Der Name steht

"Bei der Fronveste" statt "Marie-Juchacz-Platz" am Schongauer Münzgebäude

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Jetzt ist die Entscheidung gefallen: Der Platz am Münzgebäude wird „Bei der Fronveste“ heißen.

Schongau – Seit April beschäftigt sich der Schongauer Stadtrat nun schon mit der Benennung des Platzes am Münzgebäude. Nach vielen Diskussionen und zuletzt einer Bürgerbefragung hat sich das Gremium am Dienstag entschieden: Er soll „Bei der Fronveste“ heißen. Ganz einig waren sich die Räte allerdings nicht: Die Entscheidung fiel mit 14 zu 11 Stimmen.

Ursprünglich, im April, hatte man entschieden, den Platz nach der AWO-Gründerin Marie Juchacz zu benennen – mit 15 zu acht Stimmen. Doch schon kurz darauf kamen Einwände von Seiten des Kreisheimatpflegers Helmut Schmidbauer, der für den historischen Namen „Bei der Fronveste“ plädierte. Die Eingabe fand keine Behandlung im Stadtrat. Nach einer erneuten Anregung – dieses Mal vom ehemaligen CSU-Stadtrat Michael Eberle – entschied man, eine Bürgerbefragung durchzuführen.

Deren Ergebnis lag nun vor. Die Zahlen sind jedoch eher ernüchternd: 260 Schongauer haben sich beteiligt, davon waren 253 Stimmen gültig. Hundertmal fiel der Begriff Fronveste „in vielen verschiedenen Varianten“, wie Hauptamtsleiterin Bettina Schade erklärte. Für „Marie-Juchacz-Platz“ wurden 40 Stimmen abgegeben. Außerdem tauchten noch Vorschläge wie „Münzplatz“ (36), „Am Münztor“ (16) und „Münztorplatz“ (15) sowie „Agnes-Weiß-Platz“ (21) auf.

Juchacz anderswo

Sie habe nicht mit solch heftigen Reaktionen auf die Namensgebung nach Marie Juchacz gerechnet, so Barbara Karg (SPD), die die Benennung nach der AWO-Gründerin damals beantragt hatte. „Wahrscheinlich habe ich das falsch eingeschätzt“, bekannte sie und zeigte sich zuversichtlich, dass man für Juchacz einen anderen Ort finden werde.

Während Kornelia Funke (CSU) in den 100 Stimmen, die für „Fronveste“ waren eine Bestätigung sah, zog Friedrich Zeller (SPD) ganz andere Schlüsse: „Das hat kaum jemanden interessiert.“ Auch Stephan Hild (UWV) sah in der Beteiligung eher eine „homöopathische Menge“.

Das gesamte Prozedere in Frage stellte erneut Siegfried Müller (ALS). Eine Bürgerbefragung hätte seiner Meinung nach am Anfang des Entscheidungsprozesses stehen müssen und nicht am Ende. Er siedelte das Thema „irgendwo zwischen Lachnummer und Trauerspiel“ an. 100 Leute seien zudem überhaupt nicht repräsentativ. Dem widersprach Helmut Hunger (CSU) vehement: „Wenn nicht, brauchen wir den Bürger gar nicht mehr fragen.“

Kompromissvorschlag

Einen Kompromiss wollte wiederum Bettina Buresch (ALS/Grüne) ins Spiel bringen. Wenn es etwas Historisches und dazu noch für Frauen sein soll, könne man doch Agnes Weiß nehmen nach einer dort im Zuge der Hexenprozesse hingerichteten Schongauerin, argumentierte sie. Das fand beim restlichen Gremium allerdings nur wenig Anklang.

Zur Abstimmung kam dann der Vorschlag, den Platz „Bei der Fronveste“ zu benennen. Dieser wurde mit 14 zu elf Stimmen angenommen. Das Kapitel sollte damit nun beendet sein.

asn

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