Merkula wird’s schon richten - Schongauer Schockerberg bringt den Olymp ins Wanken

Der Bazi wird lebendig und erzählt aus dem Leben in einer Zeitungsredaktion. Foto: Sommer

Zwölf Aufgaben musste in der Antike Herkules erfüllen, ehe er im Olymp aufgenommen wurde. Drei galten für Merkula, ehe sie von Gottvater Franz Josef Strauß in der Runde der Unsterblichen begrüßt wurde, nachdem sie den Saustall in Italien und Griechenland ausgeräumt und den Rettungsschirm für Atlas aufgespannt hatte. Der Schockerberg von CSU und Junger Union war eine Mordsgaudi mit einem Quäntchen Wahrheit.

Sicher sein konnte keiner beim Derblecken auf dem Schockerberg, alle bekamen ihr Fett weg. Mit nur einem Schlag hatte Zweiter Bürgermeister Paul Huber das eigens für den Schockerberg gebraute Starkbier aus der Maxbrauerei angezapft. Während Huber mit dem Garmischer Landrat Harald Kühn und Ortsgruppenchefin Christine Sander das süffige Gebräu als erste verkosteten, war das Starkbier ein notwendiges Schmiermittel für die Kehlen der Darsteller, von Don Marco über das Orakel vom Schlossberg und den Bazi bis zum Göttervater Zeus. Die hatten wie immer viel zu erzählen. Zwölf Monate sind eine lange Zeit. Schongau und Umgebung liefern immer wieder prompte Steilvorlagen, wie die Idee, die Kirchen für Windkraft und Sonne zu nutzen, nach dem Motto: „Wind und Solar gibt ein gutes Kirchenjahr.“ Wobei die Windkraft merklich nachlässt, wie Don Marco in seiner Fastenpredigt feststellen musste. Bläst sie beim Steingadener Bürgermeister noch mit zwölf Beaufort, kommen beim Landrat immerhin noch sechs Windstärken an, beim Schongauer Bürgermeister aber rührt sich kaum ein Lüfterl. Und erst der bevorstehende Wahlkampf, da bräuchte es fast einen Pferdeflüsterer, findet Don Marco. Richtig deftig wurde es dann im Singspiel. So bekam das Publikum beim Schockerberg einen Einblick, welch heroischer Taten es bedarf, um die Katastrophe abzuwenden. Es kann kein Zufall sein, dass sich die Macher um Luitpold Braun die antike Götterwelt Griechenlands zum Vorbild genommen haben. Zeus alias FJS persönlich muss den Götterboten Stoiber losschicken, um „Merkula, das Ü-Ei aus dem Osten“, in Gang zu setzen. Ihre Aufgabe besteht darin, den Börsensaustall auszumisten, den Bunga-Bunga-Löwen zu erlegen und Atlas zu entlasten. Allein dessen Aufgabe, das europäische Finanzhaus zu stabilisieren, kann Merkula nur mit Hilfe eines Rettungsschirms bewältigen. Mit viel Hintersinn hatte sich Luitpold Braun des Themas angenommen, Seitenhiebe gab es beim Singspiel zuhauf und gelungene musikali- sche Einlagen, die vor allem die Stimme Merkulas (Anna Eberle) zur Geltung kommen ließen. Zum Schluss gelingt der Heroin dann doch die Aufnahme in den Olymp, wo die Unsterblichen warten mit einem Schluck nahrhaften Starkbieres.

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