Nachhilfe gegen Corona-Lernlücken

Stups fürs schulische Weiterkommen in Schongau und Umgebung

Nachhilfe Corona Schongau Kirche
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Wo sich während des Homeschoolings Lücken auftaten, setzten 42 Engagierte aus Schongau und Umgebung an.
  • VonRasso Schorer
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Schongau – Alles begann mit einer Challenge von Pfarrer Jost Herrmann: Er suchte 25 Schongauer, die bereit sein sollten, Grundschulkindern fünf Stunden Nachhilfe zu geben. Tatsächlich meldeten sich 42 Freiwillige zwischen 16 und 73 Jahren, die dieses Projekt unterstützen wollten. Bei vielen bleibt es nicht bei den fünf Stunden, manche wollen bis zu den Sommerferien weiter machen. 

Grundschulleiterin Ute Meub sowie die Jugendsozialarbeiterinnen Heike Rüther und Karin Ostler hatten im Vorfeld der Aktion beklagt, dass besonders Kinder, die von zu Hause nicht intensiv unterstützt werden, durch Corona und das Homeschooling abgehängt werden würden. Dem wirkten nun einige Engagierte gemeinsam mit ihren Schützlingen entgegen.

„Insgesamt wurden etwa 350 Stunden Nachhilfe gegeben“, freut sich der evangelische Geistliche Herrmann: Ein Reiz liege aber auch darin, dass Personen aus ganz verschiedenen Kulturen zusammen kommen. Wann begegne eine 18-jährige Gymnasiastin schon einmal intensiv einer afghanischen Familie, die zu sechst in zweieinhalb Zimmern wohnt? „Aus diesen Unterrichtsstunden haben sich einige nette Beziehungen entwickelt.“

Manche Hürde musste im Vorfeld überwunden werden. Bei der Beantragung der polizeilichen Führungszeugnisse halfen die Stadt Schongau und die umliegenden Gemeinden unbürokratisch. Als es durch den Umbau des evangelischen Gemeindehauses mit Räumlichkeiten eng wurde, stellte der katholische Pfarrer Norbert Marxer sein Pfarrheim zur Verfügung.

Regelmäßig kamen die Nachhilfelehrer mit der Rektorin, den Schulsozialarbeiterinnen, Monika Soyer-Bauer vom Verein Initiative Integration und Pfarrer Jost Herrmann per Zoom zusammen. Dabei sei auch deutlich geworden, dass viele Nachhilfelehrer durch dieses Engagement auch selber viel profitiert haben, freut sich Herrmann.

Auch ein gemeinsamer Besuch auf dem „Lebenshof Nazcerosa“ mit weit über 50 Tieren in Denklingen stand auf dem Programm, in der Blumenschule stieg das Abschiedsfest.

Beziehung entscheidet

„Möglich geworden ist dieses Projekt durch die finanzielle Unterstützung einiger evangelischer Gemeindemitglieder und der Sparkasse Oberland“, so Herrmann. Er freut sich, dass für Herbst die Regierung Geld für ähnliche Projekte zur Verfügung stellt. „Ich hoffe, dass nicht so viel Geld durch Bürokratie und zu hohe pädagogische Anforderungen verschwendet wird, denn wichtiger als ausgefeilte Methoden sind beim Lernen Beziehungen.“ Und diese seien durch das niederschwellige Angebot reichlich gewachsen.

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