Claus Moritz gibt sein Szene-Lokal ab

Neue Pächter fürs Schongauer "Lagerhaus"

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Ab April unter neuer Leitung: Das „Lagerhaus“ in der Schongauer Altstadt.

Schongau – Mit dem „Lagerhaus“ hat Claus Moritz das Schongauer Nachtleben geprägt wie kaum ein anderer. Die Kultkneipe samt Restaurant in der Altstadt genießt in der Region einen geradezu legendären Ruf. Am kommenden Samstag, 25. März, wird der Gastronom jedoch zum letzten Mal mit seinen Gästen feiern: Nach 18 Jahren gehen er und sein „Baby“ künftig getrennte Wege. Es ist das Ende einer Ära – auch wenn sich Moritz nicht ganz aus der Lechstadt verabschiedet.

Schon seit längerem war bekannt, dass Claus Moritz einen Nachfolger für das „Lagerhaus“ sucht. Leicht, gibt er zu, sei ihm dieser Schritt nicht gefallen. Kein Wunder, denn 18 gemeinsame Jahre wischt man nicht eben schnell mal beiseite. Mit der Kultkneipe in der Karmeliterstraße hat zudem alles angefangen, hier legte Moritz den Grundstein für sein mehr als erfolgreiches Szene-Imperium. Es folgten der Club „Moritz“ und das Café „Mocca“ in Landsberg und schließlich 2015 die Diskothek „Moritz“ in Schongau.

Viel war in den vergangenen Monaten spekuliert worden über die Gründe, die den Gastronomen veranlasst haben, sein „Baby“, wie er das „Lagerhaus“ liebevoll nennt, in andere Hände zu legen. Moritz spricht von einem privaten Schicksalsschlag, der es nötig mache, dass „ich mich mehr um meine Familie kümmere“. Alles zeitlich unter einen Hut zu bringen, das funktioniere einfach nicht, bedauert er. Diese Erfahrung habe er in den vergangenen Monaten machen müssen, als er so gut wie kaum noch vor Ort im „Lagerhaus“ habe sein können. Das liegt auch daran, dass Moritz im Landsberger Stadtteil Erpfting wohnt. „Die Fahrerei nach Schongau kostet viel Zeit. Würde ich hier wohnen, hätte ich mich gegen Landsberg entschieden.“

Nur noch „Moritz“

Doch auch dort fährt Moritz sein Engagement zurück. Das Café „Mocca“ in der Altstadt hat er mittlerweile abgegeben, will sich nur noch auf den Club „Moritz“ konzentrieren. Bestehen bliebt zwar die namensgleiche Diskothek am Volksfestplatz in Schongau, die der Gastronom erst Mitte 2015 gepachtet und aufwendig hergerichtet hat. Hier soll jedoch eine Geschäftsführerin die Leitung übernehmen.

Ein Duo macht weiter

Bleibt noch die Frage zu klären, wer in die großen Fußstapfen von Moritz im „Lagerhaus“ tritt. An Bewerbern hatte es nicht gemangelt, allein den richtigen zu finden, war nicht leicht. „Für das Lagerhaus brauchst jemanden, der vor Ort ist, der es richtig lebt und verkörpert, einen, der auch mit den Leuten kann“, sagt Moritz. Am Ende wurde es nicht einer, sondern zwei: Dan Luchsbacher, der schon seit vielen Jahren als Barkeeper für Moritz tätig ist und genau in das Anforderungsprofil seines bisherigen Chefs passt, und Eddy Ljuskovic wollen gemeinsam das Projekt „Lagerhaus“ fortführen.

Wiedereröffnung im April

Über die Ablöse sei man sich einig, sagt Moritz, der in den letzten Jahren viel Geld in den Aus- und Umbau der Kultkneipe gesteckt hat. Da sein Mietvertrag offiziell allerdings noch bis 2024 läuft, wird der Erpftinger sein Szene-Lokal erst einmal an seine Nachfolger unterverpachten. „Ich bin mir sicher, die beiden machen das gut“, ist Moritz um die Zukunft seines Etablissements nicht bange. Bereits Anfang April wollen Luchsbacher und Ljuskovic nach einer kurzen Schließungsphase neu eröffnen.

Am Samstag wird aber erst einmal gemeinsam Abschied gefeiert – eine „legendäre Lagerhausparty“ soll es werden wie so viele Feiern davor. Und Moritz ahnt, dass auf ihn ein ganz besonders emotionaler Abend wartet. „Da werden sicher einige Tränen fließen.“ 18 Jahre hinterlassen eben ihre Spuren.

Christoph Peters

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