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„Mit Kunst über-Brücken“: Bewegt und begegnet

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Von: Rasso Schorer

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Brücke Kunst Schwabbruck Endt
Unter einer Brücke – gebaut für den Autoverkehr in einer Region, in der es um die öffentliche Verkehrsinfrastruktur besser stehen könnte – steuerte Organisatorin Sophia Endt diese Lichtinstallation bei. © Endt

Schwabbruck – Ein überaus positives Fazit zieht Sophia Endt für die Ausstellung „Mit Kunst über-Brücken“, die am vergangenen Wochenende in den Gemeinden entlang der Schönach stattfand. Dazu Anlass geben der Organisatorin nicht nur die Zahl an Besuchern, sondern auch deren an sie herangetragenen Empfindungen.

„Die Veranstaltung wurde reichlich besucht“, schildert Endt. Die Interessierten stammten aus den Dörfern selbst, dem ganzen Landkreis, dem Allgäu und sogar dem Münchener Raum. Auch dank des guten Wetters. „Ich schätze es waren tausende Radfahrer, die die Gegend erkundet haben und sich alle in und zwischen den Dörfern begegnet sind“, fasst die Organisatorin zusammen. „Es war echt großartig. Alleine die Begegnung auf der Rädern hat das Konzept mit den Verbindungsbrücken abgerundet.“

„So genau habe ich die Dörfer hier und die Umgebung davor noch nie wahrgenommen“, habe die Rückmeldung aus Endts von hier stammendem Freundeskreis gelautet. Auch eine ältere Frau sei auf sie zugekommen, weil das Event sie an all die Momente aus der Kindheit an der Brücke der Pfannenschmiede am Schwabbrucker Ortsrand erinnert habe.

Eine wahnsinnige Atmosphäre habe in der entsprechend gut besuchten alten Wirtschaft in Hohenfurch geherrscht. „Das war ein cooles Zusammenspiel aus dem Erlebnis von diverser Kunst in den Räumlichkeiten mit Fleischbank, Schlachtraum, Stube und Co und dem historischen Gebäude.“ Auch die Wal­flosse im Weiher der Hammerschmiede erlebte Endt als ein Highlight.

Sehr eindrucksvoll sei für viele auch die Installation bei den Schönachquellen mit den Rettungswesten Geflüchteter gewesen. Die friedliche und schöne Natur, derart unterbrochen von der Installation – das habe Unbehagen ausgelöst. „Das hat die Menschen, glaube ich, sehr berührt. Man hat sich gefragt, wer wohl diese Weste getragen hat.“

Vom Leben alter Menschen, die sich kaum mehr aus der Wohnung hinausbewegen, handelte die Fotoserie von Simone Stadler in Schwabbruck. „Das war auch sehr nah, das Erlebnis“, findet Endt.

„Es gab noch so viel mehr zu sehen“, so die Organisatorin. Eine riesige Holzfigur von Bildhauer Josef Lang aus Denklingen, die Boandlkramer Bridge auf einem Brückengeländer, selbstgebaute Holzbrücken von Schreinern, eine Lichtinstallation unter der B17 samt Kritik an dem Mangel an öffentlichen Verkehrsmitteln auf dem Land, das Konzert im Kulze, zählt sie einige Stationen auf. „Man hat eigentlich den ganzen Tag gebraucht, um sich die gesamte Kunst in Ruhe anzusehen. Einige waren deshalb auch an beiden Tagen unterwegs.“

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