Verwaltungsaußenstelle und Sozialwohnungen

Neue Ideen fürs Münzgebäude

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Das Münzgebäude an der Schongauer Stadtmauer.

Schongau – Seit Jahren beschäftigt man sich in der Stadt Schongau mit der Frage, wie eine zukünftige Nutzung des leerstehenden denkmalgeschützten Münzgebäudes aussehen könnte. Erst im Juni beschloss der Stadtrat auf Antrag der CSU, einen Ideenwettbewerb durchzuführen. Überraschend präsentierte Stadtbaumeister Ulrich Knecht nun den Räten in der jüngsten Sitzung eine eigene Vision.

Die beginnt ein Stück weiter südlich im Rathaus der Stadt Schongau. Denn dort herrscht laut dem Stadtbaumeister akuter Platzmangel. „Wir platzen aus allen Nähten.“ Warum also nicht eine leerstehende stadteigene Immobilie wie das Münzgebäude nutzen und einige Abteilungen auslagern? „Wir könnten dort im Erdgeschoss die Tourist Info, das Forstamt und Teile der Stadtwerke unterbringen“, schlug Knecht vor. 

Für erstere wäre dies geradezu ideal, sponn der Stadtbaumeister seine Idee weiter. Denn direkt an der Stadtmauer gelegen, könnten von dort gleich die Führungen auf das historische Gemäuer beginnen, wie es im derzeit in Arbeit befindlichen Konzept zur touristischen Nutzung bereits angedacht sei. 

Bevor jedoch irgendjemand das denkmalgeschützte Haus beziehen kann, muss es erst einmal saniert werden. Da das Münzgebäude laut dem Stadtbaumeister schon in der Vergangenheit dahingehend untersucht worden ist, konnte Knecht die Kosten recht genau beziffern. Er schätzte sie auf rund 1,5 Millionen Euro. Staatlich gefördert würden rund 60 Prozent. 

In einem bestimmten Fall könne die Stadt jedoch mit einer Förderquote von 90 Prozent rechnen, verkündete der Stadtbaumeister, nämlich dann, wenn sie die beiden oberen Stockwerke zu maximal fünf Sozialwohnungen für anerkannte Flüchtlinge ausbauen würde. Der Eigenanteil, den die Stadt am gesamten Projekt tragen müsste, läge dann voraussichtlich bei nur rund 400000 Euro, rechnete Knecht vor. Nach sieben Jahren könnte die Stadt die Wohnungen für ihre eigenen Zwecke nützen. 

Als „verlockend“ bezeichnete Michael Eberle die hohe Förderung. Allerdings bezweifelte der CSU-Fraktionsvorsitzende, dass eine solche Nutzung für die Altstadt „förderlich“ wäre. „Wir sollten beim Ideenwettbewerb bleiben und andere Möglichkeiten ausloten“, forderte er.

Bürgermeister Falk Sluyterman wollte die Idee nicht einfach so beiseite wischen. Er verwies auf die angespannte Lage am Immobilienmarkt. „Wir suchen händeringend Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge und die Förderung ist beeindruckend.“ Auch Robert Stöhr konnte sich vorstellen, den Vorschlag weiterzuverfolgen. „Sieben Jahre sind überschaubar und es ist allemal besser, als wenn wieder nichts geschieht.“ 

Doch Eberle war nicht der einzige, der mit Sozialwohnungen im Münzgebäude seine Probleme hatte. Auch Nina Konstantin und Gregor Schuppe (ALS) hielten es für besser, den benötigten Wohnraum an anderer Stelle zu schaffen. Hinzu kam, dass laut Knecht ohnehin erst in drei Jahren mit einer Umsetzung begonnen werden könnte, weil der Umbau im Rahmen des Stadtmauer-Inwertsetzungskonzept über die Bühne gehen müsse. 

Also bleibt es erst einmal beim ursprünglich beschlossenen Ideenwettbewerb. Den ersten Vorschlag machte Bettina Buresch (ALS) noch in der Sitzung. „Ein Radlerhotel wäre toll. Bei den steigenden Zahlen von Radtouristen brauchen wir das dringend.“

Christoph Peters

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