpen: Alle konnte Linder für seine Brutstation der Wasservögel am Lech begeistern, so dass sie kostenlos mithalfen. 7.000 Euro waren vorher eigentlich für die neuen Dächer veranschlagt worden. In ehrenamtlicher Zusammenarbeit und mit Spenden wurde die Vogelstation doch noch realisiert.

Innerhalb von zwei Stunden lupften die Männer bei Nieselregen die zwei Dächer mit dem Kran auf die Türme. Später soll eine Tafel an ihr Engagement erinnern.

Auch Gerhard Däubler vom Landratsamt Landsberg war zu dem Ortstermin am Lechufer gekommen. Der Naturschutzreferent begutachtete die Dächer und die Holzschalung, die Linder für die Fledermäuse an einem Turm angebracht hatte. „Schaut gut aus“, sagte Däubler. Er lobte Linders Engagement: „Das ist wirklich außergewöhnlich.“ 

km

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