Gemäß dem Mantra

Wirbelsäulenchirurgie in Schongau feiert Zehnjähriges

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Carolin Walter (Kinderkrankenschwester), Dr. Michael Platz (ärztlicher Direktor), Katharina Flad (stellvertretende Stationsleitung), Dr. Florian Soldner (Chefarzt Wirbelsäulenchirurgie), Dr. Bernd Höpfl (leitender Oberarzt Wirbelsäulenchirurgie) und Thomas Lippmann (Geschäftsführer).

Schongau/Weilheim – Seit mehr als zehn Jahren bietet das Krankenhaus in Schongau eine Klinik für Wirbelsäulenchirurgie. Weil sich diese prächtig entwickelt und der Bedarf steigt, soll sich das Modell aus der Lechstadt auch in Weilheim bewähren.

„Heutzutage kann sich niemand mehr vorstellen, dass es dieses Gebiet am Standort nicht gibt – es ist nicht mehr wegzudenken.“ Mit Blick auf die Entwicklung, die die Wirbelsäulenchirurgie am Schongauer Krankenhaus genommen hat, ist Geschäftsführer Thomas Lippmann hochzufrieden. Im Dezember 2008 wurde Dr. Florian Soldner Chef­arzt der neu geschaffenen Klinik. „Anfangs war das eine große Herausforderung“, erinnert er sich. In der Zusammenarbeit mit dem damaligen Aufsichtsrat ergaben sich „Holpersteine“. Außerdem galt es, sich zwischen Murnau und Augsburg zu behaupten. Die Sorgen, dass das nicht klappe, bestätigten sich nicht. „Wir haben uns gut entwickelt“, zieht Soldner Zwischenbilanz. Die Wirbelsäulenchirurgie sei ein wichtiger Pfeiler, bestätigt Krankenhaus-Sprecherin Isa Berndt.

Im vergangenen Jahr wurde die Wirbelsäulenchirurgie auch am Weilheimer Standort eta­bliert. Dort, wohin man ein „erfolgreiches Konzept“ übertrage, so Lippmann, zeichnen wie in Schongau Soldner und der leitende Oberarzt Dr. Bernd Höpfl verantwortlich. „Genau mein Mantra“, fasst der Geschäftsführer zusammen: „eine Abteilung in zwei Häusern“. Dafür sei weiteres Personal vonnöten. Ein bis zwei Ärzte suche man noch – ebenso wie Pflegepersonal, das ohnehin ständig gefragt ist.

Den Bedarf in Weilheim, wo seit zwei Jahren ein halber Kassenarztsitz besteht, schätzt Soldner als sehr groß ein. „Die Weilheimer kommen halt ungern über den Hohen Peißenberg rüber – jetzt kommen wir zu ihnen.“

Klar, das kostet Geld, weiß Lippmann. „Unsere Rendite bemisst sich in Versorgung, in mehr Medizin und weniger in Euro.“ Er erkläre dem Kreistag lieber ein Defizit, als seine Ärzte der Wirtschaftlichkeit wegen zum Erfüllen von Zielzahlen zu drängen. „Sie sollen weiter in den Spiegel kucken können.“ Dass dem so ist, sei für den Erfolg der Wirbelsäulenchirurgie am Standort mit­entscheidend, findet der ärztliche Direktor Dr. Michael Platz. „Es ist ganz wichtig, nicht aggressiv operieren und Zahlen schaffen zu müssen.“ „Wir lassen uns Zeit, drängen nichts auf, sondern klären auf“, beschreibt Soldner. Anderswo werde viel zu viel operiert. Nicht so in Schongau und Weilheim. Ein guter Ruf sei der Lohn hierfür. „Viele holen sich bei uns eine Zweitmeinung ein“, der Zulauf entwickelt sich positiv.

Ein weiterer Vorzug im beschaulichen Schongau, neben dem Bergblick, seien die kurzen Wege und klar geregelten Zuständigkeiten. „Anderswo hat der Patient viele Ansprechpartner, viele Assistenten kümmern sich wechselweise um ihn“, schildert Soldner. Kontakt mit dem Chefarzt selbst komme nur sporadisch zustande. „Ein ‚gewöhnliches Problem‘ geht in großen Zentren schnell unter, für den Einzelnen ist es aber lebensverändernd“, so Höpfl. In Schongau, wo die durchschnittliche Verweildauer fünf bis sechs Tage beträgt, sei das anders. „Wir sehen jeden Patienten mehrfach und langfristig“, sagt Soldner. Bei der Behandlung akuter Schmerzen sei langjährige Erfahrung gefragt, ist Höpfl überzeugt. „Die zeichnet uns aus.“

Man halte das gesamte Spektrum an Behandlungen bereit. Schwerpunkte der Abteilung sind Stabilisierungs- und Entlastungsoperationen bei degenerativen Erkrankungen, Tumoren, Entzündungen, Rheuma und Verletzungen. „Wir führen keine Skoliose- und Aufrichtungs-OPs durch und behandeln keine traumatischen Querschnittspatienten“, schränkt Soldner ein. „Sonst bieten wir alles.“

Mit ihren Verfahren leiste die Wirbelsäulenchirurgie Pionierarbeit in Sachen künstlicher Intelligenz und Robotik, lobt Geschäftsführer Lipp­mann. Felder, die für sein Haus zukunftsweisend seien. „Hier wird unsere Stärke liegen.“ Für den Standort gehe es nicht nur ums Überleben. „Wir wollen positiv herausstechen, sind vorne mit dran.“

Weitere Infos zur Wirbelsäulenchirurgie bietet ein Thementag am morgigen Mittwoch15. Mai, von 14 bis 17 Uhr im Krankenhaus Schongau.

Rasso Schorer

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