Polizei ist dagegen

Nein zur Abbiegespur

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Abgelehnt: Es wird keine Linksabbiegespur am nördlichen Orts­eingang von Peiting geben.

Peiting – Weil die Polizeiinspektion dafür keine Notwendigkeit sieht, lehnen nun auch die Peitinger Gemeinderäte einmütig eine eigene Linksabbiegespur am nördlichen Orts­eingang ab. Dies zu prüfen, war vor einigen Monaten von Gemeinderat Herwig Skalitza angeregt worden. Das betrifft die Kreuzung, an der von Osten her die Kanenstraße und von Westen her die Schloßberg­straße auf die Schongauer Straße treffen.

Bürgermeister Michael Asam berichtete von Geschwindigkeitsmessungen am nördlichen Ortseingang. An sechs Tagen im Oktober sei in mehr als 2.000 Fällen die erlaubte Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern überschritten worden. Der schnellste war dort sogar mit 110 Stundenkilometer unterwegs.

Zum Thema Linksabbiegespur hat die Gemeinde auch die Polizei eingeschaltet. Im September wurde, wie Stefan Müller von der Inspektion Schongau in einer Mail schildert, eine Besichtigung der Kreuzung Schongauer Straße/Kanenstraße/Schloßbergstraße vorgenommen.

Eine eigene Spur für Linksabbieger würde dort nicht wesentlich zur Verkehrssicherheit beitragen, schreibt der Verkehrsreferent bei der Inspektion Schongau. Der Bereich sei übersichtlich; Autos, die auf die Kanenstraße einfahren, seien selten. Wenn ein Pkw dort stehen bleibe, werde dies frühzeitig erkannt. Auch bremse dies den Verkehr ortseinwärts.

Würde eine Linksabbiegespur markiert, könnte der Verkehr Richtung Ortsmitte rechts ungehindert und ungebremst passieren, gibt die Polizei zu bedenken. Zudem wird darauf verwiesen, dass sich heuer dort ein Auffahrunfall ereignete, zudem hatte ein Pkw-Lenker beim Abbiegen einen Radfahrer übersehen. 2016 war dort nichts passiert. Im Jahr 2015 kam es dort zu drei Unfällen, 2014 gab es keinen einzigen.

Weiterer Kreisverkehr

Hermann Mödl (Bürgervereinigung) meldete sich mit dem Vorschlag zu Wort, dort über einen Kreisverkehr nachzudenken. Dies halte auch mehr Lastwagenfahrer davon ab, durch Peiting zu fahren. Bürgermeister Michael Asam kommentierte: „Das kann man überlegen.“

Gerhard Habersetzer vom Marktbauamt erklärte dazu, dass eine solche Lösung wohl wegen Platzmangels ausscheide. Norbert Merk (CSU) vertrat die Ansicht, dort seien nur wenige Abbiegevorgänge zu verzeichnen. Kreisverkehre seien in Peiting zuletzt bewusst dort realisiert worden, wo vielbefahrene Straßen aufeinandertreffen (Münchner Straße und Bahnhofstraße).

Andreas Barnsteiner (Bürgervereinigung) sah einen Kreisverkehr an dieser Hauptachse Richtung Schongau skeptisch. Außerdem sagte er, dass manche Fahrzeuge sogar schnell fahren müssten – z.B. zu Einsätzen. Er denke an Rettungswagen oder an Polizeiautos. Das aber, so entgegnete Bürgermeister Asam, würde im Vergleich zu den vielen Übertretungen kaum ins Gewicht fallen. Der Rathaus­chef ist davon überzeugt, dass die Messanzeige am nördlichen Ortseingang durchaus ihre Wirkung habe. Herbert Salzmann (SPD) sinnierte darüber, das Ortsschild zu versetzen – und schränkte gleich wieder ein: Aber das würde wohl nicht genehmigt, weil weiter nördlich keine Bebauung vorhanden sei. 

Johannes Jais

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