In das Mittelalter eintauchen

Zehn Tage lang, bis zum Sonntag, 16. August, wird der Schongauer Marienplatz täglich von 12 bis 22 Uhr um einige Jahrhunderte zurück ins Mittelalter versetzt. Ein historisches Erlebnis, das seinesgleichen sucht. Ein Wegezoll wird nicht erhoben, nein, der Eintritt ist frei, wenn die Narren, Gaukler, Spielleute und Minnesänger musizierend und Schabernack treibend durch die Straßen ziehen. An allen Ecken laden aromatische Düfte zum Verweilen und Genießen ein. Altes Handwerk wird vorgeführt und den Besuchern fein gearbeiteter Schmuck feilgeboten.

Es gibt viel zu bestaunen auf dem 9. Historischen Markt, denn bis zum kommenden Sonntag werden die Besucher von Gauklern, Jongleuren und Schabernacktreibenden in die Zeit des Mittelalters zurück versetzt. Auch kulinarische Genüsse kommen nicht zu kurz im Herzen der Schongauer Altstadt. Erfüllt und durchdrungen von süßen Klängen war am vergangenen Wochenende die Innenstadt. 37 Drehorgelspieler und Moritatensänger aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden, gewandet in historische Kostüme, hatten sich in der Lechstadt eingefunden, um an der dritten „Umadrumdraherei“ teilzunehmen. Gut 1000 Kilometer hatten manche Teilnehmer zurückgelegt und entführten die Besucher in eine Zeit, als es weder MP3-Player noch CD-Recorder gab. „Man lernt viele Leute kennen, wenn man so unterwegs ist“, wusste der Schongauer Robert Kassebaum, Organisator des Drehorgeltreffens, denn die Anhänger dieser Musikinstrumente touren gern durch ganz Europa. Höhepunkt des Treffens waren zum einen das reine Drehor- gelkonzert mit neun Drehorgeln und zum anderen an zwei Abenden die Sommerkonzerte zusammen mit Drehorgeln, der Stadtkapelle Schongau und dem Männerchor des Trachtenvereins. Auch sonst gibt es viel zu entdecken auf dem Historischen Markt. „Eilet herbei, sehet und staunet“ heißt es täglich von zwölf Uhr bis nach 22Uhr, wenn mittelalterliche Bands, wie „The Sandsacks“, „Zackenflanke“ oder „Furunkulus – Bladilo“ auf mediävalen Instrumenten ihr Können beweisen. Für Staunen sorgt Fakir Lubo mit seiner Feuershow, wenn sich dieser wagemutig in Glassplitter legt oder riesige Feuerbälle gen Himmel schickt. Es gibt noch mehr zu entdecken: Alte Handwerkskunst, wie den Rechenmacher Lorenz, den Brillenmacher Hermann oder einen mittelalterlichen Drechsler. Für Unterhaltung sorgt Gerda mit ihrem Kniepuppenspiel, Groß und Klein können sich auf dem Rücken von Wüstenschiffen durch die Altstadt tragen lassen und das bunte Treiben von oben bestaunen. Geöffnet sind zahlreiche Buden, die die Besucher mit vor Ort frisch zubereiteten kulinarischen Köstlichkeiten anlocken. „Neu in diesem Jahr ist ein mittelalterliches Lagerleben mit Bogenschießen, das am kommenden Wochenende auf dem Bürgermeister-Schaegger-Platz stattfinden wird“, weiß der 1. Vorsitzende des Schongauer Sommer e.V., Manfred Wodarczyk. Und jetzt heißt es nur noch: Eintauchen in diese wundersame Welt vergangener Jahrhunderte.

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