Grundsteinlegung in Schongau

Grundschüler deponieren Botschaft für die Nachwelt

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Ab in die Röhre: Die beiden Erstklässler Brian und Lucia durften die befüllte Zeitkapsel gemeinsam mit Schulleiterin Ursula Heitmeier und Bürgermeister Falk Slyuterman im Boden des künftigen Pausenhofs versenken.

Schongau – Seit dem Spatenstich Anfang März laufen die Bauarbeiten am Schongauer Schulzentrum auf Hochtouren. Normalerweise ist das Betreten der riesigen Baustelle für Unbefugte verboten, am heutigen Dienstag jedoch durften rund 300 Erst- bis Viertklässler ganz legal auf das Gelände. Anlass war die Grundsteinlegung für den Neubau der Grundschule, zu der die Stadt geladen hatte. Natürlich kamen die Schüler nicht mit leeren Händen.

Den größten Applaus sahnte Bürgermeister Falk Sluyterman direkt nach seiner Begrüßung ab. Mit der Ankündigung, die Stadt spendiere angesichts des freudigen Ereignisses, zu dem man sich zusammengefunden habe, im Anschluss eine Runde Eis, eroberte das Stadtoberhaupt die Herzen der Grundschüler im Nu. Zuvor jedoch hatten die künftigen Nutzer des Neubaus noch eine wichtige Aufgabe zu erfüllen.

Wie bei einer Grundsteinlegung üblich, hatten Stadt und Architektenteam eine Zeitkapsel vorbereitet, deren Inhalt einmal die Nachwelt an den besonderen Tag erinnern solle, wie Sluyterman erläuterte. „Wenn in 60 Jahren der jetzige Neubau erneuert werden muss, dann werden die Menschen sehr interessiert daran sein, zu wissen, was ihr damals hineingelegt habt“, sagte er zu den Schülern.

Gleich mehrere Klassenfotos wurden vor den Augen Sluytermans und Heitmeiers in der Zeitkapsel deponiert.

Denn diese zeichneten für den Inhalt des metallenen Zylinders verantwortlich. In den vergangenen Wochen hatten sie deshalb gemeinsam mit ihren Lehrerinnen genau überlegt, welche Dinge ihren Weg in die Zeitkapsel finden sollten. Die Auswahl, die die Klassensprecher sorgsam in dem Metallbehältnis verstauten, war bunt gemischt und reichte von Klassenfotos, einem Wimpel der Verkehrserziehung, über ein Bild des Märchengiebels, der bekanntlich dem Abriss zum Opfer gefallen war, bis hin zum Text des Schullieds. Letzteres schmetterten 300 Kehlen inbrünstig dem Bürgermeister entgegen, ehe die beiden Erstklässler Lucia und Brian schließlich die Zeitkapsel im vorbereiteten Schacht drei Meter tief im Boden versenken durften.

„Wir freuen uns jetzt auf die neue Schule“, sagte Rektorin Ursula Heitmeier, die sich bei den verantwortlichen Architekten, Stadtbaumeister Ulrich Knecht und dessen designiertem Nachfolger Sebastian Dietrich für das Engagement bedankte. „Ich hoffe nur, dass ich in dem neuen Gebäude noch unterrichten kann, ehe ich in Rente gehe“, fügte sie schmunzelnd hinzu. Das werde sie, versicherten Sluyterman und Dietrich unisono. „Wir liegen voll im Zeitplan“, sagte der Stadtbauamtsmitarbeiter. Bleibt es dabei, sollen Grundschule und Schülerhort im Frühjahr 2019 das neue, rund 18,5 Millionen Euro teure Gebäude beziehen.

Während Heitmeier die Fertigstellung kaum erwarten kann, ist für viele Grundschüler der Blick auf Schongaus derzeit größte Baustelle besser als jeder Kinofilm. Das Interesse an dem Spektakel sei sowohl bei den Jungen als auch den Mädchen groß, berichtete Lehrerin Irmgard Schreiber-Buhl. Da könne es schon einmal vorkommen, dass der ein oder andere den Pausengong überhöre, weil er vom Anblick der arbeitenden Maschinen so gefesselt sei, erzählte sie lächelnd.

Zumindest an diesem Tag aber marschierten die Schüler brav zurück ins Schulhaus. Der Lockruf des versprochenen Eises, er stach selbst die Baumaschinen aus. 

chpe

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