Von Zäunen und Hunden

Hat Schongau ein Zaun- oder ein Hundeproblem?

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Um andere Hunde von seinem Grundstück fernzuhalten, will ein Schongauer Bauherr eine Einfriedung aus Stein und Holz um sein Einfamilienhaus. Der Bauausschuss hat die Entscheidung darüber nun vertagt.

Schongau – Immer wieder muss sich der Bauausschuss in letzter Zeit mit den verschiedensten Grundstückseinfriedungen beschäftigen. Und oftmals stößt das Gremium dabei auch auf Schwarzbauten. Jetzt sollen neue Rahmenbedingungen festgelegt werden.

Im jüngsten Fall wollte ein Bauherr in der Zugspitzstraße eine Einfriedung aus Naturstein und Holz mit einer Höhe von 1,60 Meter zur Straße hin errichten. Laut Bebauungsplan sind hier jedoch lediglich Einfriedungen aus Maschendraht oder in Holzbauweise bis zu einem Meter Gesamthöhe erlaubt.

Der Bauherr beantragte daher eine Befreiung. Er möchte dadurch verhindern, dass größere Hunde über den Gartenzaun auf das Grundstück schauen oder springen können, da er einen Therapiehund besitzt und vermeiden möchte, dass dieser durch schlechte Erfahrungen traumatisiert wird, so die Begründung. Heikel daran: „Ein Schwarzbau in ähnlicher Art und Weise steht in der gleichen Straße“, so Stadtbaumeister Sebastian Dietrich. Der Eindruck, den so etwas hinterlässt: Der, der fragt, ist der Dumme.

„Jede zweite Sitzung diskutieren wir das“, befand Stephan Hild (UWV). Ähnlich äußerte sich auch Ilona Böse (SPD), die die Überarbeitung der Bebauungspläne forderte. Und: „Der andere muss zurückbauen“, so ihre Meinung. Auch bei den Hecken müsse man als Stadt Schongau endlich durchgreifen, ergänzte Helmut Hunger (CSU).

Der erkannte aber auch noch eine ganz andere Problematik: Die Hunde an sich beziehungsweise deren Halter. Er befürchtet durch freilaufende Hunde nicht nur eine Gefahr für andere Tiere, sondern auch für kleine Kinder. Kornelia Funke (CSU) hingegen konnte die Argumentation des Bauherren in Bezug auf seinen Therapiehund nachvollziehen: „Ich möchte das jetzt nicht ablehnen“, sagte sie. Dass es hier aber nicht um die Hunde gehe, sondern ums Baurecht, stellte Bürgermeister Falk Sluyterman klar.

„Es gibt gute Gründe, warum die Festsetzungen gelten“, stellte Bettina Buresch (ALS/Grüne) heraus. Sie sieht in einem Zaun, bei dem man auch noch in den Garten schauen kann, eine gewisse soziale Kontrolle gegeben. Im vorliegenden Fall könne auch eine solche Steinmauer aus naturschutzrechtlichen Gründen nicht genehmigt werden, ergänzte Dietrich.

Ganz anderer Meinung war Martin Schwarz (SPD). Wenn es nach ihm ginge, sollte jeder bauen dürfen, was er will – insbesondere zur Straße hin. „Und der Igel kann auch froh sein, wenn er nicht auf die Straße kommt“, so Schwarz.

Hild machte schließlich den Vorschlag, den Punkt zu vertagen und intern eine Regelung zu finden. „Wir müssen erst mal selber entscheiden, was wir wollen.“ Böse ergänzte, man könne sich ja die Bayerische Bauordnung als Grundlage anschauen. Das aktuelle Thema in der Zugspitzstraße wurde schließlich mit der Gegenstimme von Schwarz vertagt. 

Astrid Neumann

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