Probleme mit dem Lärmschutz

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Dieses alte Haus an der Bachstraße soll abgerissen werden. Dort entsteht ein Gebäude mit neun Wohnungen. Hinten links das Rathaus (mit der gelben Fassade).

Peiting – Auf der einen Seite flutscht es mit der Genehmigung für den privaten Wohnungsbau in Peiting; die Räte im Bau- und Umweltausschuss haben in der letzten Sitzung mehreren Anträgen zugestimmt, damit 24 neue Wohnungen – die meisten davon in der Ortsmitte – entstehen können. Auf der anderen Seite hakt es im Bemühen, für die Basiliwiese mit den 45 Grundstücken Baureife zu erlangen. Der Grund ist der Immissionsschutz: Konkret geht es um Lärm aus dem Wellenfreibad, das auf der anderen Seite der Peitnach liegt.

„Wir kommen da nicht weiter“, sagte Bürgermeister Michael Asam zum Schluss der Bauauschusssitzung am Dienstag. Und er setzte noch eins drauf: Die Auflagen des Immissionsschutzes seien wie ein „Knüppel zwischen den Beinen“, machte der Rathauschef seinem Unmut Luft.

Die Gemeinde Peiting hat ein Lärmgutachten an ein Fachbüro aus Planegg vergeben. Es liegt bereits länger vor. Nun geht es darum, die Berechnungen zu interpretieren und Schlussfolgerungen daraus für das Baugebiet Basiliwiese zu ziehen. „Wir müssen das erst geregelt kriegen“, bekundet Kämmerer Christian Hollrieder und stellt zugleich fest: „Es läuft nicht immer ganz glatt.“ Soll heißen: Es ist fraglich, ob heuer noch Grundstücke an Häuslebauer – das Interesse ist in Peiting mit 180 Anfragen sehr groß – verkauft werden können.

„Leicht verwundert“

Anton Brücklmayr, am Landratsamt der Sachgebietsleiter für den technischen Immissionsschutz, zeigte sich auf Nachfrage des Kreisboten „leicht verwundert“. Schließlich habe die Marktgemeinde Peiting darum gebeten, die schalltechnische Untersuchung des Büros Müller & Partner nochmals gründlich durchzuschauen.

Bei einer Besprechung zwischen Vertretern der Gemeinde, des Fachbüros und des Landratsamtes habe man nach Vorlage des Gutachtens darauf hingewiesen, dass sich Leute aus dem künftigen Wohngebiet „zurecht“ über Lärm aus dem Freibad beschweren könnten. Ihm vom Immissionsschutz sei wichtig, darauf rechtzeitig hinzuweisen – nicht dass es später mal zu unerwünschten Einschränkungen im Freibad-Betrieb führe. Die Tatsache, dass ein Freibad nur in der Sommersaison von Mai bis September geöffnet sei, habe für die Berechnung keine Relevanz. An jedem Tag müssten die erlaubten Dezibel-Werte eingehalten werden.

Dabei sollte man über Nachbesserungen wie eine dichte Bretterwand, eine Mauer oder einen Wall nachdenken. Nicht nur ein kleiner Bereich des künftigen Wohngebietes, sondern eine große Fläche sei laut den Messungen vom Lärm aus dem Freibad und da insbesondere aus dem Wellenbecken betroffen, wo Kinder ihren Spaß haben und es laut her gehen könne. Brücklmayr: „Wir beraten die Gemeinde dazu, ob sie Probleme zu erwarten hat.“ Nun aber liege der Ball seit Monaten bei der Kommune. Darum könne er nicht nachvollziehen, wenn aus Peitinger Sicht der Schuldige bei den Zuständigen des Immissionsschutzes gesucht werde.

Neue Mehrfamilienhäuser im Ortskern

Zugestimmt haben die Räte im Bauausschuss zwei größeren Projekten im privaten Wohnungsbau. Das erste ist der Neubau eines Mehrfamilienhauses samt Tiefgarage an der Oberen Straße. Dort entstehen zehn Wohnungen, die zwischen 64 und 137 Quadratmeter groß sind. Auflage ist freilich, dass sich die Bauherren bei der Balkongröße und bei der Farbe der Dachziegel an die Festsetzungen des Bebauungsplanes halten. Eine Ausnahme wurde abgelehnt. Das Dach muss also rot eingedeckt werden.

Einen Beschluss gab es auch zu dem Bauantrag, ein altes Haus an der Bachstraße abzubrechen und auf diesem Grundstück ein Gebäude mit neun Wohnungen, fünf Garagen und einigen Stellplätzen zu errichten. Die Bauherrin hatte den Antrag heuer schon einmal in den Gemeinderat eingebracht; da gab es aber Bedenken wegen der Stellplätze. Nun ist ein Kompromiss gefunden worden.

„Der neue Plan schaut besser aus“, kommentierte Bürgermeister Asam. Die Zahl der Wohneinheiten wurde um eine auf neun reduziert, erklärte Bettina Habersetzer von der Bauverwaltung im Ausschuss. Dies bedeutet zugleich, dass man auf dem Grundstück an der Bachstraße weniger Stellplätze nachweisen muss. Nun sind es drei Wohneinheiten im Dachgeschoss, drei im ersten Stock und zwei im Erdgeschoss, wo auf der Nordostseite fünf Garagen angebaut sind.

jj

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