Mehr Platz für Unternehmen

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Die Änderungen am Flächennutzungsplan: Im Norden wird die bislang noch unbeplante Gewerbefläche reduziert. Für das geplante Gewerbegebiet im Südwesten werden 20 Hektar neu ausgewiesen. Hellgrün schraffiert die neuen Gewerbeflächen der Gemeinde Altenstadt.

Schongau – In Schongau mangelt es an großen Flächen für Unternehmen. Gemeinsam mit Altenstadt treibt die Stadt deshalb die Ausweisung eines neuen Gewerbegebiets im Westen voran. Erster Schritt ist die Änderung des derzeit gültigen Flächennutzungsplans. Im Rahmen des Verfahrens ging es jüngst im Bauausschuss um die eingegangenen Bedenken und Anregungen der Träger öffentlicher Belange.

Das Schongauer Gewerbegebiet „Äußerer Westen“ prosperiert. Unternehmen wie Hirschvogel haben hier in den vergangenen Jahren kräftig investiert. Eine positive Entwicklung aus Sicht der Stadt, die jedoch auch dazu geführt hat, dass große Flächen für Gewerbe zur Mangelware geworden sind. Zwar stehen derzeit noch 4,3 Hektar mit Baurecht zur Verfügung, der Großteil jedoch ist als Erweiterungsfläche für bestehende Betriebe vorgesehen. Gerade für Unternehmen mit großem Platzbedarf fehlt es an Alternativen.

Abhilfe verspricht das neue interkommunale Gewerbegebiet, das direkt im Anschluss an den „Äußeren Westen“ entstehen soll. Interkommunal deshalb, weil neben Schongau auch die Gemeinde Altenstadt – angrenzend im Süden – zehn Hektar Gewerbeflächen ausweisen will. Das Gebiet auf Schongauer Flur zwischen der Kreisstraße WM6 Richtung Burggen und den Bundesstraßen 472 und 17 indes umfasst 20 Hektar und ist damit so groß, dass es nach aktueller Planung den Bedarf der Stadt für die nächsten zehn Jahre abdeckt. Im Gegenzug sollen quasi als Ausgleich die bislang noch unbeplanten Gewerbeflächen (41 ha) nördlich des Krankenhauses um zwölf Hektar reduziert werden.

Im vergangenen Herbst sind die beiden Kommunen in die Bauleitplanung eingestiegen, was im ersten Schritt die Änderung des Flächennutzungsplans bedeutet. Im Schongauer Bauausschuss ging es nun um die eingegangenen Bedenken und Anregungen der Träger öffentlicher Belange.

Diese hatten von der Gelegenheit, ihre Stellungnahme abzugeben, zum Teil umfangreich Gebrauch gemacht. Ein wichtiger Punkt betraf dabei die künftige verkehrliche Erschließung des neuen Gewerbegebiets. Wie Planer Georg Dinger ausführte, soll diese am Anfang direkt über die B 472 erfolgen. Optional sei eine Erschließung über die WM 6 vorgesehen. Letztere allerdings präferiert das Staatliche Bauamt Weilheim. Grund ist zum einen die Befürchtung der Behörde, dass die Einfahrt über die Bundesstraße mit wachsendem Verkehrsaufkommen nicht mehr leistungsfähig genug sein wird. Zum anderen kommt hinzu, dass mit dem geplanten Ausbau der B 472, bei dem die WM6 höhenfrei an die Bundesstraße angeschlossen werden soll, die Erschließung über die Kreisstraße deutlich sicherer wäre.

„Das ist natürlich nachvollziehbar“, sagte Stadtbaumeister Ulrich Knecht. Für ihn war es allerdings ohnehin keine Frage von entweder oder. Für ein Gewerbegebiet dieser Größe seien zwei Anschlüsse nötig, um bei etwaigen Zwischenfällen wie einem Unfall oder Bauarbeiten die Zufahrt gewährleisten zu können, betonte Knecht. „Das muss unser oberstes Ziel sein.“ Die Bedenken der Gemeinde Burggen, die eine Zunahme des Lkw-Verkehrs bei einer Anbindung über die WM 6 fürchtet, hielt Dinger derweil für unbegründet. Eine derartige Verlagerung von Verkehrsströmen sei nicht zu erwarten. Bettina Buresch (ALS) indes wies darauf hin, dass auf der Kreisstraße zum Teil sehr schnell gefahren werde, wodurch eine Einfahrt ins Gewerbegebiet zum Gefahrenpunkt werde. „Da braucht es dann eine Geschwindigkeitsbegrenzung.“

Detailliert fielen auch die Stellungnahmen der Stadtwerke und des Wasserwirtschaftsamt zur künftigen Wasserversorgung aus. Eine Versorgung mit Brauchwasser sei demnach nicht möglich, aber auch keine Pflichtaufgabe der Kommune, erklärte Dinger. Probleme sehen die Stadtwerke beim Abwasser. Um die Kanäle nicht zu überlasten, müsste zum einen das Regenwasser komplett versickert werden, was laut dem Planer aufgrund des Untergrunds möglich ist. Zum anderen müssten Betriebe, bei denen große Mengen an industriellem Abwasser anfalle, dieses entweder sammeln und gedrosselt ins Kanalnetz einspeisen oder es mittels eigener Kläranlage reinigen. Paul Huber (CSU) wies darauf hin, dass dies nur „Extrem-Betriebe“ betreffe, für die man auch an anderer Stelle in Schongau, etwa UPM oder Hochland, Sonderlösungen getroffen habe. Unternehmen, die wie Hirschvogel Abwasser nur durch ihre Sanitäranlagen erzeugen, stellten kein Problem da, ergänzte Knecht.

Noch nicht geklärt ist, wo die Stadt die aus naturschutzrechtlichen Gründen nötigen Ausgleichsflächen realisieren kann. Die Untere Naturschutzbehörde rechnet angesichts der Größe des neuen Gewerbegebiets mit einem Bedarf von mindestens zehn Hektar. Die genaue Ermittlung spiele zwar erst im Bebauungsplanverfahren eine Rolle, erklärte Dinger. Gleichwohl sei es sinnvoll, sich bereits jetzt Gedanken über mögliche Flächen zu machen. Dabei wird die Stadt wohl Grund außerhalb der eigenen Gemarkung zukaufen müssen.

Der Billigungs- und Auslegungsbeschluss wurde einstimmig gefasst. 

chpe

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