Filiale in der Schongauer Altstadt

H&M und C&A sagen ab

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Klaus Kirstein (li.) und Stadtbaumeister Ulrich Knecht in den leerstehenden Erdgeschossräumen des ehemaligen Gonizianer-Hauses in der Weinstraße.

Schongau – Die Filiale einer großen Modekette in der Schongauer Altstadt: Seit Klaus Kirstein im vergangenen Jahr das leerstehende Gonizianer-Haus in der Weinstraße erwarb, schossen die Spekulationen über einen derartigen Coup ins Kraut. Doch jetzt haben die Hoffnungen einen argen Dämpfer erlitten: Sowohl C&A als auch H&M haben abgesagt.

Die Enttäuschung darüber sitzt tief bei Kirstein. Das konnte der Geschäftsführer des gleichnamigen Musikhauses am Montag nicht verbergen, als er in den leeren Räumen den aktuellen Stand vermeldete. Kein Wunder, hatte doch zuletzt viel darauf hingedeutet, dass es doch noch was werden könnte mit der von allen Seiten gewünschten Filiale eines großen Modekonzerns mitten in der Innenstadt. Am aussichtsreichsten hätten sich die Verhandlungen mit H&M gestaltet, berichtete Kirstein, der gemeinsam mit der Stadt alles getan habe, um die Bedingungen des Konzerns zu erfüllen. Und diese hatten es durchaus in sich. 

Neben Ladezone und Parkplätzen forderte der Moderiese für seine Filiale 1600 Quadratmeter Fläche. Da Erdgeschoss und erster Stock, in denen einst der Discounter Lidl und Mode Vögele untergebracht waren, nur 750 Qudaratmeter ergeben hätten, begann die Suche nach mehr Platz. Fündig wurde Kirstein im angrenzenden ehemaligen Schlachthaus der Firma Boneberger und im Keller, den der Vorbesitzer einmal zur Kneipe hatte ausbauen wollen, jedoch nicht über den Rohbau hinausgekommen war. 

Vor vier Wochen reichte Kirstein die ausgearbeiteteten Pläne bei H&M ein, woraufhin sich Vertreter der Modekette zwei Tage lang vor Ort ein Bild machten. Das Ergebnis war für Kirstein ernüchternd. „Sie haben leider abgesagt, weil es keinen anderen Topfilialisten in der Altstadt gibt“, teilte der Geschäftsführer mit. Mit dem selben Arguement hatte sich zuvor schon C&A aus den Gesprächen zurückgezogen, so Kirstein. „Keiner will den Anfang machen.“ Ein Teufelskreis. 

Wie geht es jetzt weiter? Diese Frage hat sich natürlich auch der Hausbesitzer schon gestellt. Einen Supermarkt könne er sich sehr gut an dieser Stelle vorstellen, sagte er, denn dieser fehle in der Stadt. Doch auch in diesem Bereich herrscht Skepsis bei den Unternehmen, ob sich der Standort für eine Filiale rentiert. Norma und Feneberg haben Kirstein bereits abgesagt. Der will sich dadurch nicht entmutigen lassen. „Natürlich habe ich mir das einfacher vorgestellt“, gab er zu. 

An Ideen mangelt es ihm nicht. Im ersten Stock etwa könnte eine Arztpraxis entstehen, die fast fertige Kneipe im Keller wäre mit wenigen Handgriffen in einen ansehnlichen Gastronomiebetrieb zu verwandeln. Für beide Ansätze gebe es bereits Interessenten, sagte Kirstein, betonte aber auch: „Priorität hat nach wie vor das Erdgeschoss. Sollte der erste Stock und Keller durch dessen Mieter nicht gebraucht werden, kann man sich immer noch über eine andere Nutzung unterhalten.“ Christoph Peters

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