Neue Mensa für Schongauer Berufsschule

Überfälliges Ende eines Provisoriums

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Architekt Thomas Baldauf (re.) überreichte symbolisch den Schlüssel zur Mensa an Schulleiter Thomas Schütz, Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Küchenleiterin Michaela Mikutta (v. li.).

Schongau – „Nichts hält länger als ein Provisorium“: Dass dem Schongauer Berufsschulleiter Thomas Schütz diese Worte am vergangenen Freitag mit einem Lächeln über die Lippen kamen, hatte einen guten Grund. Denn mit der Einweihung der neuen Mensa an den Beruflichen Schulen sind die Zeiten der Improvisation in Sachen Essensbereitung endlich vorbei.

Ein Kiosk als Pausenverkauf, an dem sich die Schüler belegte Semmeln und Snacks kaufen können: Als die Berufsschule Ende der 1980er Jahre gebaut wurde, dachte niemand daran, dass einmal warme Mahlzeiten auf dem täglichen Speiseplan stehen würden. Entsprechend waren auch die Räumlichkeiten nicht auf ein derartiges Angebot ausgelegt.

Michaela Mikutta und ihr Küchenteam mussten deshalb improvisieren. 28 Jahre ist es her, dass die Köchin mit ihrem ersten warmen Mittagsgericht Kässpatzen die Herzen der Schüler eroberte. Trotz der beengten Platzverhältnisse baute Mikutta das Mittagsangebot in den folgenden Jahren weiter aus. Seit er 2002 an die Schule gekommen sei, habe er immer wieder fasziniert beobachtet, wie aus den zur Küche umfunktionierten Räumen hinter dem Kiosk „Essen gezaubert“ worden sei, sagte Schütz.

Gezaubert werden darf auch weiterhin, allerdings unter deutlich moderneren Bedingungen. 1,4 Millionen Euro hat der Landkreis für die neue Mensa investiert, die am vergangenen Freitag eingeweiht wurde. Sie besteht aus einem 155 Quadratmeter großen ovalen Neubau, der über einen Verbindungsgang an die Pausenhalle angedockt wurde. Direkt an diesen angrenzend ist die Küche samt Essensausgabe untergebracht. 150 Mahlzeiten können hier täglich zubereitet werden. Auch für Lager und Spülküche wurden neue Flächen geschaffen.

Entworfen hat die neue Mensa das Schongauer Architekturbüro Baldauf-Prill, das 2013 den Auftrag für den Entwurf einer Konzeptstudie erhalten hatte. „Wir haben dem Landkreis statt einer Kiste ein Ei gelegt“, scherzte Architekt Thomas Baldauf angesichts der außergewöhnlichen Form des Anbaus. Dieser sei wegen höherer Kosten durchaus ein Wagnis gewesen, gab er zu, doch so sei statt einem Zweckbau Architektur entstanden. Insgesamt sei es aber dennoch gelungen, den vorgegebenen Kostenrahmen einzuhalten, die geplante Bauzeit habe man sogar unterschritten, betonte er. Tatsächlich sind vom Spatenstich im April bis jetzt gerade einmal acht Monate vergangen.

 Der Architekt lobte in diesem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten, ehe er auf die Details der neuen Mensa einging. Vielseitig nutzbar Dadurch dass die Schüler durch den eher dunkel gehaltenen Gang in den hellen Neubau gingen, fühle es sich an, als verlasse man die Schule, erläuterte Baldauf. „Das verstärkt den Pauseneffekt.“ Die fast rundum verglaste Front mit Blick auf den Hof, die Möglichkeit im Sommer Tische und Stühle ins Freie zu stellen sowie das Lichtkonzept mit großen „Leuchtentupfern“ (Baldauf) an der Decke trügen ihr Übriges dazu bei.

Besonderes Highlight aus Sicht der Schule: Der Raum kann künftig nicht nur für das Mittagessen, sondern auch für Veranstaltungen jeglicher Art genutzt werden. Ein Beamer ist bereits eingebaut, die Wand dient als Leinwand.

Natürlich hatte der Architekt auch einen symbolischen Schlüssel mitgebracht, den er an Schulleiter Thomas Schütz, Küchenchefin Michaela Mikutta und Landrätin Andrea Jochner-Weiß übergab. Letztere bezeichnete die neue Mensa als „unglaubliche Bereicherung“ für die Schongauer Berufsschule – und für Michaela Mikutta. Die könne jetzt endlich „so werkeln, wie sie möchte“.

Christoph Peters

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