Robin Hood trifft Burgherr

Neue Attraktionen für den Abenteuerspielplatz

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Schon bald soll der Abenteuer-Spielplatz an der Säulingstraße seinem Namen wieder alle Ehre machen.

Schongau – Viel Protest hat die Stadt Schongau für ihre Spielplatz-Pläne am Lido geerntet, weshalb nach den Sommerferien noch einmal über das Vorhaben beraten werden soll (der Kreisbote berichtete). Auf positives Echo dürfte dagegen eine weitere Entscheidung des Bauausschusses in Sachen städtische Spielplätze stoßen. Die in die Jahre gekommene Anlage an der Säulingstraße soll noch heuer für knapp 60 000 Euro aufgewertet werden.

Kinder, die gerne Cowboy und Indianer spielen, dürften am Abenteuer-Spielplatz im Forchet einst ihre helle Freude gehabt haben. Western-Fort und Indianerlager luden auf dem großen, rund 11 000 Quadratmeter umfassenden Areal zum Fantasiespiel ein, die große Hangrutsche sorgte für den ersten Adrenalinrausch. Echtes Abenteuer eben. Doch davon ist nicht mehr viel übrig geblieben. Während die klassischen Spielgeräte wie Kletterturm und Schaukeln über die Jahre erneuert wurden, verschwanden Westernfort, Indianerlager und zuletzt die große Rutsche ersatzlos. Altersbedingt und wegen Schäden durch Vandalismus habe man die Attraktionen zurückbauen müssen, erklärte Stadtbauamtsmitarbeiter Thomas Ola im Bauausschuss.

Schon seit längerem gab es deshalb Forderungen der Stadtratsfraktionen, dem in den 1980er Jahren errichteten Abenteuerspielplatz neues Leben einzuhauchen. Heuer kommt nun Bewegung in die Sache. Die Stadt hat für den ersten Bauabschnitt 60 000 Euro im Haushalt veranschlagt. Dafür soll ein naturnah gestalteter Themenspielplatz geschaffen werden.

Sechs Anbieter hatte Ola angeschrieben, der beste Vorschlag kam von einem regionalen Handwerksbetrieb aus Oberstdorf, der sich, so der Stadtbauamtsmitarbeiter, als einziger vor Ort ein Bild von den Gegebenheiten gemacht hatte. Dessen Konzept sieht zwei Themenbereiche vor: Einmal einen Abenteuerwald mit Baumhaus, Seilgarten sowie Wipp- und Standtieren und zum anderen einen „Römerberg“ mit Römerturm am Schlittenberg mit Limes zur neuen geschwungenen Edelstahl-Rutsche. Ergänzt wird dieser Themenbereich durch eine Kugelbahn mit Ballautomat.

Der Anbieter habe außerdem gleich Vorschläge für zwei weitere Bauabschnitte mitgeliefert, die in den nächsten Jahren umgesetzt werden könnten, erläuterte Ola. Zudem biete der Betrieb zwei „Mitbautage“ an für tatkräftige Anwohner oder Jugendliche, mit denen man die Kosten um mehr als 2 000 Euro reduzieren könne.

Von den Stadträten erntete das Konzept Zustimmung. Einwände gab es von Markus Wühr (CSU) und Siegfried Müller (ALS), die davor warnten, den Spielplatz zu „überladen“. Bettina Buresch (ALS) fand, man müsse nicht alles machen, „auch wenn es ein tolles Konzept ist.“ Besonders die Kugelbahn stand in der Kritik. Ralf Schnabel (UWV) fürchtete Vandalismus, weshalb er auf das Baumhaus verzichten würde.

Als nächstes sollte das Konzept mit den beiden Jugendreferenten der Stadt abgestimmt werden. Deren Empfehlung, ob und falls ja auf welche Spielgeräte möglicherweise verzichtet werden kann, soll dann umgesetzt werden, beschloss das Gremium mit 8:1-Stimmen.

Jugendreferenten geben grünes Licht – mit kleinen Änderungen

Diese Abstimmung sei zwischenzeitlich geschehen, teilte Ola am Donnerstag mit. Die Jugendreferenten hätten dem vom Gremium favorisierten Gestaltungsvorschlag ihr Plazet erteilt – mit kleinen Änderungen. So soll auf dem Gipfel des Schlittenberges statt des Römerturms eine Welfenburg entstehen – in Anlehnung an das historische Vorbild auf dem Schlossberg. Außerdem sprachen sich die Jugendreferenten für einen Verzicht auf die Kugelbahn aus – wie auch auf die vorgesehenen Wipp- und Standtiere am Abenteuerwald, da dieser eher größere Kinder anspreche.

Damit steht einer Umsetzung im Herbst nichts mehr im Weg.

Christoph Peters

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