Schongauer Traditionsgeschäft schließt

Schluss mit »Süßer Hanni«

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Bietet nur noch wenige Tage ihrer Kundschaft die süßen Leckereien an: Monika Schwecke beendet eine süße Ära.

Schongau – 28 Jahre lang hat Monika Schwecke das kleine Süßwarengeschäft in der Schongauer Weinstraße 16 geführt. Besser bekannt als „Süße Hanni“ hat sie ihrer Kundschaft feine und ausgewählte Leckereien beschert. Jetzt hängt sie ihre Konditorinnenschürze an den Nagel und schließt ihr Geschäft zum Ende des Monats Juni. Was bleibt: Eine kleine Geschichte mit süßen Erinnerungen.

Man kann es irgendwie noch gar nicht begreifen, wenn man den Schriftzug „Räumungsverkauf“ in großen Buchstaben auf dem Auslagefenster der „Süßen Hanni“ liest. Aber es ist Fakt: Zum Ende des Monats hört Inhaberin Monika Schwecke mit dem Traditionsladen auf. Das Geschäft im Krämerladenstil schließt die Pforten.

In diesen Tagen geben sich langjährige Kunden noch einmal die Klinke in die Hand. Sie alle kommen, um sich nochmals für zuhause ein letztes kleines Depot an extrafeinen Süßigkeiten anzulegen. Das Schaufenster, immer mit besonderen Süßigkeiten in fester sowie Gebranntem in flüssiger Form dekoriert, lockt sie an. Damals wie heute. Hier stapeln sich nicht Berge von irgend welchen Schokoladentafeln in den Regalen, hier nascht das Auge mit.

Pralinen, Marzipan- und Nougatstangen, Kokoswürfel und Trüffelkugeln. Von den legendären Apfelringen in Zartbitterschokolade ganz zu schweigen. Die „Süße Hanni“ wusste und weiß, was Naschkatzen lieben. Und das 28 Jahre lang. Wobei das Geschäft mit der „Süßen Hanni“ weit älter ist.

Schon vor 75 Jahren befand sich in den Räumen eine Konditorei. Später gab es dann im ersten Stock das „Café Fliegauf“. Daran erinnert sich eine alte Schongauerin, die jetzt im Altenheim lebt. Sie hat sich, wegen ihrer Erinnerungen, bei Monika Schwecke ein kleines Metall-Tablett aus der damaligen Zeit reservieren lassen. Am letzten Tag will sie es dann abholen.

Monika Schwecke war in den Achtzigerjahren selbst Kundin bei der damaligen „Süßen Hanni“. Als sie erfuhr, dass das Geschäft geschlossen werden sollte, bewarb sie sich darum, es zu übernehmen. „Den Namen ‚Süße Hanni‘ habe ich damals teuer bezahlt“, erinnert sich Monika Schwecke. Sie renovierte die Räume, am 10. Februar 1990 war Wiedereröffnung.

Es begann eine Zeit des Experimentierens in Sachen Süßigkeiten. Alle Rezepte sind von Monika Schwecke selbst entwickelt und ausprobiert. Das Experimentieren machte auch vor den Glühweinkreationen und Backwaren keinen Halt.

„All meine Sachen gibt‘s in keinem Koch- oder Backbuch, die gibt‘s nur bei mir“, erzählt Monika Schwecke. Auf Weihnachtsmärkten oder auf dem Historischen Markt hat sie sich mit ihren Kreationen ein zweites Standbein aufgebaut. Aber damit es jetzt endgültig Schluss.

Am 29. Juni ist für Schwecke Schluss mit süß, dann gibt‘s nach ihrer Aussage nur noch Garten, Haushalt und Nähmaschine. 

Hans-Helmut Herold

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