Schwierige Verhandlungen

Endlich Zustimmung für »Bike&Ride«-Anlage am Schongauer Bahnhof

Bahnhof Schongau Radlständer
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Das „spannende Gebäude“ im Süden des Bahnhofsgebäudes, wie Stadtbaumeister Sebastian Dietrich es nannte, könnte durch eine Sammelschließanlage, welche Platz für rund 36 Fahrräder und die Mülltonnen bieten soll, ersetzt werden.

Schongau – Verhandlungen mit der Bahn seien oft lang und schwierig, wie Bürgermeister Falk Sluyterman bei der Sitzung des Bauausschusses am Dienstag in das Thema „Bike&Ride“ am Bahnhof einführte. Doch nach intensivem Hin und Her hat die Deutsche Bahn nun einer von der Stadtverwaltung favorisierten Lösung einer solchen Anlage doch noch zugestimmt, konnte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich in der Sitzung verkünden.

Bereits 2017 hatte der Stadtrat beschlossen, dass Maßnahmen zur Aufwertung des Bahnhofsumfeldes umgesetzt werden sollten. Im April vergangenen Jahres wurden erste Planungen vorgestellt und entsprechende Beschlüsse gefasst. Der Bürgermeister wurde ermächtigt, entsprechende Verhandlungen mit der Bahn aufzunehmen. Diese haben nun endlich Früchte getragen.

Eine Radabstellanlage soll nördlich des Bahnhofsgebäudes – dort, wo sich ehemals Gleis 1 befand – errichtet werden. Bei einer Länge von rund 35 Laufmetern seien rund 69 Einstellplätze dort möglich, erklärte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich. Der Bedarf an dieser Stelle sei unstrittig. Jedoch sei eine Überdachung aus betrieblichen Gründen hier nicht möglich, so Dietrich. Die Bahn begründet das mit der „Einsehbarkeit des Bahnhofs“.

Eine besonders sichere Konstruktion zum Abstellen und Einschließen von Fahrrädern könnte mit einer sogenannten Sammelschließanlage entstehen. Diese könnte zudem südlich des Bahnhofsgebäudes einen Ersatz „für das spannende Gebäude aus den 50er oder 60er Jahren“ darstellen, wie es der Stadtbaumeister formulierte. Hier könnten in etwa 36 Räder Platz finden. Üblicherweise werde für das Einstellen eine Gebühr verlangt. Hier könnten auch die Mülltonnen, die meist dort irgendwo herum stünden und kein schönes Bild abgeben, mit aufgenommen werden.

Die Anlagen werden auf Grund der Bahn errichtet. Für die Unterhalts- und Verkehrssicherung ist allerdings die Stadt Schongau zuständig. Dietrich erwartet Investitionskosten in Höhe von rund 100.000 Euro – etwa 27.000 Euro für die Abstell­anlage im Norden, 67.000 Euro für die Schließanlage im Süden. Allerdings sei mit einer Förderung von rund 70 Prozent zu rechnen, weshalb auf die Stadt etwa 30.000 Eurovzukommen könnten, so der Stadtbaumeister.

Prinzipiell sei die Zustimmung der Bahn „sehr, sehr erfreulich“, befand Bettina Buresch (Grüne). Jedoch sei es ihrer Meinung nach für die alltägliche Benutzung inakzeptabel, dass die Abstellanlage nicht überdacht werden soll. Sie verwies auf die Radl-Ständer am Schulzentrum, welche mit einer durchsichtigen Überdachung ausgestattet sind.

Die Bahn gebe nur ihre Zustimmung ohne Überdachung, so Dietrich. „Das ist mit sehr viel Aufwand der kleinste gemeinsame Nenner“, sagte er in der Sitzung. Mehr werde man aktuell nicht erreichen. „Die Bahn sitzt da am längeren Hebel“, so Sluyterman.

Er könne die betrieblichen Gründe der Bahn nachvollziehen“, befand Alexander Majaru (SPD), der selbst schon am Schongauer Bahnhof gearbeitet hat und im Bauausschuss Ilona Böse vertrat. Glas verwittere schließlich auch. Für den Fahrdienstleiter sei eine freie Sicht jedoch unverzichtbar, um menschliches Versagen auszuschließen, so Majaru. Er regte an, drei bis fünf DB-Leihräder am Bahnhof zu postieren.

Hochzufrieden zeigte sich Kornelia Funke (CSU) mit dem Ergebnis der Verhandlungen. Besonders wichtig waren ihr dabei die Mülltonnen, die so eine adäquate Unterbringung erfahren sollen.

„Das ist überhaupt kein Luxus“, befand Winfried Schaur (UWV), der Stephan Hild vertrat. Er wollte wissen, ob man die Sammelschließanlage nicht auch in der Verlängerung etwas größer machen könnte, um mehr überdachte Plätze zu gewinnen. Das sei aufgrund der angrenzenden Stellplätze nicht möglich, so Dietrich.

Einstimmig befürwortete der Bauausschuss die Errichtung der Sammelschließanlage sowie der Radabstellanlage am Bahnhof und beauftragte die Verwaltung, die Planungen weiterzuführen und den Förderantrag einzureichen. Entsprechende Haushaltsmittel sind für das Jahr 2021 einzuplanen.

asn

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