Neue Pläne fürs Schächen-Gelände

Modern statt Landhausstil

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So soll das Schächengelände nach der Neugestaltung aussehen: Drei versetzt situierte Baukörper, die sich harmonisch in die Hügellandschaft einfügen. Die gewerbliche Nutzung ist als Ladenzeile im überwiegend ebenerdig zur Hauptstraße geplanten Untergeschoss vorgesehen. Die östlich und westlich angrenzenden Grünflächen sollen erhalten bleiben.

Hohenpeißenberg – Seit Jahren schon wird debattiert und geplant, doch nun scheint endlich Schwung in die Neugestaltung des Schächen-Geländes in Hohenpeißenbergs Ortsmitte zu kommen. Im Rahmen einer außerordentlichen Sondersitzung verabschiedete sich der Gemeinderat von der alten Bauleitplanung und machte den Weg für eine neue Konzeption mit neuem Partner frei. 

Wohnungen, Arztpraxen, ein Café, ein Supermarkt und das alles in einem U-förmigen Massivbau im Landhausstil. So hatte die ursprüngliche Planung für das Schächengelände an der Hauptstraße ausgesehen. Doch mit dem potentiellen Investor, der Projektentwicklungsfirma „Blau iP“ aus München, wurde der Hohenpeißenberger Gemeinderat nicht glücklich. 

Immer wieder verzögerte sich die Planung, so dass das Ratsgremium irgendwann die Notbremse zog und hinter den Kulissen mit der Schongauer Firma „M. Haseitl Baugesellschaft“ einen neuen, lokalen Partner ins Boot holte. Intern wurde bereits seit ein paar Monaten an der neuen Entwurfskonzeption gefeilt. 

Die soll nun Basis für das neue Bauleitplanverfahren sein, das der Gemeinderat nun öffentlich per einhelligem Beschluss in Gang setzte: „Wir wollten mit der Sondersitzung zeigen, dass wir konsequent hinter dem Projekt stehen und keine Zeit mehr verlieren wollen“, erklärte Bürgermeister Dorsch.

Nach dem von der Firma „Haseitl“ anvisierten Terminplan wird im März 2016 der Startschuss für die Bauarbeiten erfolgen. Bis Mitte 2017 sollen dann 30 Wohnungen, 106 größtenteils unterirdische Stellplätze und über 1000 Quadratmeter an Gewerbefläche entstehen, unter anderem für einen Metzger, eine Bäckerei, ein Schreibwarengeschäft und eine Bankfiliale. 

Einen Supermarkt, wie ihn „Blau iP“ als Kernstück seiner Planungen vorsah, wird es hingegen nicht mehr geben. „Es ist ein Objekt für Wohnungen und Gewerbe“, sagte „Haseitl“-Geschäftsführer Peter Schrehardt in der Ratssitzung, „aber die Emissionen sollen das Wohnen nicht stören. Das Gewerbe soll kleinflächig, hochwertig und dauerhaft sein.“ 

Doch nicht nur konzeptionell, sondern auch architektonisch unterscheiden sich die „Haseitl“-Entwürfe fundamental von den „Blau iP“-Plänen. Statt einem Massivbau sollen auf einem Untergeschoss drei separate Baukörper in moderner Flachdachoptik und gestaffelten Etagen entstehen, die sich harmonisch in die Hügellandschaft am Schächen einfügen. 

„Wir haben dort an der Hauptstraße keine geschlossene, bauliche Entwicklung. Deshalb können wir uns trauen, dort ein modernes Gebäude zu platzieren“, lobte Dorsch den von Schongaus ehemaligen Stadtbaumeister Dietmar Hörner ausgearbeiteten Architekturentwurf. Durch die entzerrte, an die Terrassenlandschaft angepasste Bauweise würden die Sichtachsen in Nord-Süd-Richtung bestehen bleiben. „Das ist eine enorme Aufwertung für die Hinterlieger“, stellte Dorsch fest. 

Insgesamt wolle man mit dem Projekt einen infrastrukturellen Mehrwert für die Bürger schaffen – auch im sozialen Bereich. „Wir sind da mit der Caritas und der Ökumenischen Sozialstation im Gespräch. Mal schauen, was sich da etablieren kann“, so Dorsch. Neben der Abwicklung des Bauleitplanverfahrens sollen in den nächsten Wochen Gespräche mit möglichen Gewerbenutzern geführt werden: „Wir haben da einige Partner, die mitmachen wollen“, erklärte Dorsch, ohne konkrete Namen zu nennen. 

Bürgerversammlung im Herbst

Detaillierte Pläne und Informationen zur Schächenneugestaltung will die Gemeinde im Rahmen einer Bürgerversammlung im Herbst präsentieren.

Bernhard Jepsen

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