10. Nachtfaschingsumzug in Hohenfurch:

Nächtliche Gaudi im Lichterglanz

1 von 83
Zum zehnten Mal schlängelte sich der Nachtfaschings-Gaudiwurm durch die Schönachgemeinde – ein wahres Lichterspektakel.
2 von 83
Zum zehnten Mal schlängelte sich der Nachtfaschings-Gaudiwurm durch die Schönachgemeinde – ein wahres Lichterspektakel.
3 von 83
Zum zehnten Mal schlängelte sich der Nachtfaschings-Gaudiwurm durch die Schönachgemeinde – ein wahres Lichterspektakel.
4 von 83
Zum zehnten Mal schlängelte sich der Nachtfaschings-Gaudiwurm durch die Schönachgemeinde – ein wahres Lichterspektakel.
5 von 83
Zum zehnten Mal schlängelte sich der Nachtfaschings-Gaudiwurm durch die Schönachgemeinde – ein wahres Lichterspektakel.
6 von 83
Zum zehnten Mal schlängelte sich der Nachtfaschings-Gaudiwurm durch die Schönachgemeinde – ein wahres Lichterspektakel.
7 von 83
Zum zehnten Mal schlängelte sich der Nachtfaschings-Gaudiwurm durch die Schönachgemeinde – ein wahres Lichterspektakel.
8 von 83
Zum zehnten Mal schlängelte sich der Nachtfaschings-Gaudiwurm durch die Schönachgemeinde – ein wahres Lichterspektakel.

Hohenfurch – Faschingsumzüge blicken zum Teil auf eine lange Tradition zurück und es gibt viele davon im Oberland. Seit 20 Jahren kennt man einen ganz besonderen Umzug, bei dem die Narren die Nacht zum Tag machen. Alle zwei Jahre findet in der Schönachgemeinde ein Nachtfaschingsumzug statt, bei dem ideenreiche Beleuchtungen im Fokus der Zuschauer stehen. Ein Jubiläum in diesem Jahr: Zum zehnten Mal schlängelte sich dieser Gaudiwurm durch die Straßen der Gemeinde.

Zwei, drei Donnerschläge durchbrechen die abendlichen Stunden im Zentrum der Gemeinde. Die örtlichen Böllerschützen geben den Startschuss für ein Lichterspektakel. Die Narren werden losgelassen, der Zug aus Wagen und nur wenigen Fußgruppen setzt sich in Bewegung. Jetzt kann sie niemand mehr stoppen. Die Kälte des sternenklaren Abends wird locker weggesteckt oder weggetrunken.

Wie eine Lawine wälzt sich der Zug an den Zuschauern vorbei. Zum großen Teil sind die Themen der Wagen hochaktuell. Vor allem die Lichteffekte, die zwar bei manchen noch Optimierungsbedarf haben, kommen besonders zur Geltung. Das i-Tüpfelchen des Zuges jedoch, da sind sich die Zuschauer am Hauptplatz einig, sind die Narrengruppen zu Fuß. Hautnah am Publikum, geradezu zum anfassen. Da erntet einmal mehr die Fußtruppe der Abteilung Turnen mit ihrem Motto „Leuchtzwerge auf Wunsch der Prinzessin“ stürmischen Beifall.

Ein Sextett aus Fackelträgern vorneweg. Elegant gekleidet mit Narrenkappen. In breiter Formation 5 + 1. Die Herren neben Präsident des FCH Johannes Linder entpuppen sich als ehemalige Präsidenten mit Anhängsel. Der abgesetzte Bürgermeister Guntram V. darf sich im Außenbereich dazugesellen. Aber nur für diese eine Nacht. Gleich dahinter wäre sie marschiert. Die Blaskapelle der Gemeinde, die immer mit ideenreichen Kostümen den Marsch geblasen hat. Aber in diesem Jahr Fehlanzeige. Leider! Doch auch verständlich. Gegen die dröhnende Geräuschkulisse monotoner Notenabfolgen wäre der Hohenfurcher Klangkörper mit seiner Stimmungsmusik hilflos.

Der Prinzen- und Gardewagen rückt an. Auf dem Unterdeck die Garde, oben auf Prinzenpaar und Hofstaat. „Ludwig Maximilian I. vom Stern des Südens“ und „Alexandra I. vom Reich der schimmernden Lichter“ geben sich die Ehre. Gefolgt vom Nachwuchs, der im nächsten Wagen fährt. Dass der FCH sich in Sachen Garde keine Sorgen machen muss, sieht man direkt. Vor den Zuschauern zeigen die Jungen verschiedene Hebefiguren. Beifall ist angebracht.

