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Erhöhung der Gebührenordnung für Tierärzte 

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Von: Astrid Neumann

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Tierarzt
Egal ob Kuh oder Katze: Den Halter erwarten seit diesem Jahr höhere Kosten beim Tierarztbesuch. Grund dafür ist die Erhöhung der Gebührenordnung für Tierärzte. © Symbolfoto: Panthermedia/Yuri Arcurs

Landkreis – Seit Beginn des Jahres 2023 gilt eine angepasste Gebührenordnung für Tierärzte. Zuletzt wurde diese vor über 20 Jahren geändert, nun erfolgte per Gesetz eine Erhöhung. Auch wenn diese Anpassung wohl unumgänglich war, sehen Tierhalter, Landwirte und auch Tierärzte in der Region diese durchaus auch kritisch.

Tierarzt Hans Schwarz aus Peiting macht deutlich, dass es sich bei der Erhöhung der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) um ein Gesetz handelt, an das er sich halten muss. Andernfalls würden ihm Geldstrafen drohen. Die letzte Erhöhung sei lange her, besser vermittelbar wäre seiner Ansicht nach eine regelmäßige Erhöhung gewesen. Trotzdem sei sie notwendig, um kostendeckend arbeiten zu können, so der Tierarzt.

Wie viel an Mehrkosten genau auf die Tierhalter zukommen wird, kann Schwarz noch nicht genau beziffern. Bei der Kastration eines Katers sei das aber beispielsweise schon in etwa das Doppelte wie bisher, schätzt er. Bei Impfungen geht er von etwa 20 Prozent höheren Kosten für die Tierhalter aus. „Für mich ist das aber schon auch ein gewisses Dilemma“, sagt Schwarz im Gespräch mit dem Lechkurier/Kreisboten. „Es gibt Fälle, wo ich es nicht ganz gerecht finde“, verweist er beispielsweise auf ein kleines Mädchen mit seinem Hamster. „Was mach ich bei jemandem, der finanziell nicht so gut aufgestellt ist?“, diese Frage stellt sich Schwarz durchaus.

Eine direkte Erfahrung mit den gestiegenen Tierarztkosten habe er bisher nicht gemacht, erklärt auch Michael Meyer von der Schongauer Hundeschule „Dog Handling“. Ihm fehlt eher das Verständnis dafür, dass diese Erhöhung jetzt nach 20 Jahren kommt. Problematisch stellt Meyer sich das vor allem für Leute vor, die mehrere Tiere halten.

Für Landwirt Leonhard Lautenbacher aus Schwabsoien stellt die Thematik eine notwendiges Muss dar, über das man auch schlecht debattieren könne. „Da kann man nichts machen“, ist Lautenbachers Ansicht zum „Kostenfaktor Tierarzt“. Noch kann er die Erhöhung nicht einschätzen, ändern wird sich aber für ihn nichts. „Ich hab genauso für das Wohlergehen der Tiere zu sorgen“, so der Landwirt mit rund 350 Rindern.

Einziger Vorteil, den er aufgrund seiner Ausbildung habe, sei der, dass er das Krankheitsgeschehen seiner Tiere besser einschätzen könne. Ansonsten sieht Lautenbacher die Erhöhung der GOT nicht als das größte Problem. Die allgemein gestiegenen Kosten für Futtermittel oder eben Energie beträfen nun mal alle, auch die Landwirte. „Wir sitzen da nun mal alle im gleichen Boot.“

So wird das Thema im Nachbarlandkreis Landsberg gesehen.

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