Mit »Wumms« aus der Corona-Zeit

Spektakuläre neue Rutsche fürs Plantsch

Plantsch Rutsche Schongau
+
Die altgediente Plantsch-Rutsche wird zum Kunstobjekt. Ihre Nachfolgerin wartet mit einigen modernen Errungenschaften auf.
  • vonRasso Schorer
    schließen

Schongau – Dreimal die 44 Stufen hinauf und jedes Mal mit einem völlig unterschiedlichen Erlebnis die rund 82 Meter lange Röhre hinab – allein oder paarweise. Das verspricht die neue Rutsche, die das Plantsch erhält. 

Das Plantsch bekommt seine neue Rutsche und noch besser aus Sicht seines Chefs Andreas Kosian: Alle Gewerke blieben teils deutlich unter den Kostenschätzungen, sodass mit etwas Glück die geplanten Kosten nicht nur eingehalten, sondern voraussichtlich unterschritten werden könnten.

Das ist derzeit besonders wichtig, denn unmittelbar vor der nichtöffentlichen Sitzung des Stadtrats, in der die Vergabe der Rutsche sowie alle weiteren Gewerke erfolgte, war die Haushaltssitzung über die Bühne gegangen, in der sich das Gremium einen strikten Sparkurs auferlegt hatte. Die genaue Kostenschätzung erfährt die Öffentlichkeit voraussichtlich in der nächsten Stadtratssitzung.

An die neue Rutsche knüpft der Plantsch-Chef einige Hoffnungen: Mit ihr werde das Plantsch in eine positive Zukunft nach Corona starten. „Wir freuen uns jedenfalls riesig, dass wir mit der neuen Rutsche passend zum hoffentlich im Herbst absehbaren Ende der Pandemie mit dem berühmten ‚Wumms‘ aus der Krise herausrutschen können.“

Wählbare Szenarien

In der Ausschreibung habe sich ein für den Gast enorm attraktives, vor allem aber auch wandelbares und erlebnisreiches Konzept darstellen lassen und ein sehr erfahrener Anbieter durchgesetzt. Wandelbar ist die Rutsche für den Plantsch-Besucher insofern, als dass er selbst am Start aus drei verschiedenen Szenarien eines auswählen kann. Je nach Entscheidung werden dann Lichtszenarien und Soundeffekte in der Röhre angepasst, verschiedene riesige LED-Bildschirme unterstützen das Erlebnis, die Rutsche wird zum Geschichten­erzähler. Auch weitere Überraschungen wie ein Wasserfall können je nach Wunsch zum Einsatz kommen oder nicht, schildert Kosian. Weltraum, Tiefsee und Dschungel sind Beispiele, die er sich gut vorstellen könnte – samt virtuell zuschnappender Haie, fliegender Meteoriten und springender Tiger.

Geplant ist, dass jedes Jahr mindestens ein Szenario neu programmiert wird – Abwechslung ist damit also gegeben, der „Reiz des Neuen“ bleibe erhalten, so der Plantsch-Chef. Dabei können sich die Besucher einbringen: „Möglicherweise werden wir auch eine Art Ideenwettbewerb starten, bei dem unsere Gäste selbst Rutschszenarien anhand der vorgegebenen, veränderbaren Attraktionseinbauten zusammenstellen und uns einreichen können.“ Der Gewinner, dessen Idee auch tatsächlich umgesetzt wird, könne sich dann neben der persönlichen Benennung seines Szenarios auf einen Preis freuen. „So könnten künftig unsere Gäste ihr Schwimmbad ein Stück weit selbst mitgestalten.“

Auch eine Rutschzeit-Messanlage wird wieder installiert. „Wir arbeiten momentan auch daran, ein Foto-Finish zu realisieren, sodass die Nutzer ihr Foto zuhause kostenfrei herunterladen und ausdrucken können“, erklärt Kosian. Aktuell gelte es nur noch, das auch datenschutzkonform zu gestalten. Neu ist außerdem, dass in der neuen Rutsche künftig neben Einzelreifen auch mit Doppel-Reifen gerutscht werden kann – sich also zwei Personen gemeinsam in die Röhre wagen.

Gemäß Bauzeitenplan sollen die Arbeiten schon Anfang Mai beginnen; zunächst steht der Rückbau der alten Rutsche an. Kosians Angebot, diese kostenlos teilweise oder komplett abzugeben, war auf großen Anklang gestoßen: Zahlreiche Interessenten meldeten sich, eine Gruppe Kunst-Aktivisten wird die gesamte Rutsche abnehmen und ihr als Licht- und Kunstobjekt sowie im Anschluss in einem Kunstpark in Ostdeutschland ein zweites Leben schenken.

Die aufwändigen Sanierungsarbeiten am Baukörper – so erfolgt eine Betonsanierung am Rutschenhaus – werden bis etwa Mitte Juli dauern. „Anschließend wird der Neubau der Rutsche bis etwa Mitte August stattfinden“, erklärt Kosian. Die Restarbeiten bis zur TÜV-Abnahme sind bis Ende August beziehungsweise Anfang September einkalkuliert.

„Die neue Rutsche sollte also mit etwas Glück noch in den großen Ferien ihr Debüt geben können und in der Wintersaison der ‚Star der Anlage‘ sein“, freut sich Kosian. Da es dieses Jahr keine Revisionszeit nach den Ferien geben wird, kann die Rutsche nach der Inbetriebnahme also direkt bis ins nächste Jahr ausgiebig erprobt werden.

Zeitpunkt für Wiederöffnung unklar

Bei aller Vorfreude schwingt aber auch Wehmut mit: „Wir mussten leider die neue Realität zur Kenntnis nehmen, dass der Lockdown weiter auf Mitte April verlängert werden musste, sodass auch wir unsere Erwartungen an einen pünktlichen Saisonstart zum 1. Mai beerdigen können“, bedauert Kosian. Man werde sehen, bis wann so viel Planungssicherheit gegeben ist, dass eine Auswinterung des Freibades und der Badewelt ohne zu großes Kostenrisiko bei einer erneuten Verlängerung der Zwangsschließzeit möglich ist. „Aktuell rechne ich nicht mehr damit, dass wir vor Mitte oder gar Ende Mai starten können.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Jugendlicher von falschen Polizisten kontrolliert
Jugendlicher von falschen Polizisten kontrolliert
Höhere Gebühr fürs Wasser in Peiting
Höhere Gebühr fürs Wasser in Peiting
Neue Gaststätte in der Altenstadter Maxbrauerei 
Neue Gaststätte in der Altenstadter Maxbrauerei 

Kommentare