Was ist bei einem Badeunfall zu beachten?

»Selbstschutz geht vor«

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Gefährliche Situationen im Wasser: Die Badeunfälle in den Seen der Region scheinen sich zu häufen, oft sind ältere Menschen betroffen.

Landkreis – Nachrichten über tödliche Badeunfälle wiederholen sich mit trauriger Regelmäßigkeit. Erst Ende Juli verunglückte ein 69-jähriger Mann im Lugenauer See bei Böbing. Am Dietlhofer See in Weilheim sind in diesem Sommer zwei Frauen (85 und 71 Jahre) verstorben. Gerd Merk, Vorsitzender der Wasserwacht Schongau-Peiting, sieht die Gründe für derlei Tragödien häufig in der Selbstüberschätzung und gibt Tipps, wie sie verhindert werden können.

Eine Häufung an Badeunfällen kann Merk – zumindest im Oberland – nicht feststellen. Klar ist für ihn aber: Vorfälle ließen sich vermeiden, wenn sich alle an die Baderegeln halten würden. Dazu gehört beispielsweise, nicht unabgekühlt einfach ins Wasser zu springen.

Insgesamt spiele die Selbstüberschätzung eine große Rolle. Gerade auch bei älteren Menschen ein Problem: „Sie denken, sie sind noch fit, aber ein Kreislaufkollaps an Land ist etwas ganz anderes, als im Wasser, wo sie sofort untergehen“, sagt Merk. Auch nicht erkannte Krankheiten, wie beispielsweise ein Herzfehler, können dazu führen, dass beim Baden auf einmal Probleme auftreten. Älteren Menschen rät Merk deshalb, in Ufernähe zu bleiben, „dort wo sie noch stehen und Kontakt mit am Ufer befindlichen Leuten aufnehmen können.“

Nicht nur bei älteren, auch bei jüngeren Badegästen sieht der Vorsitzende das Risiko in der Selbstüberschätzung. „Bei Jüngeren spielt auch oft Alkohol eine Rolle“, weiß Merk. Man feiert, man trinkt zu viel, man überschätzt sich. Das gehe „verdammt schnell“. Unter Alkohol­einfluss nehme zudem das Bewusstsein für die Gefahr ab.

Doch was ist zu tun, wenn der Notfall wirklich eintritt? Das Wichtigste sei zunächst, die Leute um einen herum anzusprechen. Auf jeden Fall sollte auch der Rettungsdienst so schnell wie möglich alarmiert werden. „Nehmen Sie am besten einen Gegenstand, wie ein Handtuch oder einen Ast, zur Hand und werfen den dem Ertrinkenden zu“, sagt Merk. Damit könne man versuchen, den in Not Befindlichen aus dem Wasser zu ziehen. Ausdrücklich warnt der Wasserwachtler hingegen, sich zu nah an die zu rettende Person zu wagen. In solch einer Situation könne der in Not geratene extreme Kräfte entwickeln und auch den zu Hilfe Eilenden mit unter Wasser ziehen. „Selbstschutz geht immer vor“, sagt Merk. Das gilt auch für Bereiche, wo man noch stehen kann. In tieferem Wasser sollte die Rettung auf jeden Fall einem Profi überlassen werden.

Um Unfälle zu vermeiden, kann der Wasserwachtler nur appellieren, sich an die Baderegeln zu halten. Und natürlich: „Schwimmen muss man schon können“, sagt er. 25 Meter seien da nicht ausreichend. Für die Gewässer der Region em­pfiehlt Merk, Badende sollten in der Lage sein, mindestens 300 Meter zurückzulegen. 

asn

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