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Neue Ortsdurchfahrt für Schwabniederhofen beschlossene Sache

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Von: Manfred Ellenberger

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Schwabniederhofen Ortsdurchfahrt Altenstadt
Von Süden aus Richtung Altenstadt kommend wird es am Orts­eingang ab Ende September 2023 geradeaus weitergehen. Um zu hohe Geschwindigkeiten zu verringern, wird hier ein Mini­kreisel gebaut. © Ellenberger

Altenstadt/Schwabniederhofen – Im Gemeinderat ging es um den Neubau der Ortsdurchfahrt Schwabniederhofen. Bertram Mooser, Geschäftsführer der Kaufbeurer Mooser Ingenieure GmbH und Co. KG, stellte seine Planungen vor. 

Bereits 1972 wurde eine erste Entwurfsplanung zur Verlegung der Straße gefertigt. Das Bauvorhaben zum Ausbau der Ortsdurchfahrt ist seit 2009 Teil des Bedarfs- und Investitionsprogramms des Landkreises. Handlungsbedarf besteht erwiesenermaßen. Denn der bisherige Verlauf der teils nur knapp über fünf Meter breiten Straße ist von engen Kurven geprägt.

Dort sind aber aufgrund von Bebauung keine straßenbaulichen Maßnahmen möglich, von einem zusätzlichen Gehweg ganz zu schweigen. Letztendlich hatte der Kreisausschuss dem Kreistag im Mai 2021 empfohlen, dem begradigten Ausbau und der Verlegung der Kreisstraße WM 6 zuzustimmen. Damit wird sich deren Streckenlänge von gut 630 auf unter 500 Meter verringern und das jetzige Nadelöhr der Vergangenheit angehören. Die künftig sechs Meter breite Fahrbahn soll so ausgebaut werden, dass sie der Verkehrsbelastung samt Schwerverkehrsanteil gerecht wird.

Damit die erlaubte Geschwindigkeit beim Einfahren in den Ort aus Richtung Altenstadt eingehalten wird, wollte Bertram Mooser zwar „nicht den Mini­kreisverkehr verkaufen“, befand diesen aber als unterstützende Möglichkeit. Für den üblichen Kreisverkehr reichen die Platzverhältnisse nicht.

Da es sich um eine Kreisstraße handelt und das Staatliche Bauamt Weilheim Träger der Baumaßnahme ist, nahmen Abteilungsleiter Andreas Lenker sowie der Sachgebietsleiter Planung und Bau Alois Stapf an der Sitzung teil. Lenker sah den Mini­kreisel kritisch. Wegen des geringen Durchmessers werde die Mittelinsel nur wenige Zentimeter aufgepflastert. Damit lasse sich „leicht drüberfahren“. Außerdem gebe es dadurch auch eine „Lärmproblematik“.

Anders die meisten Gemeinderäte. Für Helmut Horner ist der Minikreisel „die sinnvollste Variante“. „Die Geschwindigkeit muss raus“, meinte Konstantin Papamichail ebenso wie Kathrin Högg. Der Schwabniederhofener Peter Schießl hält „den Kreisverkehr für nötig“. Michael Dulisch wies gar auf „sehr positive Erfahrungen“ hin. Bernhard Schöner wollte wissen, ob „man denn die Schwabniederhofener gefragt“ habe. Alle nicht, so der Bürgermeister – aber jene, die unmittelbar betroffen sind. Man sei sich einig, dass der Minikreisel gebaut werden müsse.

Ohne Minikreisel werden die Kosten für die neue Ortsdurchfahrt auf 695.000 Euro beziffert, mit diesem auf annähernd 735.000 Euro. Da die Gemeinde die Mehrkosten von knapp 40.000 Euro übernehmen möchte, erklärte auch das Bauamt sein Einverständnis. Das gilt auch für dessen Rückbau im Falle negativer Erfahrungen. Ferner übernimmt die Gemeinde auch die Mehrkosten für die Erweiterung der Wegeinfahrt und die Verbreiterung des Gehsteigs im Lindenweg sowie die Verkehrsinsel im Saliterweg.

Baubeginn im Oktober

Bei der Abstimmung waren sich alle Gremiumsmitglieder darüber einig, dass die neue Ortsdurchfahrt gebaut werden müsse. Bei der Abstimmung hinsichtlich der Übernahme der Kosten für den Minikreisverkehr gab es vier Gegenstimmen. Nachdem dies geklärt war, meinte Andreas Kögl: „Wir sollten starten“. Nach Eingang der Förderzusage der Regierung von Oberbayern werden die für den Straßenneubau erforderlichen Maßnahmen ausgeschrieben. Am 1. Oktober soll‘s losgehen und bis 30. September 2023 soll die neue Ortsdurchfahrt fertig sein.

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