Schluss mit Schattendasein

Wildsteiger Lourdes-Grotte soll 2021 saniert sein

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Noch immer ist die Grotte zu Füßen von St. Jakob gesperrt. In den kommenden drei Jahren soll die Einsturzgefahr gebannt und ihr Originalzustand wiederhergestellt werden.

Wildsteig – Auf ihre Lourdes-Grotte zu Füßen der Pfarrkirche St. Jakob sind sie stolz, die Wildsteiger. Gilt sie doch aufgrund ihrer Größe als bedeutendste ihrer Art in Süddeutschland. Doch weil das Aushängeschild stark sanierungsbedürftig ist, hat seit zehn Jahren kein Besucher mehr einen Fuß in die Wallfahrtsstätte gesetzt – Einsturzgefahr. Nun scheint es, als sei endlich ein Durchbruch erreicht.

„Ich bin sehr optimistisch“, sagt Bürgermeister Josef Taffertshofer. Der Grund für seine Zuversicht: Das Amt für ländliche Entwicklung hat seine mündliche Zusage für einen Zuschuss gegeben, die schriftliche Fassung ist laut Rathaus-Chef unterwegs. Und auch der Gemeinderat hat mit einem entsprechenden Entschluss die Weichen gestellt. Knapp 509.000 der insgesamt zu stemmenden 572.000 Euro sind damit bereits auf mehrere Schultern verteilt, die Hängepartie scheint ihr Ende zu finden.

Der Finanzplan stellt sich so dar: Das Amt für ländliche Entwicklung steuert die Hälfte – maximal aber 300.000 Euro – bei, 100.000 Euro sind im Wildsteiger Haushalt eingestellt. Die Anteile des Bezirks Oberbayern (24.770 Euro) und des Landkreises (3.000 Euro) sind bereits eingegangen, die Kirchenstiftung ist mit einer Zuwendung über 20.000 Euro eingeplant. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege könnte sich mit 12.000, die Bayerische Landesstiftung mit 49.000 Euro beteiligen. Das Erzbischöfliche Ordinariat prüft noch, in welchem Umfang es Gelder bereit stellt.

Bleibt nach aktuellem Stand ein ungedeckter Bedarf von knapp 64.000 Euro, der noch auf die Gemeinde zurückfallen könnte. Uneinigkeit zwischen ihr und kirchlichen Vertretern, wer wie viel zahlt beziehungsweise wer überhaupt verantwortlich ist, war neben dem Hin- und Her des sich immer wieder zierenden Landesamts für ländliche Entwicklung einer der Hauptgründe, wieso die Angelegenheit seit der Sperrung 2008 zur Hängepartie verkam. Nun kann es also losgehen. „Der Planer für die verbindliche Ausschreibung ist schon beauftragt“, sagt Taffertshofer.

Drei Jahre lang wird die Sanierung dauern. Wichtigste Herausforderung ist die statische Sicherung; danach soll der Originalzustand anhand alter Dokumente wiederhergestellt werden. „Das ist reine Handarbeit“, erklärt der Bürgermeister – und damit zeitintensiv. Weil nur im Sommer in dem Höhlensystem und auch immer nur von maximal drei Fachleuten gleichzeitig gearbeitet werden kann, hofft er auf eine Einweihung im Herbst 2021. Bis dahin soll auch ein für in ihrer Mobilität eingeschränkte Besucher zugänglicher Grotten-Rundweg fertig sein.

Rasso Schorer

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