Im Ohre des Betrachters

Nach Arbeiten an der Lechtalbrücke: Lärmpegel lauter, leise oder gleich?

Lechtalbrücke Schongau Lärm
+
Beim Überfahren dieser Schwellen, der Übergangskonstruktionen, entstehen Schlaggeräusche, die mitunter weithin zu hören sind. Haben die jüngsten Arbeiten die Situation verbessert?
  • VonRasso Schorer
    schließen

Schongau – Lärm, sagt Andreas Lenker, Abteilungsleiter Straßenbau im Staatlichen Bauamt Weilheim, sei eine äußerst subjektiv empfundene Angelegenheit. In der zweiten Juliwoche war die Lechtalbrücke wieder für den Verkehr freigegeben worden, nachdem im Zuge der etappenweisen Arbeiten an der B17 auch ihr Fahrbahnbelag mit lärmarmem Asphalt erneuert und die Übergangskonstruktionen hergerichtet worden waren. Doch schon nach einigen Stunden kamen Stimmen auf, die Geräuschkulisse sei genauso störend, vielleicht sogar schlimmer, wie zuvor. Auch an den Kreisboten wurden solche Meinungen herangetragen. Lenker schilderte daraufhin seine Einschätzung – ein Gespräch über wumm-wumm und wuwumm-wuwumm.

Lärm und vor allem Brücken, das seien ganz spezielle Themen, seufzt Lenker. Beides für sich komplexe Felder, vor allem in Kombination. Beispiel Lechtalbrücke: Das Tal fungiere als Trichter, als Hallkörper, die Wasseroberfläche tue ihr Übriges, der Westwind trage das Geräusch in Richtung Stadt. Viele Faktoren spielen eine Rolle.

Es sei ja kein durchschnittlicher andauernd hoher Lärmpegel, der hier besonders störe. Sondern die punktuellen Schläge, die abrupte Lautstärkeänderung. „Solche Einzelsachen sind ganz störend für die Anlieger, wir verstehen das“, schildert Lenker und verweist beispielsweise auf die Kohlgrabenbrücke bei Hohenpeißenberg.

Dass auf der Lechtalbrücke nun komplett lärmarmer Fahrbahnbelag aufgetragen wurde, spiele für jene Geräusche, die nach Schongau dringen, keine Rolle, erklärt Lenker. Der Autofahrer, der darauf unterwegs ist, merke es aber sicherlich – und nehme das Überqueren der Übergangskonstruktionen vielleicht nun deshalb auch deutlicher wahr. Denn der Kontrast zwischen neuem Belag und Schwellen, der Schlag, falle nun im Fahrzeug deutlicher auf.

»Maximal gleich laut«

Nun wurden aber auch an diesen Übergangskonstruktionen, die die Spannungen zwischen freier Brücke und festem Untergrund aufnehmen, Arbeiten vorgenommen: „Die Gummis darin waren alt und porös“, sagt Lenker. Das Zusammenschlagen von Metall auf Beton, der verstärkende Hohlkörper und die Kappen am Rad- und Fußweg sorgten für jene Klapper- und Schlaggeräusche, die auch Anwohner als störend wahrnahmen. Es müsste nun leiser an der Lechtalbrücke zugehen, so Lenker. „Maximal gleich laut – lauter kann es nicht sein.“

Dass das anders wahrgenommen wird, könne daran liegen, dass im Juni Ruhe herrschte, an die sich die Menschen gewöhnten, ehe das zuvor vertraute Schlaggeräusch zurückkehrte.

Dass eine Messung vor Ort keine große Hilfe dabei wäre, die Lautstärke zu ermitteln, erklärt Lenker mit Verweis aufs Bundes-Immissionsschutzgesetz. Das Ergebnis hinge von zu vielen Faktoren ab – beispielsweise Standort, Wind, Feuchte und so weiter – und büße dadurch an Aussagekraft ein. Deshalb werde eben nicht gemessen, sondern berechnet.

Keine schnelle Abhilfe

Schnelle Abhilfe, um gegen das Schlaggeräusch anzugehen, ist nicht in Sicht, im Gegenteil: Mit Abnutzung des neuen Materials könnte auch der Lärm wieder zunehmen. Doch: „Die Übergangskonstruktion braucht man, die wird man immer hören.“ Wohl lasse sich daran noch das ein oder andere ändern – das sei aber ein großer Eingriff, der üblicherweise dann erfolge, wenn ein neuer Überbau oder ein kompletter Neubau ansteht.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Fynn Mike ist das 500. Baby des Jahres in Schongau
Schongau
Fynn Mike ist das 500. Baby des Jahres in Schongau
Fynn Mike ist das 500. Baby des Jahres in Schongau
Bei Streit in Peiting Messer gezückt
Schongau
Bei Streit in Peiting Messer gezückt
Bei Streit in Peiting Messer gezückt
Schongau sucht den Super-Kürbis
Schongau
Schongau sucht den Super-Kürbis
Schongau sucht den Super-Kürbis
Neue Terrasse und Kellerraum auf dem Helgoland
Schongau
Neue Terrasse und Kellerraum auf dem Helgoland
Neue Terrasse und Kellerraum auf dem Helgoland

Kommentare