„Wenn die Jäger auf dem Hochsitz träumen, fängt die Landjugend an aufzuräumen“, so der deutliche Hinweis der Hohenfurcher Landjugend. Der Mottowagen ein Bollwerk gegen die „Schwarzkittel“. Als wahrer Augenschmaus folgen die Leuchtzwerge der Turnabteilung. Sie erfüllen den Wunsch der Prinzessin Alexandra, mit vielen Laternen ihr den Weg zu beleuchten. Die Singolder Faschingschaoten dahinter lassen Aprés Ski Stimmung aufkochen. Dazu darf der Glühwein natürlich nicht fehlen. Und auch nicht die Landrätin Andrea J.-W., die dort in bester Gesellschaft und Stimmung ist.

Jedes Jahr eine zündende Idee hat die Schweiger-Familie. Als Fußgruppe mit Schneepflug räumen sie die Wege frei. Aus und vorbei mit schulfrei im kommenden Winter. Es geht ans Geldverteilen. Dabei soll‘s aber gerecht zugehen. Dieses Thema hat sich die Jugendinitiative „Robin Hood“ aus Scheuring auf die Fahnen geschrieben.

In den „Hambacher Forst“ wagt sich mit ihrem Mottowagen die Landjugend Schwab­bruck, es folgen der „Schuh des Manitu“, das etwas zu lang geratene „Geisterschiff“ der Schwab­egger Gauditruppe und das „Haus des Geldes“ aus Mering. Gegen den unsinnigen Flächenfraß kämpft der Faschingshaufen aus Fuchstal. Ein erstes Thema bildlich passend im lockeren Fasching dargestellt. Dass die Ideen grenzenlos sein können, zeigt die Gruppe aus Seeg. Sie haben sich das Motto „probier‘s mal mit Gemütlichkeit“ aus dem Dschungelbuch auf die Fahne geschrieben. Dazu ein astreines Vierer-Karussell auf den Wagen gebaut, mit Seitenschaukel.

Nach der Mädchengarde aus Apfeldorf dackeln die 101 Dalmtiner dahin, dahinter der zweite „Schuh des Manitu“. Da hat sich eine Gruppe wohl glatt Blasen gelaufen. Burggen präsentiert sich hochaktuell. Die „Salome-Bar“ lässt grüßen. Stangerltanz ist angesagt, in wilden Positionen. „Wirst du daheim nicht durchgenommen, im Salome bist du immer willkommen“, so das Credo.

90er und die Kindheit

Wer erinnert sich nicht an den guten alten Kassettenrekorder? Ihn haben die Faschingsfreunde aus Ellighofen dabei. In Übergröße auf dem Wagen „We love the 90s“. Nach der Landjugend aus Reichling, die für ihren Bezirksjugendtag reichlich Werbung macht, der Prinzenwagen aus Schwabsoien. „95 Jahre Kindheit“, Walt Disney wird von der Jugend Rott verehrt. Ein nasses Thema wählt die Faschingsgesellschaft Epfach. „In Schongau weard‘s Trinkwasser knapp, drum pump mas künftig in Denklingen ab“, so ihr Motto. Das nächste Thema musste ja kommen. Wer die Landjugend Altenstadt kennt, weiß, dass die überall hineinstochern. Und sie haben den „Zigeunerbraten“ auf‘s Tablett gebracht, der jetzt Pusztabraten heißt. Sie fordern auf, sich um wahre Probleme zu besinnen.

Verkehrschaos der Ingenrieder, „Rettet die Landwirtschaft“ der Hütte Birkland weitere Themen. Die Trommlergruppe „Pura Vida“ machts nochmal richtig vor, wie Beleuchtung aussehen kann. Die Trommeln sind von innen beleuchtet und setzten einen ganz besonderen Akzent. Wie auch der Prinzenwagen aus Schongau mit seiner Lichterkette. Dazu der Kirchturm, der sich zur Seite geneigt hat und seinen Schmollmund zeigt. 

Hans-Helmut Herold

Auch interessant

Meistgelesen

Gelungene Premiere fürs Straßenfest in Hohenpeißenberg
Gelungene Premiere fürs Straßenfest in Hohenpeißenberg
Rückblick auf erfolgreiche Henkerstochter-Wochen in Schongau
Rückblick auf erfolgreiche Henkerstochter-Wochen in Schongau
Echelsbacher Brücke: Überbau des historischen Bogens läuft
Echelsbacher Brücke: Überbau des historischen Bogens läuft
Handlungsbedarf bei der Schongauer St.-Anna-Kirche 
Handlungsbedarf bei der Schongauer St.-Anna-Kirche 

Kommentare