Mixa feiert mit

60 Jahre Katholische Landvolkshochschule und 50 Jahre Grundsteinlegung Katholische Landvolkshochschule „Dr. Georg Heim“ in der Wies – dieses Jubiläum wurde gebührend gefeiert: Neben einer Eucharistiefeier mit dem Augsburger Bischof Dr. Walter Mixa gab es mehrere Diskussionsforen zum Thema Ländlicher Raum, sowie zahlreiche Workshops und Schnupperangebote.

Zusammen mit dem Augsburger Bischof Dr. Walter Mixa feierten viele hunderte Gläubige im Innenhof des Bildungszentrums einen Gottesdienst unter freiem Himmel. Mixa verwies in seiner Predigt auf die herausragende Bedeutung der Katholischen Landvolkshochschule Wies und sagte: „Die Landvolkbewegung ist mir ein großes Anliegen. Von hier aus ist seit 1949 viel Positives ausgegangen in Glaube, Hoffnung und Liebe. Denn im Wirken der Landvolkshochschule steht die Personenwürde, die Gleichwürdigkeit aller Menschen im Mittelpunkt.“ Zudem forderte der Bischof, dass für die Familien mehr getan werden müsse, denn es reiche nicht, nur über den Stellenwert der Familien zu reden. Mixa dankte allen, die an der Landvolkshochschule tätig sind, für deren Einsatz, der für eine ganzheitliche christliche Bildung stehe. Der Frage „Nachhaltig Land entwickeln – Welche Bildung braucht das Land?“ gingen in einem der drei Diskussionsforen Bischof Dr. Walter Mixa, der Landtagsabgeordnete Georg Winter, Landrat Dr. Friedrich Zeller, der Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes, Hans Müller, die Vorsitzende der Bildungszentren ländlicher Raum in Bayern (BZIRB), Martina Reinwald und der Landesgeschäftsführer der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) Bayern, Martin Wagner, nach. Unter der Moderation von Roman Aigner von der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) Augsburg wurde rasch klar, dass die verschiedenen Gesprächspartner recht unterschiedliche Ansätze hatten, welche Art von Bildung für das Land die richtige sei. Zusätzliche Aspekte lieferte Ministerialrätin Dr. Viktoria Lofner-Meier, die in ihrem viertelstündigen Impulsreferat verschiedene Bereiche des ländlichen Raumes ausleuchtete: Vor allem der Strukturwandel in der Landwirtschaft, verbunden mit dem Aussterben zahlreicher bäuerlicher Familienbetriebe, habe extreme Auswirkungen auf den ländlichen Raum gehabt, sagte die Ministerialbeamtin und legte Zahlen nach: „In den letzten zehn Jahren mussten 25 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern aufgeben. Waren es 1999 noch 160000 Betriebe, so sind es heute gerade noch 117000 Betriebe “, wusste Lofner-Meier. Doch das größte Problem – und darin waren sich alle Diskussionsteilnehmer einig – stellt der demographische Wandel dar. „Dass bei uns immer weniger Kinder geboren werden stellt uns vor immer größere Probleme“, sagte die Referentin. Dabei birgt der ländliche Raum durchaus wichtige Ressourcen: Den Zusammenhalt in der Bevölkerung, Kultur, Tradition und Heimat, viel frische Luft und natürlich die Bildung, befand Viktoria Lofner-Meier. Gerade die Bildung müsse allerdings als Alltagskompetenz verstärkt ausgebaut werden, wobei auch die soziale Kompetenz nicht vernachlässigt werden dürfe. Die Forumsteilnehmer sahen zwar die herausragende Bedeutung von Bildung für die ländliche Bevölkerung, brachten allerdings auch deutliche Kritikpunkte zum Ausdruck, wie beispielsweise Landrat Dr. Zeller: „Der Staat muss für eine sichere Schulpolitik sorgen. Doch diese Bildungspolitik ist nicht sicher“, beschied dieser und verwies auf die Teilhauptschule Altenstadt, die erst vor wenigen Jahren für Millionen an Steuergeldern saniert wurde und jetzt leer steht. Für eine bessere Beratung der Landwirte, gerade in betriebswirtschaftlicher Sicht, machte sich der Vertreter des Bauernverbandes, Hans Müller, stark und Landtagsabgeordneter Georg Winter sprach sich für einen raschen Breitbandausbau auf dem Land aus. Den rund 1500 geladenen Gästen und Besuchern hat der Tag gefallen, neben einem reichhaltigen kulturellen Angebot und einer guten Verkostung aus der hauseigenen Küche konnten diese sich über das vielfältige Bildungsangebot der Landvolkshochschule informieren, und zugleich an zahlreichen Workshops, die vom Gedächtnistraining über Tanzen mit Kindern und Kalligraphie bis hin zum Basteln von Geldbeuteln aus Tetra-Packs reichten, teilnehmen.

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