Künftig Stahlkonstruktion

Mobilfunkmast am Schnaidberg: Höher als der Kirchturm

Blick von der Anhöhe bei Kurzenried hinüber zum Schnaidberg, wo der bisherige Mast aus dem Wald herausspitzelt. Der neue Turm wird vier Meter höher.
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Mal aus ungewöhnlicher Perspektive fotografiert: Blick von der Anhöhe bei Kurzenried hinüber zum Schnaidberg, wo der bisherige Mast aus dem Wald herausspitzelt. Der neue Turm wird vier Meter höher.

Rottenbuch – Mit 67 Metern ist der Rottenbucher Kirchturm nicht nur der höchste im Landkreis Weilheim-Schongau, sondern überhaupt das höchste Bauwerk im Schongauer Land, wenn man den Kamin am Kraftwerk der Papierfabrik außer Acht lässt. Der Mobilfunkmast auf dem Schnaidberg mit seiner einzigartigen Holzkonstruktion misst 66 Meter. Doch der wird bald abgebaut. An gleicher Stelle wird dann eine Stahlkonstruktion aufgerichtet. Und die ragt sogar 70 Meter auf.

Schade, dass der Masten aus Holz verschwinde und mitten im Forst ein Stahlgerüst errichtet werde: Das sagte Gemeinderat Andreas Barnsteiner, als sich der Peitinger Bau- und Umweltausschuss mit der Errichtung des neuen Mobilfunkmasten befasste und dem Bauantrag zustimmte. Als Waldbauer finde er so was „deprimierend“.

Der bestehende Mast befindet sich auf dem Schnaidberg noch auf Peitinger Gemarkung. In der Nähe verläuft die Flurgrenze zur Gemeinde Rottenbuch. Er wurde im Jahr 2002 errichtet. Zwischen den hohen Bäumen im Wald und mit seiner hölzernen Konstruktion wirkt er beim Anblick vergleichsweise dezent.

Genutzt wird er vom Mobilfunkunternehmen Vodafone; auch der Digitalfunk Bayern „hängt“ mit dran. Gemeinderat Thomas Elste (Grüne) fragte nach, ob mit dem neuen Mast eine andere Nutzung vorgesehen sei. Dazu antwortete Bürgermeister Peter Ostenrieder, wenn man neue Frequenzen auf der Sendeanlage installiere, „werden wir informiert“.

Inzwischen ist die Holzkonstruktion – die montierte Technik nutzt Vodafone als Richtfunk für die Region – 18 Jahre alt. Damals war das Grundstück auf dem Schnaidberg unter der Bedingung zur Verfügung gestellt worden, dass der Sendemast aus Holz und nicht aus Stahl gebaut wird.

Die damals beauftragte Firma schildert in einem Aufsatz, dass Douglasienholz genommen wurde. Der Mobilfunkturm habe sich auch bei Sturmereignissen bewährt. In der Ausschreibung war vor 20 Jahren verlangt worden, dass der Mast für eine minimale Nutzungsdauer von 30 Jahren auszulegen war.

In der Höhe ist die Konstruktion wohl kaum schadhaft. Anders ist das am und im Boden. Da setzen wohl starke Ameisenpopulationen im Lauf der Zeit dem Holz zu.

Marktbaumeister Fabian Kreitl erklärte im Bauausschuss, dass der neue Mast einige Meter höher werde als der bisherige. Das sei von Vorteil „für guten Empfang“.

Johannes Jais

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