Kreuz soll wieder aufgestellt werden

Schongaus Galgenbichl nicht lange oben ohne

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Im Jahr 1995 hatten die Schloßbergler das derzeit abgebaute Kreuz im Rahmen einer Zeremonie aufgestellt.

Schongau – Derzeit blickt der Schongauer Galgenbichl oben ohne über die Lechstadt und ihr Umland. Mittlerweile ist aber klar, wer das momentan abgebaute Kreuz seinerzeit aufgestellt hat und damit auch, wie es an dem geschichtsträchtigen Ort weitergehen soll.

Weil der Querbalken marode war, hat Schongaus Bauhof das Kreuz am Galgenbichl Mitte Januar abgebaut. Doch wer es ursprünglich aufgestellt hatte, war der Stadtverwaltung vorübergehend unklar (wir berichteten). Abhilfe schaffen konnte unter anderem Helmut Schmidbauer: Die Schloßbergler vom Trachtenverein waren es, die das Kreuz am 14. September 1995 empor richteten. „Damals gab es einen feierlichen Gottesdienst“, schildert der Kreisheimatpfleger.

„Aufgestellt haben es die Trachtler“, bekräftigt Schloßbergler-Vorstand Markus Wölfle. „Hergestellt und unterhalten hatte es damals aber die Stadt.“ So soll es in Absprache mit Stadtbaumeister Sebastian Dietrich auch diesmal laufen.

In gemeinsamer Abstimmung mit dem Verein stellt der Bauhof das abgebaute Kreuz wieder her. „Das Holz ist schon bestellt, es ist alles am Laufen“, erklärt Dietrich. „Der Trachtenverein würde es auch diesmal wieder aufstellen“, signalisiert Wölfle. Termin und Rahmen sind aber noch unklar.

Bei diesem Anlass sei es auch wünschenswert, wieder für eine Bank und eine Infotafel zu sorgen, findet Stadtbaumeister Dietrich. Derlei sucht man am Galgenbichl bereits seit längerer Zeit vergebens. Dabei wäre beides dort gut aufgehoben.

Denn neben dem Blick, der dort zum Verweilen einlädt, ist auch einige Historie aufzuarbeiten: Wie der Name schon andeutet, diente der Hügel lange Zeit als Richtstätte. „Hier spukten die Seelen der Gehängten; der Boden war getränkt mit ihren Knochen“ – so schildert es zumindest Bestsellerautor Oliver Pötzsch in seinem Henkerstochter-Roman. Im zweiten Weltkrieg diente der Galgenbichl Flakschützen bei ihrer Ausbildung als trigonometrischer Punkt. Im April 1970 ereignete sich hier eine seinerzeit als „Jahrhundertmord“ bezeichnete Gewalttat mit sechs Toten. 

ras

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