Ende eines Mietverhältnisses

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Berge von Kippen, Flaschen, Zeitungen und verdorbenen Lebensmitteln. Hier hauste der Peitinger Messie.

Peiting – Schon die Bilder sind kaum zu ertragen, der Gestank unvorstellbar: Häufen von Unrat, Zigarettenstummel, Zeitschriften, Bier- und Weinflaschen türmen sich dort, wo früher ein Wohnzimmer war. Schlafstelle und Fußboden sind kaum mehr auszumachen, Wände und Toilettenschüssel mit Kot verschmiert. „Ich bin total schockiert“, sagt Karl Baier (73). Er ist Eigentümer und Vermieter der Peitinger Messie-Höhle.

Seit rund fünf Monaten war die Miete ausgeblieben, der Bewohner wiegelte im Gespräch stets ab. Als Baier keine Fußspuren mehr vor dem Anbau seiner Garage entdeckt, keimen Sorgen auf. Er öffnet die Wohnung. Sein Mieter, mittlerweile in Herzogsägmühle untergekommen, ist nicht mehr da. Wohl aber unvorstellbare Massen an Müll, die er binnen drei Jahren angesammelt hat.

„Solche Fälle erleben wir immer wieder“, berichtet Josef Hutter. Er ist seit bald 30 Jahren Vorstand des Haus- und Grundbesitzervereins Schongau Stadt und Land, der rund 580 Mitglieder zählt. Drei bis fünfmal jährlich meldeten sich Vermieter aus dem Altlandkreis bei ihm, die ihr Eigentum derart verwüstet vorfänden. „Diese Leute werden in ihrer Gutmütigkeit ausgenutzt“, entrüstet sich Hutter.

Messie richtet Chaos in Peitinger Wohnung an

Ein Bild des Grauens. In diesem Zustand fanden Waltraud und Karl Baier aus Peiting den Anbau ihrer Garage vor, den sie unwissentlich an einen Messie vermietet hatten. © Herold
Ein Bild des Grauens. In diesem Zustand fanden Waltraud und Karl Baier aus Peiting den Anbau ihrer Garage vor, den sie unwissentlich an einen Messie vermietet hatten. © Herold
Ein Bild des Grauens. In diesem Zustand fanden Waltraud und Karl Baier aus Peiting den Anbau ihrer Garage vor, den sie unwissentlich an einen Messie vermietet hatten. © Herold
Ein Bild des Grauens. In diesem Zustand fanden Waltraud und Karl Baier aus Peiting den Anbau ihrer Garage vor, den sie unwissentlich an einen Messie vermietet hatten. © Herold
Ein Bild des Grauens. In diesem Zustand fanden Waltraud und Karl Baier aus Peiting den Anbau ihrer Garage vor, den sie unwissentlich an einen Messie vermietet hatten. © Herold
Ein Bild des Grauens. In diesem Zustand fanden Waltraud und Karl Baier aus Peiting den Anbau ihrer Garage vor, den sie unwissentlich an einen Messie vermietet hatten. © Herold
Ein Bild des Grauens. In diesem Zustand fanden Waltraud und Karl Baier aus Peiting den Anbau ihrer Garage vor, den sie unwissentlich an einen Messie vermietet hatten. © Herold
Ein Bild des Grauens. In diesem Zustand fanden Waltraud und Karl Baier aus Peiting den Anbau ihrer Garage vor, den sie unwissentlich an einen Messie vermietet hatten. © Herold

„Was bringt mir eine Anzeige oder Klage?“, fragt Baier im Gespräch mit dem Kreisboten. „Der hat doch Schulden ohne Ende.“ Er befürchtet, auf den vermutlich fünfstelligen Kosten sitzen zu bleiben. Und das schon zum zweiten Mal, nachdem er vor Jahren mit einem ähnlichen Szenario konfrontiert war und 5 000 Euro in seine Immobilie stecken musste.

„Bei einem zivilrechtlichen Verfahren bekommen die Vermieter meistens Recht“, weiß Hutter. Die Prozesskosten trügen sie aber selbst, der erstrittene Schuldtitel sei oft wertlos. Denn von den mitunter heillos verschuldeten Mietern sei teils kein Cent zu bekommen. 

ras

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