22. Mühlentag in Schwabsoien

Hämmern, bohren, sägen

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Die Gebrüder Kink von den Bulldogfreunden aus Pflugdorf mit ihrer Zwei-Mann-Motorsäge aus dem Jahr 1963.

Schwabsoien – Beim 22. Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag gab es in der Schönachgemeinde Schwabsoien viel zu sehen. Ob Hammerschmiede, Mahl-, Keller- und Sägemühle, Pumpenhaus, Kohlenmeiler, Minikraftwerk und das Schönach Quellgebiet: Etliche tausend Besucher, angereist aus allen Himmelsrichtungen, konnten sich davon überzeugen, wie schwer die Bewohner im Mühlendorf früher schuften mussten.

Von der kostenlosen Werbung mal ganz abgesehen ist der Mühlentag für die 1300 Einwohner zählende Schönachgemeinde der Beweis einer lebendigen Dorfgemeinschaft. Der Ort ist geprägt von dem kostbaren Gut, das Mutter Natur den Menschen, Tieren und Pflanzen zum Überleben gegeben hat – dem Wasser. Für das Dorf übernimmt die Schönach eine wichtige Rolle. Früher wenigstens. An ihrem Ufer hatten sich gewerbliche Betriebe angesiedelt: Mühlen mahlten seit dem Mittelalter nicht nur Korn, sondern hämmerten, stampften, schnitten und schliffen, wälzten und sägten. 

Für Bürgermeister Sigi Neumann ist es immer wieder bewundernswert, wie sich die örtlichen Vereine für das Mühlendorf engagieren. Diesmal waren es gleich zehn Kenner der Geschichte Schwabsoiens, die den ganzen Tag über die Gruppen von Station zu Station führten. In diesem Jahr hat Schwabsoien mit der mittlerweile 600 Jahre alten Hammerschmiede, der wohl ältesten Schmiede in Deutschland, übrigens ein besonderes Jubiläum zu feiern.

Gleich drei Schmiedemeister demonstrierten in der Schmiede von Pete Götz mit historischen Werkzeugen ihr Schmiedekunst. „Deichelbohren“ demonstrierte beeindruckend Georg Bayr. Und erklärte auch gleich die Vorteile: „Die gebohrte Leitung im Baumstamm verrostet nicht und ist keimfrei.“ Das Geheimnis, wie es möglich ist, die Leitung kerzengerade durch den Baumstamm zu bohren, wolle er eigentlich nicht preisgeben. „Es sei denn, Ihr sagt’s nicht weiter.“ 

Die Brüder Kink von den Bulldogfreunden aus Pflugdorf, sägten mit der Zwei-Mann-Motorsäge (Baujahr 1963) zentimeterdicke Scheiben von mächtigen Baumstämmen ab. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten gehörten der Feg Sandhügel, das Triebwerk zur Stromerzeugung, die Ausstellung des Gartenbauvereins und des Fotoclubs Altenstadt, Kunsthandwerk und das Quellgebiet der Schönach. Sehenswerte Bulldogs, Autos und Motorräder waren beim Oldtimer-Treffen auf dem Mühlengelände zu sehen. 

Für die kleinen Besucher hatte der Förderverein Kindergarten und Schule einen Spielparcours aufgebaut, Müllers Esel war dabei zu Gast. Johann Hartmann stellte in seinem Kutschenmuseum seine neuesten Errungenschaften vor: den Utrechter Zeltwagen, den Pferde-Omnibus für elf Personen und das Dos‘ a Dos. Für die beiden Kirchenführungen waren Miriam Seelos und Hubert Lederle zuständig. Musikalisch begleitet wurde der Tag von der Schwabsoier Musikkapelle.

wk

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