Bauen auf die Vereine

Satzungsänderung bei der Steingadener Feuerwehr

+
Dieses neue Fahrzeug stellte die Feuerwehr in Lauterbach heuer in Dienst, finanziert durch Spenden, unter anderem von den Feuerwehrvereinen.

Steingaden – Die freiwillige Feuerwehr in Steingaden, eigentlich sind es ja fünf Ortsteilwehren, baut auf die Vereine bei der Mitgliederwerbung. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates wurde eine aktualisierte Fassung der Feuerwehrsatzung aus dem Jahr 1983 vorgestellt. Wie Bürgermeister Xaver Wörle berichtete, gehe es in erster Linie um redaktionelle Änderungen im Text der Satzung.

Unter anderem wurden Details bei der Wahl des ersten Kommandanten bzw. der ersten Kommandantin der Wehr geändert, so zum Beispiel sind auch junge Kameraden und Feuerwehrfrauen ab 16 Jahren wahlberechtigt. Vorher lag das Alter bei 18 Jahren. Auch Details im Prozedere wurden nach der Mustersatzung überarbeitet, so darf etwa ein Wahlgang in einer Sitzung der Wehr wiederholt werden.

Wichtig ist der Passus, dass die Gemeinde die Mitgliederwerbung den Feuerwehrvereinen selbst überlässt. So gibt es neben einer großen Wache mit entsprechenden Fahrzeugen in Steingaden Feuerwehren in den Ortsteilen Fronreiten, Urspring, Lauterbach und Wies. Aber nur die Wehren in Urspring, Lauterbach und Steingaden habe eigene Feuerwehrvereine, die die Arbeit der ehrenamtlichen Kameraden – mit Spenden etwa – unterstützen. In der Wies ist so eigentlich auch nur ein Anhänger, beladen mit feuerwehrtechnischem Gerät und einer Pumpe (TS 8), stationiert, um einen ersten Angriff zu führen.

Zusätzlicher Passus

Erst mit Unterstützung der Wehren aus dem Hauptort Steingaden, von wo unter anderem auch die Atemschutzträger ausrücken, kann dann das Feuer auf breiter Front bekämpft werden. So also setze man auf die Vereine in Lauterbach, das gerade mit Hilfe des Feuerwehrvereins ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug beschaffen konnte, in Urspring und Steingaden bei der Anwerbung von aktiven Feuerwehrfrauen und -männern, so Wörle. Last but not least wurde ein zusätzlicher Passus in die Satzung aufgenommen, wie man es schon bei der vorangegangenen gemacht hatte.

Schutz vor Regressansprüchen

Darin geht es um Ansprüche gegen die Feuerwehrdienstleistenden im Falle eines Schadens. Wenn also, so das Beispiel Wörles, ein Fahrzeug in den Graben fahre und die Feuerwehr dieses wieder herausziehe, können Schäden, die am dem Unfallwagen durch die Bergungsarbeiten der Feuerwehr entstehen, etwa eine abgerissene Stoßstange, nicht der Wehr oder einer konkreten Person in Rechnung gestellt werden. Ausnahme sei nur der Vorsatz bzw. die vorsätzliche Beschädigung des Fahrzeuges.

Ähnlich verhält es sich auch bei Ansprüchen an Erstretter; kommt es im Rahmen einer Hilfeleistung zu Verletzungen oder Schäden an Personen oder Gütern, so sind die Ersthelfer durch das Gesetz vor Haftungsansprüchen geschützt. Ein Ersthelfer muss sich beispielsweise nicht wegen einer gebrochenen Rippe bei der Wiederbelebung oder zerrissener Bekleidung verantworten, so lange er „in guter Absicht“ handelt. Dieser geänderten Satzung mit dem Zusatz stimmten die Räte zu.

gau

Auch interessant

Meistgelesen

Schwabsoiener Band Mary Lou rockt Festival- und Konzertbühnen
Schwabsoiener Band Mary Lou rockt Festival- und Konzertbühnen
Auf dem Lindenplatz: Parken auf eine Stunde beschränkt
Auf dem Lindenplatz: Parken auf eine Stunde beschränkt
Zwei neue Stände für den Wochenmarkt: Gemüse und Wild
Zwei neue Stände für den Wochenmarkt: Gemüse und Wild
Giftköder am Lech: Mehrere Hunde wurden vergiftet
Giftköder am Lech: Mehrere Hunde wurden vergiftet

Kommentare