"Ein sehr guter Fang"

Einführung Bernhard O‘Connors am Schongauer Welfen-Gymnasium

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Der neue Mann am Ruder: Seit Mitte Februar ist Bernhard O‘Connor Leiter des Welfen-Gymnasiums.

Schongau – Orchester, Chor, Ehrengäste: Der ganz große Bahnhof herrschte am Donnerstag vergangener Woche in der Aula des Schongauer Welfen-Gymnasiums. Und das zum bereits zweiten Mal binnen weniger Monate: Nachdem Mitte Februar der ausgeschiedene Direktor Wolfgang Gebler verabschiedet worden war, stand nun die feierliche Einführung seines Nachfolgers Bernhard O‘Connor an. Neben den warmen Worten der vielen Festredner nutzte auch der Neue die Gelegenheit für ein erstes Zwischenfazit.

„Und – wie is er so?“, habe er seine Mitarbeiter nach deren erstem Zusammentreffen mit dem neuen Direktor des Welfen-Gymnasiums gefragt, berichtete Karl-Heinz Grehl, stellvertretender Landrat, bei seiner Ansprache. „ A ganz a Netter“ sei O‘Connor, so die einhellige Meinung – im Landratsamt wohl eine besonders wohlwollende Reaktion. „Das wird bei uns nicht über alle gesagt“, betonte Grehl. Gute Aussichten, denn O‘Connor nehme für ihn in den kommenden Jahren als Ansprechpartner eine wichtige Schlüsselposition ein. Gelte es doch, die Schule gemeinsam in die Zukunft zu führen.

Gemeinsam in die Zukunft

„Wir bauen hier seit Jahren, ergänzen und sanieren“, beschrieb der stellvertretende Landrat. Nach Abschluss der Arbeiten werde erst einmal alles „wunderbar“, doch die Herausforderungen gingen nicht aus: Die Ausstattung der weiterführenden Schulen im Landkreis könne künftig eines der beherrschenden Themen sein – und dazu noch ein sehr kostenintensives.

Dass das Welfen-Gymnasium mit seinem neuen Leiter einen sehr guten Fang gemacht habe, war auch die Überzeugung Hubert Orthubers. Die mehr als zweimonatige Schnupperphase – O‘Connor hatte seinen Dienst am 18. Februar angetreten – sei erfreulich verlaufen, so der Stellvertreter des Neuen. „Er wird uns Kontinuität und Innovation bringen.“ Das glaubte auch Stephan Zahlhaas, als Ministerialbeauftragter „Herr der Personalakten“: O‘Connor sei ein „sturmerprobter Kapitän“, der mit Überblick und guten Ergebnissen aufwarte.

Ob ihm das auch in Schongau gelingt? Ein „Wiederholungstäter“ sei er ja zumindest, bescheinigte Zahlhaas. Noch dazu einer, der „unter neuem Namen an den Tatort“ zurückkehre. Damit spielte der Ministerialbeauftragte auf gleich zwei Dinge an: Denn O‘Connor ist ein Kind des Welfen-Gymnasiums. Unter seinem „Buben-Namen“ Bremer hatte der damalige Altenstadter dort sein Abitur erworben und seine spätere Ehefrau kennengelernt. Sein Engagement ist eine Rückkehr in die alte Heimat (der Kreisbote berichtete).

Zurück zu den Wurzeln

„Welcher Schüler träumt nicht davon, einmal den Posten des Direktors zu übernehmen?“, fragte dann auch Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman, dessen jüngster Sohn das Welfen-Gymnasium besucht. Die Aussicht, hausaufgabenfreie Freitage und großzügig Hitzefrei zu verhängen, sei eine reizvolle. „Ich bin froh, dass durch Ihre Übernahme keine Vakanz entstanden ist“, so Sluyterman.

Die Aufgabe, in das Amt nicht am Ende eines Schuljahres, sondern – wie in Schongau passiert – zum Halbjahreswechsels einzusteigen, sei anspruchsvoll, meinte Zahlhaas. Sich „nathlos in den laufenden Betrieb einzusortieren“, habe es durchaus in sich. Zumal die Fußstapfen, die Vorgänger Gebler hinterlassen habe, keine kleinen seien.

„O‘Connor selbst ließ durchblicken, dass es „auch für mich manchmal seltsam war, wieder zurückzukehren“. Einige Ecken des Gebäudes hätten sich kaum verändert, insgesamt habe die Schule aber eine „gewaltige“ Entwicklung genommen. Eine klare Agenda formulierte der neue Leiter indes noch nicht. Er befinde sich nach wie vor in der Lernphase, arbeite sich ein. Zuerst einmal gelte es, ein genaues Bild zu gewinnen, ehe Akzente gesetzt werden könnten. Zumal die in Schongau aufgeworfenen Fragestellungen teils grundlegend andere seien, als bei seiner vorherigen Station, dem Landshuter Carossa-Gymnasium.

Schüler im Mittelpunkt

Die Umsetzung einiger Vorstellungen dürfte der 55-Jährige aber unabhängig vom Ort seines Schaffens anstreben: „Die Schüler müssen im Mittelpunkt stehen, sie brauchen qualitätsvollen Unterricht.“ Dieser könne durchaus anspruchsvoll und fordernd sein. „Aber mit Augenmaß.“ Junge Menschen zu ermutigen, Verantwortung zu übernehmen und individuelle Talente zu fördern, sei der Anspruch. „Das genieße ich auch an dieser dreizweigigen Schule.“

Abschließend bedankte O‘Connor sich für den warmen Empfang. „Ich bin dankbar für die liebe Aufnahme.“ Die Rückkehr in die zweite Heimat bereue er „mit keiner Faser“. 

ras

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