Früher und länger

Nachfrageverhalten für Kinderbetreuung ändert sich auch in Altenstadt

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Der Kindergarten St. Michael ist eine kirchliche Kindertageseinrichtung. Die Gemeinde Altenstadt trägt aber mit 80 Prozent zum Unterhalt bei. Gemäß dem aktuellen Haushaltsplan ist das diesjährig ein Betrag von 62.984 Euro.

Altenstadt – Insgesamt 299.739 Euro beträgt der Zuschuss für den Unterhalt des Kindergartens in Altenstadt, dessen Träger die Katholische Pfarrkirchenstiftung „St. Michael“ ist. Davon trägt die Gemeinde in etwa 50 Prozent. Das gab Bürgermeister Andreas Kögl bei der jüngsten Gemeinderatssitzung bekannt, als er über den von der Katholischen Kirchenverwaltung erstellten Haushaltsplan 2020 für die kirchliche Kindertageseinrichtung informierte.

Vom Freistaat Bayern werden 339.897 Euro, plus der Elternbeitragszuschuss in Höhe von 108.000 Euro beigesteuert. An weiteren Einnahmen kommen Bundesfördermittel und Bezirkszuschüsse in Höhe von zirka 25.000 Euro hinzu. Die Elternbeiträge schlagen mit weiteren 75.000 Euro zu Buche. Zu weiteren Beträgen beim Spielgeld, den Fahrtkostenbeiträgen und so weiter in Höhe von über 10.000 Euro kommen allein beim Essensgeld nochmals 40.000 Euro hinzu.

Bei den Aufwendungen wirken sich die Personalkosten als größter Ausgabenposten mit 950.000 Euro aus. Weitere ergeben sich für eine Aufwandsentschädigung für den Kindergartenverwalter, Aus- und Fortbildungskosten für das Hauptamtliche Personal und Personalausgaben-Integration. Bei den Sachkosten sind allein Lebensmittelkosten in Höhe von 40.000 Euro für das Mittagessen aufzuwenden. Rechnet man Ausgaben für Raumausstattungen, Spiel- und Beschäftigungsmaterial, Spielgeräte und Reinigungsmaterial hinzu, ergeben sich nochmals weitere 17.800 Euro. Darüber hinaus erhöhen sich die Aufwendungen durch Verwaltungskosten von etwa 10.000 Euro, Ausgaben für die Außenanlagen von 5.000 Euro, Gebäudekosten nebst Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen und sonstige Ausgaben in Höhe von weiteren etwa 20.000 Euro. Bei der Gegenüberstellung der Soll-Einnahmen und der Soll-Ausgaben ergibt sich anhand der den Gemeinderatsmitgliedern im Haushaltsplan aufgelisteten Zahlen ein Defizit in Höhe von 78.730 Euro.

Auch wenn es sich beim Kindergarten St. Michael um eine kirchliche Kindertageseinrichtung handelt, trägt die Gemeinde Altenstadt mit dem Löwenanteil in Höhe von 80 Prozent zum Unterhalt bei. In Summe sind das heuer 62.984 Euro.

Auf die aus dem Gremium ergangene Frage, woraus sich die im Vergleich zu den Vorjahren hohen Personalkosten denn ergäben, bat Andreas Kögl nach Zustimmung des Rats Josef Zeller, der als Kindergartenverwalter die öffentliche Sitzung verfolgt hatte, um nähere Informationen.

Häufige Personalsuche

Dieser erläuterte, dass man derzeit 15 Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen beschäftige. Hinzu kämen zwei Hausmeister und zwei Sekretärinnen. „Die Einkommenssituation wurde deutlich verbessert und da­raus resultieren natürlich die hohen Personalkosten“, berichtete er weiter. „Ich hätt mir das nicht so schwierig vorgestellt“, stellte er weiterhin die eigentlich positiv zu bewertende Ausstattung mit einem guten Betreuungsschlüssel dar. Es gebe nämlich aufgrund verschiedenster Gründe eine hohe Personalfluktuation, die es erfordere, immer wieder auf Personalsuche zu gehen.

Ferner habe man die Betriebserlaubnis ändern müssen, weil die Einrichtung aufgrund der vielen Kinder „durch die Decke schieße“, so Josef Zeller weiter. Aktuell habe man einen Betreuungsschlüssel von 1 (Erzieher/Kinderpfleger) auf 9,8 (Kinder). Staatlich vorgeschrieben darf ein Schlüssel von 1 zu 11 nicht überschritten werden. Die Gemeinde Altenstadt hat einen Betreuungsschlüssel von 1 zu 10 festgelegt.

Es gibt zwar nicht mehr Kinder, aber dafür kommen diese früher und bleiben länger. Deshalb musste eine Erweiterung der Betriebserlaubnis für künftig 160 Kinder beantragt werden. Zusätzliche Probleme ergäben sich laut Josef Zeller aufgrund von Änderungen bei der Mittagsbetreuung sowie weiterer Sachverhalte. Er wusste aber auch über die sehr gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde zu berichten, die umgekehrt, so der Bürgermeister, auch von deren Seiten so gesehen werde. Seine Feststellung lautete, dass trotz der im Moment schon sehr hohen Auslastung der Kindertageseinrichtung die „Tendenz steigend“ sei. 

Manfred Ellenberger

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