Etwas tun oder gar nichts tun?

Was passiert mit dem Bräustadl?

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Der derzeit als Bauhofersatz fungierende Bräustadl bietet in den Augen vieler Hohenfurcher keinen schönen Anblick.

Hohenfurch – Fast so lange, wie sich der Hohenfurcher Gemeinderat im Rahmen der jüngsten Sitzung mit dem Haushaltsplan beschäftigt hatte, wurde anschließend auch über die Zukunft des ­Bräustadls debattiert. Wobei Zukunft im Falle dieses Gebäudes eher als überschaubare Zeitspanne zu verstehen ist, will doch die Gemeinde bereits seit Längerem einen adäquaten Neubau errichten, in dem der Bauhof funktionell untergebracht werden soll. Allein – es fehlt das passende Grundstück. Vorerst finden sich Gerätschaft und Material in der Bauhof-Alternative Bräustadl und viele Streugutbehälter davor – und das gefällt den meisten Hohenfurchern gar nicht.

„Der Bräuhof ist ein dominantes Gebäude unseres Ortes, und das gehört hergerichtet!“, sagte Bürgermeister Guntram Vogelsgesang. Noch vor der Sitzung in der vergangenen Woche hatte er sich dorthin aufgemacht und in Fotos festgehalten, was nun im Gremium diskutiert werden soll. Zwar habe man bereits einige kaputte Fenster repariert, aber könne der Gesamteindruck damit natürlich nicht verbessert werden. Guter Rat sei nun teuer, sagte er.

Genau das griff anschließend Gemeinderat Josef Schmidbauer (SPD) auf. Denn für ihn resultiere daraus die Frage, wieviel man in Hinblick auf den Neubau des Bauhofes nun noch in den Erhalt des Bräustadls stecken möchte. Und diese Frage beantwortete er sich gleich selbst. „So wenig Geld wie möglich!“, legte er fest. Dass es allein mit dem Weißeln der Fassade auch nicht getan sei, brachte Manfred Gornig (FW) vor. Eventuell mit Hilfe eines Sanierputzes ließe sich das Gebäude zumindest äußerlich verschönern, meinte er. Herzurichten sei in seinen Augen ebenso die Anlage um das Gebäude herum. Wenn nun aber das Gebäude wieder „schön“ gemacht werde, dann falle eben das „hässliche“ daran umso mehr auf, gab anschließend Josef Epple (FW) zu bedenken, was ihm die anwesenden Besucher der öffentlichen Gemeinderatssitzung mit einem Lachen quittierten.

Wenn man schon günstige und schnelle Abhilfe schaffen wolle, so Epple, dann gehörten seiner Meinung nach die unschönen weil zahlreichen Streugutbehälter weggeschafft, an eine andere Stelle, zur Kiesgrube zum Beispiel. Und dann? Karrt man die vielen Behälter mit einigem zeitlichen und finanziellen Aufwand dorthin und zu Beginn der Streusaison holt man sie zurück? Auch das sorgte für einiges Kopfschütteln und wiederum Gelächter im Raum.

Dass es sich in der Tat um viele Behälter handelt, genau genommen 40 an der Zahl, die sich rund um den Bräustadl scharen, konstatierten alle Gemeinderatsmitglieder. Was also tun? Ein Hochregal aufstellen, um zumindest optisch das Ganze zu bündeln? Mache das Sinn? In das Gebäude könne es jedenfalls nicht, gab Manfred Gornig zu, denn das Streugut müsse trocken gelagert werden und das gehe am besten im Freien. Das Regal könne man zumindest in den neuen Bauhof mitnehmen, sagte Markus Rieger (SPD), was ihn wiederum zur Frage führte, in welcher Zeitspanne man denn einen Bauhof bauen wolle – also wieder die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Investition.

Allein damit „die Leut’ beim Durchfahren das Bräustadl-Gebäude bewundern können“ brauche man kein so großes Aufheben machen, fasste Martin Knopp (CSU) zusammen. Noch etwas drastischer formulierte es Sieglinde Schuster (SPD): „Wir lassen jetzt alles so, wie es ist und kümmern uns lieber um den Bauhof!“, rief sie.

Dennoch griff Rathauschef Vogelsgesang noch einmal den Vorschlag Epples auf, die Streugutbehälter denn doch Richtung Kiesgrube zu bringen. Er werde in den nächsten Tagen Gespräche führen, versprach er. Schließlich einigten sich die Räte – inklusive einer Prise Uneinigkeit – darauf, zunächst vor dem Bräustadl aufräumen und notwendige Fenster- und Türreparaturen durchführen zu lassen. 

Regine Pätz

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