Meinung der Eltern ist gefragt – Befragung in Sachen Trägerwechsel bei den Kindergärten

Auch der Kindergarten Regenbogen, in dem Erzieherin Petra Müller die Löwengruppe leitet, steht möglichlicherweise bald unter einer neuen Trägerschaft. Foto: Jungwirth

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ANTON JUNGWIRTH, Schongau – Der Antrag der CSU-Stadtratsfraktion auf Durchführung einer Elternbefragung beschäftigte das Gremium. Hintergrund ist der mögliche Wechsel der Trägerschaft. Die ist bisher noch städtisch, könnte aber schon bald in eine private Trägerschaft übergehen. Von dem ursprünglichen Grund für den möglichen Trägerwechsel ist man im Stadtrat inzwischen wieder weiter entfernt: Das liebe Geld. Denn noch vor zwei Jahren hatte sich bei den Räten aus Sparzwängen heraus die Absicht verfestigt, dass die drei städtischen Kindergärten in eine andere Trägerschaft übergehen sollten. „Nachdem die Mehrheit des Stadtrates dafür gestimmt hat, eine Vergabe der städtisch geführten Kindergärten an private Träger zu prüfen und entsprechende Verhandlungen aufzunehmen, halten wir es für sinnvoll, auch die Eltern in diese Frage einzubinden“, erklärte CSU-Fraktionschef Michael Eberle. Mit einer anonymen Befragung solle bei den Eltern die Zufriedenheit mit dem derzeitigen Angebot und der Betreuung abgefragt werden. Generell, so argumentierte Eberle, dürfe aber nicht der Spargedanke, sondern die Qualität der Betreuung im Vordergrund stehen. „Was soll denn bei einer Befragung zum jetzigen Zeitpunkt rauskommen?“, fragte SPD-Fraktionschef Robert Bohrer in die Runde. An den Gebühren jedenfalls werde sich vorerst nichts ändern. Die seien in Schongau bei allen Trägern gleich. Besser, so argumentierte Bohrer, sei da schon eine gemeinsame Informationsveranstaltung. Eberle indes verwies auf die frühere recht knappe Abstimmung und legte nach: „Wir können nicht so tun, als wäre die Übertragung der Trägerschaft ein Klacks. Deshalb sollten wir die Eltern fragen, was sie wollen.“ Als unsinnig erachtete Stadtrat Sigi Müller (ALS) diese Befragung. „Es ist fraglich, ob sich da viele Eltern äußern werden“, bekräftigte Müller. Auch Michael Motz von der UWV sprach sich klar gegen eine Befragung zum jetzigen Zeitpunkt aus. „Das halte ich für völlig verfrüht“, sagte dieser. Ilona Böse befand, dass sich die möglichen Träger den Eltern vorstellen sollten, damit diese sich ein Bild machen könnten und sprach sich klar für eine Info-Veranstaltung aus. Klarheit in dieser Angelegenheit schaffte Bernd Liebermann von der Verwaltung, indem er auf frühere Befragungen bei den Eltern verwies. „Die größte Sorge der Eltern ist, dass die Änderung des Trägers gleichzeitig eine Änderung des Personals mit sich zieht“, klärte dieser auf. Michael Eberle indes befand, dass sich eine Info-Veranstaltung und eine Befragung nicht unbedingt ausschließen müssten. Dieser Meinung schloss sich Partei-Kollege Peter Blüml an. Zwar wurde der Antrag der CSU mit neun zu 15 Stimmen abgelehnt. Doch da die Stadt, wie Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl sagte, sowieso plane, in dieser Sache eine Befragung durchzuführen, waren Michael Eberle und seine Kollegen wieder zufrieden.

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