Musizieren in der Corona-Zeit:

Schongaus "Hunger nach Kultur"

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Pfarrer Jost Herrmann, Staatsminister a.D. Thomas Goppel, Musikschulleiter Marcus Graf und Bürgermeister Falk Sluyterman (am Tisch, v. links) unterhielten sich mit Moderator Morten Faust (grüne Weste) über das aktuell eingeschränkte kulturelle Geschehen.

Schongau – Sonntags nach der Kirche auf ein Bier ins Wirtshaus, wo sich Bürgermeister, Pfarrer, Musiker und Landespolitiker über aktuelle Themen unterhalten. An die Stammtischtradition will das Schongauer Brauhaus erinnern, das am Sonntag seine zweite derartige Diskussionsrunde anstieß. Das Thema diesmal: Gemeinsam Musizieren in Corona-Zeiten.

Der erste Stammtisch sei ein riesiger Erfolg gewesen, zieht Brauhaus-Brauer und -Mälzer Stephan Albrecht sein Fazit. Gemeinsam mit Moderator Morten Faust hatte Sophia

Albrecht diesmal Dr. Thomas Goppel, Staatsminister a.D. und Vorsitzender des Musikrat e.V., Marcus Graf, Leiter der Musikschule Schongau, Bürgermeister Falk Sluyterman, sowie den Pfarrer der evangelischen Kirche Schongau Jost Herrmann eingeladen.

"Natürlich ein Problem"

Wie kann ein Musiker und vor allem eine Musikgruppe, wie eine Kapelle oder eine Band, ihrer Kunst nachgehen, wenn man sich nicht mehr treffen kann? Was passiert mit einem Künstler, wenn man wochenlang nicht probt? „Das war natürlich ein Problem“, erzählt Marcus Graf, der lange die Schongauer Stadtkapelle dirigierte. „Unsere Musikerinnen und Musiker der Stadtkapelle treffen sich normal jeden Freitag. Wenn man so lange nicht miteinander probt, ist der Neuanfang selbstverständlich nicht ganz einfach.“

Die Proben hatten erst kürzlich wieder im Bürgersaal der Stadt begonnen. „Diesen Saal haben wir als Stadt natürlich zur Verfügung stellt“, betont Bürgermeister Sluyterman. „Gleichzeitig waren wir mit der Musikschule Schongau eine der ersten Schulen, die sehr schnell in den Online-Unterricht umgeschaltet haben. Ich dachte immer, unsere Musikschule wäre hinten dran, aber der Verband lobte uns sogar für die schnelle Umsetzung“, so Graf weiter.

Seit Wochen setzt sich Dr. Goppel für Lockerungen im Probenbetrieb ein. Viele Gruppen hatten da auch auf die Unterstützung der Corona-App gehofft. „Ich denke, bei den meisten ist es wie bei mir zu Hause. Meine Frau hat ein altes Handy und kann sich deshalb die App nicht runterladen“, so Goppel. Hier hoffe er auf zusätzliche Wege, um wirklich alle Bevölkerungsgruppen zu erreichen. „Mich freut es dennoch ungemein, dass so viele kreative Ideen trotz der Verbote entstehen und entstanden sind“.

Pfarrer Hermann fasste die Situation so zusammen: „Ich spüre in der Bevölkerung den Hunger, endlich wieder kulturelle Vorführungen zu erleben. Wir in der Kirchengemeinde sind da gerne bereit, eine Bühne zu bieten. Vielleicht entsteht da ja noch ein Projekt mit dem Technik-Team des Brauhauses“.

Diese Aufzeichnung und die der ersten Auflage kann man auf YouTube beim Kanal „BrauhausTV“ ansehen. Morten Faust und Sophia Albrecht planen schon, damit es zeitnah in Runde drei geht. 

kb

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