Nach New York, Rio oder Tokio – Infokreis der Wirtschaft debattiert über Arbeiten im Ausland

Scho

ngau – „Going Global – Arbeiten im Ausland“ lautete das Thema einer Podiumsdiskussion, zu der der Informationskreis der Wirtschaft Schongau ins Sparkassenforum geladen hatte. Neben Fachleuten hatten auch Mitarbeiter regionaler Firmen mit Auslandserfahrung auf dem Podium Platz genommen. Moderiert wurde die Diskussion von dem Journalisten Henryk Jarczyk, der als außenpolitischer Redakteur beim Bayerischen Rundfunk in München arbeitet. Auffallend viele junge Leute waren unter den Zuschauern, denn vor allem in jungen Jahren ist der Wunsch, für ein paar Jahre im Ausland zu arbeiten, besonders groß. Doch die Koffer zu packen und eine Arbeitsstelle an einem beliebigen Punkt der Erde anzunehmen, ist nicht ganz so einfach. Es sind einige Dinge zu beachten. Einfach zu sagen, „Übrigens Schatz, morgen gehen wir nach Indien“, sei nicht drin, wusste Detlev Lumm. Dieser arbeitet für die Firma Hirschvogel und hat bereits Aufenthalte in den USA und in China hinter sich, und bald wird er mit seiner Familie für ein paar Jahre nach Indien gehen. „Der Partner muss da mitmachen, sonst geht es nicht“, betonte Lumm. Elf Jahre war sein Sohn alt, als der Vater ihn und seine Ehefrau mit in die USA nahm, um dort für einige Zeit zu arbeiten. Dem Jungen gefiel es so gut dort, dass, als die Entscheidung anstand, nach China zu gehen, der damals 17-Jährige seine Mutter überzeugte, mit zu gehen. „Er machte das Abitur in Shanghai, und der Aufenthalt dort drüben hat ihm sehr gut getan“, berichtete Detlef Lumm. Dass es allerdings einiges zu beachten gibt, wenn der Auslandsaufenthalt nicht zum Fiasko werden soll, darauf verwies Rechtsanwältin Dr. Jutta Krogull von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft. Diese gab Tipps zur Krankenversicherung, zum Arbeitsvertrag, zur Aufenthaltsgenehmigung und zur Versteuerung des Einkommens. Entscheidend ist auch, in welches Land man geht: „Obwohl die USA zur westlichen Welt zählen, stößt man bereits dort auf erhebliche Unterschiede zu dem von uns in Bayern gewohnten Leben. Noch wesentlich extremer wird dies in einem Land wie China“, verdeutlichte Detlef Lumm. Auch die Schongauer Familie Lutzenberger lebte für drei Jahre in den Vereinigten Staaten. Stephan Lutzenberger arbeitet als Ingenieur für die Firma Hirschvogel, die auch ein Zweigwerk in der Stadt Columbus im US-Bundesstaat Ohio betreibt. „Am Anfang wollte ich überhaupt nicht mit, doch jetzt sind wir bereits fünf Monate zurück und ich habe immer wieder Heimweh“, sagte Ehefrau Maria Lutzenberger. Zwar war ihr Mann hin und wieder für ein oder sogar zwei Wochen am Stück beruflich verreist gewesen, erzählte die gelernte Kinderpflegerin, die selbst Mutter von vier Kindern ist, doch irgendwann beim Abendessen sei er dann mit seinem Ansinnen herausgerückt: „Ich würde gerne in den USA arbeiten und ich möchte, dass die Kinder und du mitgehen“, berichtete Maria Lutzenberger. Trotz großer Skepsis ging sie mit, gebar ihren jüngsten Sohn in den USA und hatte trotz großer Bedenken lebensprägende Erlebnisse und Eindrücke. Und im Nachhinein bekräftigt sie: „Ich würde sofort wieder in die USA gehen.“ agj

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